Glauben ist Freisein

Das Forum der liberal-theologischen protestantischen Re­mon­s­t­ran­ten – Kirche in Berlin hat im Augenblick seinen Schwerpunkt in den religions-philosophischen Salons. Dies sind philosophische Gesprächskreise, auch zu literarischen, künstlerischen, religionswissenschaftlichen und theologischen Themen, in der selbstverständlichen Freiheit, ohne jede “konfessionelle Werbung”. Diese Salon-Abende sind natürlich offen für alle, die nach einer kritischen und selbstkritischen philosophischen Vertiefung ihrer Lebensfragen mit anderen zusammen suchen. Wir als  Re­mon­s­t­ran­ten halten nicht viel von einer Religion oder Kirche, die dogmatisch eng “nur unter sich bleiben will”. Lernen von “den anderen” ist für uns philosophisch und theologisch entscheidend.

Wir freuen uns, dass das Stadtmagazin TIP in Berlin am 16.11.2017 einen großen Bericht veröffentlichte über die beachtliche vielfältige “Salon-Kultur” in Berlin und … dass dabei auch der Religionsphilosophische Salon ausführlich erwähnt wurde!

Wir empfehlen, wenn man Niederländisch lesen kann,  die aktuelle, sehr ansprechende website der niederländischen Re­mon­s­t­ran­ten zu besuchen. Klicken Sie hier.

Auch die Monatszeitschrift der Re­mon­s­t­ran­ten ADREM hat ein neues Layout und bietet viele wichtige Beiträge zur Frage der Religion und der immer notwendigen Reform der Kirche. Die Re­mon­s­t­ran­ten sind bekanntermaßen eine Kirche, die zur ständigen Reform, zur Veränderung, zur Entwicklung, zur Kritik am Dogmatismus usw. bereit sind. Das neueste Projekt: In den Gemeinden explizit Menschen einladen, gemeinsam drängende Fragen des Lebens, des Sinn des Lebens, zu besprechen. 

Wir sind traurig, dass die Re­mon­s­t­ran­ten Pastorin Christiane Berkvens-Stevelinck am 23. November 2017 gestorben ist. Sie war eine prominente Theologin und spirituelle Lehrerin. Über ihre Reflexionen zur “Spiritualität eines jeden Monats” haben wir auf dieser website berichtet. Ebenso über Ihr der heutigen Mentalität angepassten “Katechismus des Mitgefühls”als Abschied von den üblichen Dogmen!  Ich habe Christiane mehrfach getroffen, auch für Interviews. Sie war auch Professorin in Nijmegen – mit einem katholischen background, also in großer ökumenischer Weite.

In der Literatur werden die Re­mon­s­t­ran­ten auch oft Arminianer genannt, bezogen auf den Initiator dieser Bewegung, den Reformator und Theologen Jacob Arminius (1560-1609 ), klicken Sie auch hier. Nebenbei: Der Beitrag über die Re­mon­s­t­ran­ten auf wikipedia ist weithin veraltet und theologisch nicht aktuell! Nicht zum empfehlen!

Der nächste religionsphilosophische Salon findet am Freitag, den 15. Dezember 2017 um 19 Uhr  in der Galerie Fantom Hektorstr. 9, statt: Unser Thema: Was ist für uns SEHNSUCHT? Solch ein Wort, viel mehr als Nostalgie, sondern auch Verlangen nach Sinn, vielleicht auch Verlangen nach Gott? Herzliche Einladung.Zugleich wird dies eine kleine “Weihnachtsfeier” sein…

Unser religionsphilosophie Salon am 23.11.2017 über die Vorstellung der Vanitas, der Vergeblichkeit von allem, vor allem unseres eigenen Lebens, hat sehr viel Interesse gefunden: Es waren 19 TeilnehmerInnen dabei. Und dies vor dem Totensonntag

Am 25. 11. 2017 hatten wir ein Gespröch über: “An welchen Gott können wir und wollen wir heute glauben”? “Glauben beginnt bei mir” ist ein Leitwort der remonstrantischen Theologie! Unser Thema passt also gut auch in diesen Zusammenhang einer modernen liberalen Theologie. Wir beziehen uns auch auf die Erinnerung an den so genannten Thesenanschlag Luthers vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517. Und wollen dabei selbstverständlich über Luther hinausgehen, in aller für Re­mon­s­t­ran­ten üblichen Freiheit.

Beim Salongespräch am 15. September 2017 um 19 Uhr in der Galerie Fantom, waren 17 TeilnehmerInnen dabei. Unser Thema: “Was tun? Über den MUT, diese schwierige Tugend in düsteren politischen Zeiten!”

Am Freitag, den 14. Juli 2017, gestalteten wir einen philosophischen Salon anläßlich des 125. Geburtstages des Philosophen Walter Benjamin (am 15.Juli)….passend in einer Galerie am Walter Benjamin-Platz in Berlin. 19 TeilnehmerInnen waren dabei. Die Auseinandersetzung mit Benjamins Werk geht weiter, einige Infos regen zum Studium und zur Diskussion an.

Ist Religion Opium? Wann ist Religion kein Opium? Das war die Frage, die uns am Freitag, den 26. Mai 2017 in der Kunst-Galerie Fantom, Hektorstr. 9 beschäftigte. Wir wollten das Wort von Karl Marx (geboren kurz vor Beginn des Kirchentages, am 5. Mai, vor 199 Jahren) interpretieren  „Religion ist Opium des Volkes“, aber auch neue Perspektiven eröffnen.

Der religionsphilosophische Salon  am Freitag, den 21.April 2017, hatte das Thema: “Postfaktische Untaten – Ein Salonabend über das Lügen und die Suche nach Wahrheit”.

Am 31.3.2017 diskutierten wir das wichtige Thema: “Glauben und Wissen. Getrennt und doch verbunden”. Wenn Sie sich in das Thema vertiefen wollen, klicken Sie hier.

Am Religionsphilosophische Salon am Freitag, den 24. Februar 2017 um 19 Uhr, beteilgten sich 14 TeilnehmerInnen. Das Thema war:“ Bei Verstand bleiben. Philosophie als Lebenshilfe in Zeiten politischer Verwirrung“.

Der philosophische Salon am Freitag, den 29. Januar 2017 hatte das Thema: “Die Heimat des Weltbürgers. Ein Versuch, dem Wahn des Nationalismus und Dogmatismus zu widerstehen“. 22 TeilnehmerInnen waren dabei. Das heißt, der Salon war wieder “ausgebucht”. Ein Zeichen, dass diese Form der Gesprächskultur Interesse findet.

Der Religionsphilosophische Salon debattierte am Freitag, den 16. Dezember 2016, um 19 Uhr, über ein Thema, das irgendwie zum Weihnachts – Fest (bzw Weihnachts–Trubel/Konsum) gehört: „Was ist mir, dir, uns heute (noch) HEILIG?“  Mit 22 TeilnehmerInnen.

Der Salon am Freitag, den 18. November 2016 fand mit 20 TeilnehmerInnen wieder ein reges Interesse. Wir sprechen über die aktuelle Bedeutung des Philosophen LEIBNIZ, anläßlich seines 300. Todestages, sprechen vor allem über seine Religionsphilosophie und über sein Interesse an der chinesischen Weisheit, vor allem des Konfuzius. Zur Lektüre eines längeren Beitrags über einige Aspekte der Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz klicken Sie hier.

Der  Salon am FREITAG, den 23. September 2016, fand bei 12 TeilnehmerInnen ein reges Interesse, die Diskussionen waren wie üblich kontrovers, und das ist gut so.  Das Thema hatte sich auf das Buch des französischen Philosophen Michel Serres bezogen: „Erfindet euch neu“ (bei Suhrkamp erschienen, 77 Seiten, 8,30 €). Dr. Hans Blersch, Mathematiker und praktischer Philosoph und etlichen Teilnehmern unseres Salons bereits bekannt, führte in das Thema ein. Die These von Michel Serres, wie sie auf dem Buch Cover „Erfindet euch neu“ mitgeteilt wird, heißt: „In der kurzen Zeitspanne, die uns von den siebziger Jahren (1970 ff.) trennt, ist ein neuer Mensch geboren worden. Er oder sie … kommuniziert nicht mehr auf die gleiche Weise, nimmt mehr dieselbe Welt wahr, lebt nicht mehr in derselben Natur“ (wie etwa Michel Serres, Jahrgang 1930!). Ist also (schon wieder ?) ein Bruch der Generationen entstanden? Ist die junge Generation (in Europa oder weltweit ?) der alten überlegen? Hat die ältere Generation die Chance, sich neu zu erfinden?

Unser Tagesausflug nach Karlshorst (am 26.8.2016) mit 12 TeilnehmerInnen war ein vielfältiges Erleben mit einer “guten Mischung” aus philosophischer Diskussion, Orgel – und Kirchenführung sowie Besichtigung des Deutsch-Russischen Museums. Besten Dank an Pfarrer Edgar Dusdal, Karlshorst, der diesen Tag für uns entscheidend gestaltet hat.

Der Religionsphilosophische Salon im JULI, Freitag, den 15. Juli 2016 in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9, fand großes Interesse unter den 19 TeilnehmerInnen.  Anläßlich der großen Ausstellung „El siglo de Oro“ (Spanien im 17. Jahrhundert und die spanischen Künstler) in der Gemäldegalerie (ab 1.7. 2016) sprachen wir über die Hintergründe (künstlerisch, philosophisch, religiös) des  „Goldenen Zeitalters“.

So kann am sich ein Bild machen über unsere Veranstatungen der letzten Monate:

Im Salonabend am 24. Juni 2016 in der Weinhandlung Sinnesfreude waren 21 TeilnehmerInnen dabei. Wir sprachen über das Thema Sattsein und Übersättigtsein und Hungern anläßlich der Neuköllner Kulturtage “48 Stunden Neukölln”.

An unserem Salon am 20. Mai 2016 über den Philosophen Emile Cioran mit dem bekannten Berliner Philosophen Dr. Jürgen Große beteiligten sich 23 TeilnehmerInnen. Auch das Thema Skepsis und Mystik wurde – im Anschluss an Ciroan – diskutiert.

Zum Salonabend über das Thema “Alle Menschen sind Grenzgänger” am 29. April 2016 kamen 18 TeilnehmerInnen.

Am Salonabend am 18. März 2016 beteiligten sich 25 Personen, etliche mussten wegen der begrenzten Anzahl der Plätze abgewiesen werden. Das Thema bewegt viele: “Für eine Philosophie der Auferstehung”.

Im religionsphilosophischen Salon am 26. Februar 2016 kamen 22 TeilnehmerInnen zusammen, wir sprachen über das Thema: “Privateigentum und Gemeinwohl”. Das große Interesse an dem Thema zeigt einmal mehr: Gespräche im Salon sind beliebt, werden gewünscht. Einige Hinweise zum Thema finden Sie hier.

Der Philosophische Salon am Freitag, den 22. Januar 2016, hatte das Thema: “Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?” 18 TeilnehmerInnen beteiligten sich an dem Gespräch. Für einen Hinweis zum Thema klicken Sie bitte hier.

Am Salonabend am 11. Dezember 2015 über “Du schöner Schein, bist du auch wahr?” (Sprichwort aus Hollywood) beteiligten sich 17 Personen, wir trafen uns in der Weinhandlung Sinnesfreude in Berlin-Neukölln. Wir sprachen über die Allmacht des Scheins, der Lüge, der diplomatischen Floskeln… und über den Verlust an Echtheit, an Wahrhaftigkeit, an “Authentizität”.

Der Salon am 27. 11. 2015 mit dem remonstrantischen Theologen Prof. em. Johan Goud aus Den Haag hat 26 TeilnehmerInnen sehr unterschiedlicher philosophischer, religiöser Herkunft zusammengeführt. Etliche Interessierte mussten wegen des Mangels an Plätzen leider abgewiesen werden. Das Thema war: Theologie und Autobiographie.  Siehe auch den Beitrag, der sich von den Vorschlägen und Fragen von Johan Goud inspirieren läßt mit dem Titel “Meine Biografie – meine Theologie”. Nochmals Dank an Prof.Goud, dass er zu uns nach Berlin gekommen ist!

Das Forum der Re­mon­s­t­ran­ten Berlin bietet  seit mehr als 6 Jahren, monatlich einmal eine Veranstaltung an, den religionsphilosophischen Salon. Wenn sich mehr Menschen aus religiösen wie nichtreligiösen Kreisen für diese aus den Niederlanden stammende freisinnige protestantische Glaubensgemeinschaft interessieren, die der liberalen theologischen Tradition verpflichtet ist, können auch weitere Treffpunkte etc. gemeinsam (!) gestaltet werden. Diese neue liberale theologische Position ist eine Chance, Spuren des Religiösen (in sich selbst) wahrzunehmen, nicht nur in der Kirche, sondern in der Kultur, dem gesellschaftlichen Zusammenleben, ohne dabei in dogmatische Zwänge zu geraten. Es geht darum, dass jeder Mensch seinen eigenen Glauben entwickelt, ausspricht, schätzt. Dabei entsteht eine Vielfalt. Diese Pluralität ist in der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche sehr willkommen. Glaube entwickelt sich im Respekt vor dem eigenen Glauben und der Auseinandersetzung mit religiösen, biblischen Texten, wenn diese denn z.B. mit dem Geist der Humanität sich versöhnen lassen. Bei vielen Menschen ist offenbar die Bindung an dogmatische Vorgaben (also Lehren aus früheren Zeiten) so stark, dass sie es nicht wagen, sich zum guten Recht zu ihrem eigenen Glaubens zu bekennen. Kant würde heute sagen: “Wage es, deinem eigenen Glauben zu vertrauen und ihn im Gespräch mit anderen (der Re­mon­s­t­ran­ten-Gemeinde) zu vertiefen”.  Gemeinden sind Gesprächsgemeinden, keine Orte der dogmatischen, klerikalen Belehrung. Das sah übrigens auch Schleiermacher so.

Wer sind die Re­mon­s­t­ran­ten?

Die Re­mon­s­t­ran­ten – eine Kirche der besonderen Art. Protestantisch und humanistisch, dogmenfrei und lernbereit von anderen Religionen. Sie hat eine lange Tradition, sie hat sich immer wieder weiterentwickelt. Sie ist eng mit der Ökumenischen Bewegung verbunden, hat aber auch gleichermaßen Interesse am Dialog mit humanistischen Gruppen.

Wir weisen aufgrund einiger Nachfragen gern darauf hin: Die freisinnige Kirche der Re­mon­s­t­ran­ten  versteht sich auch als “Asylkirche”, d.h. als Zufluchtsort für Menschen, die die dogmatischen Vorgaben und das hierarchische System ihrer angestammten Konfessionen nicht mehr aushalten und sich ihren persönlichen, individuellen  Glauben bewahren wollen sowie nach einem Refugium der Freiheit und der Selbstbestimmung auch in religiösen und ethischen Fragen suchen. Sie sind bei den Re­mon­s­t­ran­ten willkommen!  Auf diesen Charakter der “Asylkirche” hat der Allgemeine Sekretär der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche, Tom Mikkers, Utrecht, mehrfach hingewiesen. Für dieses Leitbild “Asylkirche”  sind inzwischen viele Menschen dankbar.

In den Niederlanden hat die Re­mon­s­t­ran­ten Kirche ca. 5.000 Mitglieder und “registrierte Freunde”, also Menschen, die  einer anderen Kirche (etwa der katholischen Kirche) weiterhin angehören wollen, aber gern in der freisinnig – christlichen (undogmatischen) Kirche der Re­mon­s­t­ran­ten mittun und moderne Spiritualität miterleben möchten.  Für Re­mon­s­t­ran­ten ist solche “Doppelmitgliedschaft” überhaupt kein Problem.  In Deutschland ist die Re­mon­s­t­ran­ten Kirche  seit dem 17. Jahrhundert in Friedrichstadt vertreten. In Berlin gibt es seit Januar 2010 ein “Forum der Re­mon­s­t­ran­ten”, dort versuchen wir im Geist der Re­mon­s­t­ran­ten ein freies spirituelles und religionsphilosophisches Gespräch zu fördern, die Möglichkeiten sind groß und vielfältig…

PS. Re­mon­s­t­ran­ten – das Wort leitet sich von “remonstrance” her, es meint Abwehr und Zurückweisung: Diese reformierten Christen lehnten es zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Holland ab, an einen alles vorher bestimmenden Gott zu glauben. Sie wollten als Menschen freie und selbständige Wesen sein und bleiben. Sie verzichten nicht auf das kritische Denken, wenn sie die Frage nach Gott stellen oder nach dem Sinn von Glauben und Kirche fragen. Sie nehmen sich die Freiheit, diese “Freiheit des Glaubens” nicht als ferne Utopie oder Geschenk von Autoritäten, sondern schon jetzt zu leben.

Die Re­mon­s­t­ran­ten waren 1986 die erste Kirche weltweit, die homosexuelle (Ehe-) Paare in ihren Kirchen offiziell segneten, auch Menschen, die nicht zur Re­mon­s­t­ran­ten Kirche gehören. Schon vorher war  es für Re­mon­s­t­ran­ten  selbstverständlich , dass homosexuelle Menschen in den Gemeinden willkommen sind. Iim Unterschied zu allen anderen Kirchen ist das kein “problematisches” Thema…  Insofern sind die Re­mon­s­t­ran­ten einmal mehr ein Ort der Freiheit…Deswegen wurden die Re­mon­s­t­ran­ten auch von der niederländischen Organisation COC kürzlich ausdrücklich gelobt und gewürdigt.

Wir erlauben uns den Hinweis, dass die deutschsprachige Seite von wikipedia über die Re­mon­s­t­ran­ten unserer Meinung nach die heutige theologische Überzeugung nicht beschreibt, die theologischen Hinweise dort sind allein für Historiker noch interessant und möglicherweise bedeutungsvoll. Wikipedia kommt – bei diesem Thema – als zuverlässige und umfassende, auch aktuelle Informationsquelle kaum in Frage.

Johan Goud

Für die Vielfalt, nicht nur im Glauben. Ein Interview mit dem Re­mon­s­t­ran­ten Theologen Prof. Johan Goud, Den Haag

Für die Vielfalt, nicht nur im Glauben

Ein Interview mit dem Theologen und Pastor der Re­mon­s­t­ran­ten-Kirche Prof. em. Johan Goud (Den Haag):

Die Fragen stellte Christian Modehn

Zwei Fragen beziehen sich unmittelbar auf die Theologie: Die Freiheit ist entscheidend für Re­mon­s­t­ran­ten, auch die Selbstbestimmung des einzelnen, seinen Glauben zu leben auf seine je individuelle Art. Haben deswegen die Re­mon­s­t­ran­ten de facto kein allgemein verbindliches Glaubensbekenntnis? Ebenso gilt die weitere Frage: Was hält Re­mon­s­t­ran­ten zusammen bei der akzeptierten Glaubens-Pluralität? Und warum ist Pluralität der religiösen Überzeugungen ein Vorteil?

Aber zunächst zur aktuellen politischen Situation in den Niederlanden, dort sind Parlaments-Wahlen am 15. März 2017, mit der Prognose, dass die populistische und rechtslastige Partei PVV stark wird): Was können Christen in den Niederlanden, was können Re­mon­s­t­ran­ten, jetzt tun gegen Wilders und die PVV?

Johan Goud:

Diese Frage betrifft auch den Populismus, der sich im Augenblick in der ganzen Welt Weiterlesen →

Von einem Gott, der „beinahe nicht besteht“. Zum theologischen Profil eines remonstrantischen Theologen

Ein Beitrag des holländischen Theologen und Re­mon­s­t­ran­ten Pastors Prof. em. Johan Goud, Den Haag.

Die Frage stellte Christian Modehn vom “Forum der Re­mon­s­t­ran­ten Berlin”: Es gibt in der weiten Ökumene sehr viele und sehr unterschiedliche, immer mehr auch evangelikale und pflingstlerische Kirchen. Eine kleine protestantische Kirche in Holland nennt sich „Re­mon­s­t­ran­ten“ als eine theologisch-liberale Glaubensgemeinschaft. Sie ist eine Ausnahme im weiten Feld der sich orthodox nennenden Kirchen. Wie würden Sie in Ihrer Sicht das besondere theologische Profil der Re­mon­s­t­ran­ten kurz beschreiben?

Prof. Johan Goud:

Re­mon­s­t­ran­ten lieben es, die Weiterlesen →

Joost Roselaers ist der neue „Allgemeine Sekretär“ der Re­mon­s­t­ran­ten-Kirche

Der „oberste Koordinator“ der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche nennt sich „Allgemeiner Sekretär“: Mitte November (2016) wurde der Theologe Joost Roselaers (36) auf diesen Posten gewählt. Er war vorher u.a. Pastor in Amsterdam und in London an der „Dutch Church“. Am 1. Januar 2017 beginnt seine Arbeit in der Kirchenzentrale in Utrecht.

In seiner Rede nach der Wahl sagt Joost Roselaers unter anderem: „Meine Pläne für die kommenden Jahre sind: Ich will Weiterlesen →

Die Direktorin des Humanistischen Verbandes spricht im Sonntagsgottesdienst

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, predigt die neue Direktorin des Humanistischen Verbandes der Niederlande, Christa Compas, im Sonntagsgottesdienst der protestantischen Gemeinde der Re­mon­s­t­ran­ten in Amsterdam, die Kirche heißt “de Vriburg”. “Gebt mir Brot und auch Rosen” ist das Thema. Christa Compas ist Politologin und in vielfältiger Weise auch für die Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft aktiv. Der “Humanistische Verband Hollands” ist eine bekannte Organisation, in der sich agnostische und atheistische Menschen zusammenfinden; sie haben z.B. eine eigene Universität in Utrecht. Uns freut es sehr, dass die Re­mon­s­t­ran­ten eine Weiterlesen →

Für die Schulen der Weisheit. Ein Interview mit Prof. Johan Goud, Den Haag.

Für die „Schulen der Weisheit“

Ein Interview mit dem remonstrantischen Theologen Prof. Johan Goud. Die Fragen stellte Christian Modehn

Veröffentlicht am 29.Januar 2016 in der Zeitschrift PUBLIK FORUM (Postfach 2010, 61410 Oberursel. www.publik-forum.de

Publik_Forum: In den Niederlanden ist die Entkirchlichung so weit fortgeschritten, dass es in einigen Jahren fast keine Kirchen mehr geben wird. 49 Prozent der Niederländer bezeichnen sich als unkirchlich. Bei den 18 – 35 Jährigen ist der Anteil der Christen sehr gering. Sind unkirchliche Holländer automatisch unreligiös?

Johan Goud: Sicher nicht. Schon im 17. Jahrhundert gab es „Kirche“ bei uns nur in Vielfalt. Keine konnte beanspruchen, „Religion“ und „Christlichkeit“ uneingeschränkt zu repräsentieren. Jetzt gibt es noch mehr Pluralität, religiőse Alternativen nicht-christlicher Art. Nur 24 Prozent der Niederländer zählen sich zu den Weiterlesen →

Für einen modernen Glauben im 21. Jahrhundert: Ein kurzes Plädoyer der Re­mon­s­t­ran­ten

Die neue website der Re­mon­s­t­ran­ten in Holland hat einen Text veröffentlicht, der für einen modernen Glauben im 21. Jahrhundert plädiert, zur neuen website klicken Sie hier.

Was glauben wir?

Einige Hinweise der Re­mon­s­t­ran­ten-Kirche, Holland. Sie ist als freisinnige, „liberal-theologische“ protestantische Kirche Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen Genf.

“Glauben beginnt bei dir”, heißt es immer wieder bei den Re­mon­s­t­ran­ten. Was bedeutet das genau ?

Für Re­mon­s­t­ran­ten heißt das: Wir nehmen deine Lebensweisheit und deine Ansichten uneingeschränkt ernst. Auch legen wir Wert auf eine wachsende, fortschreitende Einsicht. Man kann das auch Flexibilität nennen. Gott lässt sich nicht Weiterlesen →

Ethik ist wichtiger als Religion: Der Salon am 28. August 2015

Der nächste Religionsphilosophische Salon findet am Freitag, den 28. August 2015, um 19 Uhr, in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf statt. Das Thema: „Ethik ist wichtiger als Religion“. Dazu herzliche Einladung. Ihre Anmeldung bitte an: christian.modehn@berlin.de   Für die Raummiete bitten wir um 5 Euro. Studenten haben wie immer kostenfreien Eintritt. Zur Einstimmung ein Zitat des Dalai Lama: „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn Weiterlesen →

Re­mon­s­t­ran­ten-Gemeinden: Orte der Lebenskunst

Re­mon­s­t­ran­ten Gemeinden: Orte der Lebenskunst.

Über die Zukunft christlicher Gemeinden

Zur Zeitschrift ADREM der Re­mon­s­t­ran­ten

Von Christian Modehn

Die Re­mon­s­t­ran­ten in den Niederlanden, diese freisinnige christliche Kirche, nennt ihre Monatszeitschrift ADREM. Dieser Titel klingt lateinisch: „Zur Sache“, heißt die Übersetzung. Es geht um die „Sache“ spirituellen Lebens im Heute … auf der Basis einer vernünftigen, kritischen, „modernen“ Theologie. Aber der Titel ADREM unterstreicht auch, dass eben Weiterlesen →

“Mein Gott”: Persönliche Bekenntnisse von Re­mon­s­t­ran­ten

 

Die Re­mon­s­t­ran­ten haben dieser Tage in den Niederlanden eine umfassende Werbe-Aktion gestartet, u.a. auch mit Plakaten, die im ganzen Land, vornehmlich auf Bahnhöfen, zu sehen sind.

Gleichzeitig erschien eine kleine Broschüre, in der einige Re­mon­s­t­ran­ten kurz und bündig – und durchaus werbend – erläutern, warum sie mit dieser Kirche verbunden sind.

Diese sehr persönlichen und bewusst sehr individuellen Bekenntnisse sind ein erster Schritt, um Menschen einzuladen, über den eigenen Glauben und die eigene, persönliche Gottesbeziehung nachzudenken.

Diese weit verbreitete kleine Broschüre Weiterlesen →

Spielerisch leben, spielerisch glauben. Ein Salonabend am 27. Juni 2014

 

Am Freitag, den 27. Juni 2014, findet der nächste religionsphilosophische Salon statt zum Thema:

Spielerisch leben. Spielerisch glauben?

Perspektiven zum “homo ludens”.

Ein Thema, das nicht nur anläßlich der Fußball WM interessant und spannend sein kann.

Ort: Galerie Fantom, Hektorstr. 9, in Berlin-Wilmersdorf, um 19 Uhr. Unkostenbeitrag: 5 Euro. Um Anmeldung wird gebeten an: Christian.modehn@berlin.de

Herzlich willkommen!

Zur inhaltlichen Vorbereitung und Einstimmung empfehlen wir die Lektüre des Interviews mit Wilhelm Gräb “Von der Wunderkraft des Spielens” auf unserer 2. website www.religionsphilosophischer.salon.de

 

Größe und Grenzen der Autonomie. Sind wir noch selbstbestimmt? Ein Salonabend am 28.3. 2014

Autonomie: Ihre Größe, ihre Grenzen. Sind wir (noch) selbstbestimmt? Ein Salonabend

2. Mrz 2014 | von | Themenbereich: Termine | Edit

Zu den Bestimmungen menschlichen Daseins zählt spätestens seit Kant ganz zentral die Vorstellung, der Mensch sei in der Lage, aus sich selbst und aus seiner (und der allgemeinen) Vernunft heraus selbständig zu denken, zu handeln, zu leben. Autonomie heißt die Losung, die im Widerspruch und im Widerstand  gegen autoritäre Weisungen, also gegen Fremdbestimmungen, gedacht und gelebt werden sollte. Aber inwieweit ist derjenige, der sich selbstbestimmt, immer schon auch fremdbestimmt? Ist das Fremde als das Andere immer eine Gefährdung? Leben wir in einer Gesellschaft, die die Fremdbestimmung so verdeckt, dass die Menschen gar nicht merken, wie fremdbestimmt sie eigentlich sind. Um so sensibler sollten wir werden, wenn wir uns der Autonomie zuwenden. Sie gilt ja nicht nur für die Alltagsfragen, sondern auch für die letzten (auch im Blick auf das Lebensende) Fragen.

Ein Salonabend, der nicht nur kritisches Nachdenken befördern will, sondern durchaus lebensorientierend sein kann. So will es ja die klassische “SalonKultur”, der wir uns im Geist der Aufklärung verpflichtet fühlen.

Der Salon findet statt am Freitag, den 28. März 2014, um 19 Uhr in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9. Wir bitten wegen der begrenzten Anzahl von Plätzen um eine (hoffentlich definitive) Anmeldung. Der Beitrag für die Raummiete beträgt pro TeilneherIN 5 Euro, wobei durchaus Ermäßigungen möglich ist. Schließlich soll die Teilnahme an einem philosophisches Gespräch niemals am Geld scheitern…

Anmeldung: christian.modehn@berlin.de

Jacobus Arminius

Mennoniten und Re­mon­s­t­ran­ten arbeiten seit 400 Jahren zusammen

Mennoniten und Re­mon­s­t­ran­ten arbeiten seit 400 Jahren zusammen

In Holland gibt es seit 400 Jahren schon eine enge ökumenische Freundschaft und Zusammenarbeit: Die Mennoniten, in den Niederlanden “Doopsgezinde”, also auf (Wieder) Taufe bezogene Christen, genannt und die Re­mon­s­t­ran­ten, die in Holland offiziell “remonstrantische Bruderschaft” heißen, arbeiten heute auf der Ebene von Gemeinden zusammen, etwa in Dokkum, Amersfoort, Hilversum, Leiden, Meppel, Nijmegen, Hoorn.

Schon in den Jahren des Entstehens beider Kirchen, also im 17. Jahrhundert, war man sich in vielen theologischen Fragen einig, etwa in der Ablehnung einer rigiden Gnadenlehre (nach Calvin), in der Hochschätzung von Weiterlesen →

Weltrat der Kirchen in Busan, Korea: Re­mon­s­t­ran­ten sind dabei

An der  10. Vollversammlung des Weltrates der Kirchen (Genf)  in Busan (Süd – Korea) vom 30. Oktober bis 8. November 2013 nehmen auch zwei Theologinnen der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche teil: Greteke de Vries  (Gemeinde Naarden – Bussum) und Christiane Berkvens (Prof. em. der Uni Nijmegen, jetzt Rotterdam), die unseren LeserInnen ja bekannt ist durch ihre Publikationen..Uns freut es ganz besonders, dass dadurch  auch die freisinnige christliche Kirche mit einer modernen, liberalen Theologie auf der großen Versammlung präsent ist. Der Weltrat der Kirchen ist ja bekanntlich sehr  stark geprägt ist von pfingstlerischen, evangelikalen (wenn nicht fundamentalistischen) und orthodoxen Kirchen und Theologien. Freisinnige Christen sind eine kleine Minderheit, aber es gibt sie noch…

Beide Theologinnen werden während der Ökumene Versammlung blogs schreiben, auf der website   www.remonstranten.org

Remonstrantische Theologie ist notwendig

„Remonstrantische Theologie ist notwendig“

 

Ein Symposion an der “Vrije Universiteit” von Amsterdam am 16. Oktober 2013

 

 

Das Seminar, also die spezielle Ausbildungsstätte der PastorInnen der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche, befindet sich nun in Amsterdam, in unmittelbarer Verbundenheit mit der „Vrije Universiteit“.

 

Neue Mitarbeiterin des Seminars ist die Theologin Dr. Christa Anbeek.

 

 

Zur Präsentation aktueller Themen remonstrantischer Theologie findet am 16. Oktober in Amsterdam eine Reihe von (Kurz – ) Vorträgen und Diskussionen statt:

 

 

Prof. em. Christiane Berkvens – Stevelinck, den Lesern des Re­mon­s­t­ran­ten Forums Berlin bereits bekannt,  hält den Eröffnungsvortrag.

 

Über die Geschichte des Re­mon­s­t­ran­ten Seminars spricht Dr. Tjaard Barnard, der Rektor.

 

Danach äußert sich Bert Dicou, Pastor und Chefredakteur der Monatszeitschrift ADREM.

 

Auch Prof. Peter Nissen von der Radbout Universität (Fach: spiritualitätsstudien) ist dabei, er spricht über “Kirchenveränderungen“. Peter Nissen ist als katholischer Theologe „Freund der Re­mon­s­t­ran­ten“.

 

Zum Schluss ergreift Prof. Christa Anbeek ausführlich das Wort, Titel ihrer „Oratie“: „Überliefert an die Heiden. Wie Theologie das 21. Jahrhundert überleben kann“. Christa Anbeek hat den Lehrstuhl für remonstrantische Theologie inne. Sie hat zahlreiche Bücher publiziert und war borher in verschiedenen Hochschulen tätig.

 

 

Aanmelding vóór  9 oktober bij het Landelijk Bureau Re­mon­s­t­ran­ten,

 

info@remonstranten.org of T 030 231 6970.

 

Theologie muss öffentlich sein: Die “Nacht der Theologie” in Holland

Von Tom Mikkers, Sekr. der Re­mon­s­t­ran­ten, Utrecht NL

Wie schön ist es  zu hören, dass es nun in Berlin eine “kleine theologische Sommerschule” am 20.Juli 2013 gab.  Ich möchte gern von zwei Erfahrungen der letzten Wochen berichten:

Denn auch für eine Gruppe remonstrantischer Theologen stand der Monat Juni im Zeichen von „Theologie und Sommer“.

Zuerst gab es eine Teilnahme Weiterlesen →

Theologische Sommerschule am 20. Juli 2013

 

Am Samstag, den 20.Juli, starten wir die Erste Theologische Sommerschule mit dem Berliner Theologen Prof. Wilhelm Gräb, Humboldt Universität. Genauere inhaltliche Informationen folgen. Es geht um die Diskussion einiger grundlegender Themen der liberal – theologischen Orientierung. Wir beginnen und 14 Uhr, Ende gegen 18 Uhr in der Galerie FANTOM, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf. Als Beitrag denken wir an 10 Euro.

Zum ersten Mal gibt es nun auch für “theologische Laien”, die es in der liberal – theologischen Tradition eigentlich nicht gibt, die Chance, sich näher vertraut zu machen mit einer Lebenshaltung bzw. Theologie, die die Moderne voll respektiert, die das eigene Denken, die eigene religiöse Erfahrung hochschätzt und Gemeinde als Form des “geselligen Miteinanders unterschiedlicher religiöser Menschen” (Schleiermacher) begreift.

Diese Veranstaltung geschieht in Zusammenarbeit dem Religionsphilosophischen – Salon Berlin.     www.religionsphilosophischer-salon.de

Wer sich ein Bild machen möchte über die Aktualität liberal – theologischen Denkens heute, den/die verweisen wir gern auf unsere website www.religionsphilosophischer-salon.de dort die Kategorie “Fundamental vernünftig”: Dabei handelt es sich um Interviews mit Wilhelm Gräb sowie natürlich auf die Beiträge dieser website!

Eine Anmeldung ist Bedingung und erforderlich an: christian.modehn@berlin.de, dann werden weitere Infos zur Vorbereitung zugesandt

Toleranz

Re­mon­s­t­ran­ten haben ihren “Tag der Beratung” (Beraadsdag) am 9. März 2013 in Amsterdam

Die Re­mon­s­t­ran­ten gestalten in jedem Jahr einen “beraadsdag”, einen Tag der Beratung und Aussprache; in diesem Jahr findet er am 9. März 2013 in Amsterdam im der Moses – und Aaron Kirche am Waterlooplein statt. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen steht diesmal die Toleranz, eine Haltung, die seit der Gründung der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche zu Beginn des 17. Jahrhunderts zum Kernpunkt der Theologie und Spiritualität geworden ist. Was heißt aber Toleranz heute in einer Welt, die offenbar keinen Respekt vor der Verschiedenheit und so wenig Sinn für den Frieden hat, zumal in der Welt der Religionen immer mehr Intoleranz, immer mehr Fundamentalismus, immer mehr Machtbesessenheit zu vermerken sind.

Toleranz bedeutet heute wohl auch Intoleranz gegenüber den Intoleranten. Wobei Toleranz ja nur die schwächste Ebene des menschlichen Miteinanders ist, wichtiger sind Fairness und vor allem Respekt und Geichberechtigung….

Wir bieten hier in niederländischer Sprache das Programm des “Beraadsdag” in Amsterdam am 9. März 2013:

KOM NAAR DE REMONSTRANTSE BERAADSDAG 2013

VERDRAAGZAAMHEID … in the global village

zaterdag 9 maart 2013 van 10.30 tot 16.15 uur

Mozeshuis/ Mozes en Aäronkerk in Amsterdam

met o.a. James Kennedy, Marcel Poorthuis, Sharda Nandram

 

Re­mon­s­t­ran­ten en verdraagzaamheid

Sinds het ontstaan van de Remonstrantse Broederschap is verdraagzaamheid een belangrijke waarde voor remonstranten. Al werden er door de eeuwen heen wel verschillende accenten gelegd. Hoe geven we verdraagzaamheid vorm in de 21ste  eeuw? Wie zich met die vraag wil bezig houden is van harte welkom.

21ste eeuw

Mobiliteit en communicatie zijn voor een deel van de wereldbevolking aanmerkelijk verbeterd. Maar zijn we hierdoor ook verdraagzamer geworden? Wat valt er over verdraagzaamheid te zeggen in een wereld die alsmaar kleiner wordt? Worden we door alle mogelijkheden om met elkaar in verbinding te staan klein van geest of groot van hart? Wat is de remonstrantse inbreng aan de discussie over Islam en populisme? Waardoor laten we ons inspireren als we proberen om verdraagzaam te zijn? Tijdens deze beraadsdag gaan we in op de betekenis van verdraagzaamheid in een  moderne samenleving waar kerk en religie niet meer vanzelfsprekend zijn maar waar nog altijd  – gegeven al die verschillende mensen –geenszins sprake is van een seculiere monocultuur. Verdraagzaam zijn in het werelddorp, kan dat eigenlijk wel?

Ter voorbereiding

Het boekje Islam, populisme en kerkelijke respons van dr. Antje van der Hoek e.a. ( zie webwinkel op website remonstranten) is zeer geschikt als voorbereidende lectuur voor de remonstrantse Beraadsdag 2013,  waar het thema verder uitgewerkt wordt met lezingen en workshops.

Over de locatie

Het Mozeshuis in Amsterdam is in 2012 uitgeroepen tot ‘ambassade van de verdraagzaamheid’. De ambassade van de verdraagzaamheid leek volgens de organisatie van de remonstrantse beraadsdag bij uitstek de plaats waar remonstranten zich kunnen bezinnen op dit onderwerp.

‘Paspoort Europa’

De Remonstrantse Beraadsdag wordt dit jaar georganiseerd in samenwerking met de International Association for Religious Freedom (IARF) en de remonstrantse Taakgroep Europese Contacten. Het deelprogramma ‘paspoort Europa’ wordt door deze twee groepen georganiseerd.

HET PROGRAMMA

10.00 uur  ontvangst en inschrijving

10.30 uur  liturgische opening door Christa Anbeek – docent remonstrants Seminarium

10.45 uur  James Kennedy over verdraagzaamheid , met reactie van Marcel Poorthuis

James Kennedy is hoogleraar Nederlandse Geschiedenis sinds de Middeleeuwen aan de Universiteit van Amsterdam. Hij groeide op in de Verenigde Staten en is vanaf 2003 werkzaam in Nederland.

Marcel Poorthuis is in 2010  benoemd tot hoogleraar aan de Faculteit Katholieke Theologie met als leeropdracht de dialoog tussen godsdiensten.

 

11.45  – 12.00 uur koffie + op weg naar de workshops

12.00 –  13.00 uur workshopronde 1

Paspoort Europa – deel 1, De Remonstrantse Beraadsdag 2013 wordt dit jaar georganiseerd in samenwerking met de International Association for Religious Freedom (IARF) en de remonstrantse Taakgroep Europese Contacten. Tijdens de dag verzorgen zij een speciaal programma met workshops: ’Paspoort Europa?’

 

 

–          Verdragen en kwetsbaarheid met  Christa Anbeek, docent aan het Remonstrants Seminarium.

Christa Anbeek schreef ondermeer ‘Overlevingskunst – leven met de dood van een dierbare’, dat vorig jaar verscheen. Daarin onderzoekt Anbeek wat filosofie, godsdienst en psychologie aan troost te bieden hebben. In het voorjaar van 2013 verschijnt haar nieuwe boek ‘De berg van de ziel’ waarin ze verder ingaat op het thema ‘kwetsbaar leven’.

–          Aan de slag om de hoek met Arie Nico Verheul.

Hoe kom je in contact met andersgelovigen en hoe voer je een zinvol interreligieus gesprek?  Wat breng je ter sprake? Hoe kun je in je plaatselijke gemeente werken aan interreligieuze dialoog?  Remonstrants predikant Arie Nico Verheul heeft hier ervaring mee.

–          Over Friedrichstadt en remonstrantse verdraagzaamheid met Severien Bouman.

In de zeventiende eeuw stichtten remonstranten het stadje Friedrichstadt in Sleeswijk-Holstein. Het is de enige remonstrantse gemeente buiten Nederland. Wat leert het zeventiende-eeuwse experiment van Friedrichtstadt ons nu over verdraagzaamheid? Severien Bouman is remonstrants predikant in Friedrichstadt.

–          The global village van de apostel Paulus. Leerhuis met Carolien Sieverink, student aan het remonstrants Seminarium.

Haar afstudeerscriptie gaat over de rol van vrouwen in de gemeente in de theologie van Paulus. Hoe ruimdenkend was Paulus eigenlijk? Hoe groot of hoe klein was zijn global villlage?

–          Van Harem tot Fitna met Marcel Poorthuis. De beeldvorming over de Islam in Nederland is aan verandering onderhevig. Marcel Poorthuis schreef hier een standaardwerk over ‘Van Harem tot Fitna’. Op deze beraadsdag zet hij de hoofdlijnen van dit boek uiteen.

13.00 – 14.00 uur   LUNCH

 

 

14.00 – 15.00 uur workshopronde 2

–          A Common word met Antje van der Hoek en Marcel Poorthuis.

Antje van der Hoek geeft in het boekje dat verschenen is ter voorbereiding op de beraadsdag ( zie onder) de discussie weer binnen kerken in Duitsland en Nederland  over de verhouding tussen moslims en christenen. Zij gaat met name in op de handreiking van de Evangelisch Lutherse Kerk in Duitsland ‘Klarheit und gute Nachbarschaft. Christen und Muslime in Deutschland’ (2006) en op de verklaring van 138 moslimgeleerden ‘A Common Word’ (2007). Deze laatste tekst heeft ook bij kerken in Nederland reacties losgemaakt.  Antje van der Hoek legt aan het einde van haar bijdrage de indringende vraag op tafel welk vrijzinnig alternatief er kan worden geboden voor anti-islamitische sentimenten in de samenleving en geeft een eerste aanzet voor de beantwoording ervan. Hoe kunnen de remonstranten aansluiten bij het document ‘A common word’? Zij gaat hierover in gesprek met Marcel Poorthuis.

Antje van der Hoek, ‘Islam, Populisme en kerkelijke respons. Vrijzinnigen aan het woord’. Eigen uitgave van de remonstranten in het kader van het jaarthema ‘Verdraagzaamheid in the global village’ . 96 pagina’s. Prijs: € 7,- excl. porto ( bij 5 exemplaren voor € 5,- per stuk). ISBN 978 90 811949 0 7 – bestellen via info@remonstranten.org

–           Paspoort Europa – vervolg

De remonstrantse Beraadsdag 2013 wordt dit jaar georganiseerd in samenwerking met de International Association for Religious Freedom (IARF) en de remonstrantse Taakgroep Europese Contacten. Tijdens de dag verzorgen zij een speciaal programma met workshops:” “Paspoort Europa?”

–          Bidden we voor dezelfde God?  Predikant en islamoloog Jan Slomp was kritisch over de nota van de PKN over de Islam uit 2010. In deze nota ging het ook om de vraag of moslims en christenen samen kunnen bidden. In deze workshop gaat Jan Slomp in op de vraag of we voor dezelfde God bidden.

–          Verdraagzaamheid bij de Re­mon­s­t­ran­ten met Tjaard Barnard. Tjaard Barnard gaat in op de verschillende wijzen waarop remonstranten in de afgelopen vier eeuwen verdraagzaamheid aan de orde stelden. Tjaard Barnard is remonstrants predikant in Rotterdam en rector van het remonstrants Seminarium.

15.00 – 15.15 uur theepauze

 

15.15 – 16.00 uur Afronding van de dag onder leiding van Sharda Nandram

Sharda Nandram is sociaal psycholoog en werkt als associate professor aan Nyenrode Business University op het terrein van spirituele innovatie en werkt als lector bij de Hoge School Arnhem/ Nijmegen

16.15 uur liturgische afsluiting onder leiding van Tjaard Barnard

 

 

Politiker predigen im Sonntagsgottesdienst: Ein Interview mit Pastor Joost Röselaers, Amsterdam

Interview mit Joost Röselaers, Re­mon­s­t­ran­ten – Pastor in der Gemeinde Vrijburg, Amsterdam

In der Vriburg – Gemeinde in Amsterdam finden seit einigen Monaten regelmäßig Gottesdienste statt, in denen Politiker die Predigt halten. Es handelt sich dabei um die üblichen Gottesdienste am Sonntagvormittag um 10.30 Uhr.

In einem Interview mit Christian Modehn erläutert Pastor Joost Röselaers Weiterlesen →

Marius van Leeuwen

Re­mon­s­t­ran­ten – “klein, aber fein”: Aus einem Interview mit Prof. Marius van Leeuwen

Re­mon­s­t­ran­ten – „klein, aber fein“

Aus einem Interview mit Prof. Marius van Leeuwen

Von Christian Modehn

Die Juli Ausgabe (2012) der Monatszeitschrift der Re­mon­s­t­ran­ten ADREM (Utrecht) ist ein Heft, das der Theologe Marius van Leeuwen redaktionell betreut hat. Von 1993 bis zum Sommer 2012 ( Zeitpunkt seiner Emeritierung) leitete Weiterlesen →

Huub Oosterhuis inspiriert: Der “Beraadsdag” der Re­mon­s­t­ran­ten in Amsterdam

Huub Oosterhuis inspiriert: Das jährliche Treffen der Re­mon­s­t­ran­ten. Diesmal in Amsterdam

Von Christian Modehn

Die Re­mon­s­t­ran­ten halten einmal im Jahr einen so genannten „Beraadsdag“, frei übersetzt: einen „Tag der Gespräche und Diskussionen“. Von den 5.000 Mitgliedern dieser freisinnigen Kirche waren am 10. März 2012  200 dabei: Sie trafen sich im neuen Zentrum der Studentenekklesia in Amsterdam, der ökumenischen Gemeinde, die von dem Theologen und Dichter Huub Oosterhuis 1970 ins Leben gerufen wurde. Nach mehreren Umzügen hat diese Gemeinde seit einem Jahr ein neues Zuhause gefunden in einem prächtigen Gebäude an der Da Costakade.

Die Re­mon­s­t­ran­ten hatten Huub Oosterhuis gebeten, den ersten Vortrag beim „beraadsdag“ zu halten. Er sprach – dem Motto des Treffens entsprechend –über das Reich Gottes, jenes universale Symbol einer friedlichen und gerechten Welt; es ist DIE zentrale Zusage der biblischen Botschaft für die Menschen. Huub Oosterhuis legte allen Nachdruck darauf, dass das Reich Gottes mehr ist als ein schöner Traum. Reich Gottes sollte nicht in eine spirituelle Innenwelt eingeschlossen sein. Es wird vielmehr von den Menschen hier und jetzt „gebaut“, wann immer sie sich für Gerechtigkeit und gegen die Ausgrenzung der Armen einsetzen. Im Tun des Guten werde das Reich Gottes geschaffen.

Huub Oosterhuis unterstrich den aktiven Einsatz der Menschen für das Reich Gottes. Damit entsprach er durchaus den theologischen Vorstellungen der Re­mon­s­t­ran­ten, die sich seit Beginn ihrer Geschichte im 17. Jahrhundert gerade von einer abstrakten Gnadenlehre absetzen, die behauptet, der Mensch selbst könne nichts Gutes tun für sein Heil und seine Erlösung.

Es gab beim Beraadsdag mehrere Workshops. IKON berichtet, dass ein Gesprächskreis sich auch mit der 400 jährigen Geschichte der Re­mon­s­t­ran­ten befasste. Tjaard Barnard zeigte, dass es in der Geschichte der Re­mon­s­t­ran­ten oft Akzentverschiebungen gab, einmal mehr zu orthodoxen , dann viel mehr zu freisinnigen theologischen Ansätzen. Beachtlich bleibt – in unserer Sicht- , dass sich die Re­mon­s­t­ran­ten wie kaum eine andere Kirche er Philosophie der Aufklärung und auch dem Modernismus wohlwollend und lernbereit stellten. “Seit den 1960 Jahren ist einem orthodoxen (calvinistischen) Glauben bei den Re­mon­s­t­ran­ten nichts mehr übrig geblieben, die Re­mon­s­t­ran­ten präsentieren sich als freisinnig” (IKON).  In der weiten christlichen Ökumene  das darf man ohne Übertreibung sagen – eine recht seltene Erscheinung! Schön, dass es diese Kirche gibt.

Re­mon­s­t­ran­ten sind – in unserer Sicht – eine Art Avantgarde! Viele große Kirchen haben nie die Aufklärung und den Modernismus anerkannt und rezipiert, etwa die römische Kirche oder die Orthodoxen Kirchen Griechenlands, Rußlands usw.  Das Ausbleiben mit diesen modernen Denkrichtungen ist in diesen Kirchen machtvoll zu spüren, bis heute.

Die Toleranz wurde von Re­mon­s­t­ran­ten während ihrer ganzen Geschichte immer als hoher Wert verteidigt. Beachtlich bleibt, dass die Re­mon­s­t­ran­ten Kirche heute eine freisinnige Kirche ist, in der jedes Mitglied selbstverständlich sein individuelles Glaubensbekenntnis formuliert. Das wird beim Eintritt in die Kirche  respektiert. Beachtlich ist weiter, dass es kein allgemein bindendes Glaubensbekenntnis für alle Mitglieder gibt. Auf diese Weise wird die individuelle spirituelle Entwicklung eines jeden Menschen respektiert. Ein interessanter Versuch, Menschen mit ausdrücklich unterschiedlicher Glaubenshaltung in einer Kirche zusammenzuführen. Das hat sich in Deutschland – und weltweit – leider noch nicht so herumgesprochen. Aber freisinnige Kirchen haben es Zeiten  flammender Religiosität und lautstarker Bekenntnisse und Dogmen und moralischer Vorschriften ohnehin nicht so ganz leicht…

copyright: christian modehn, berlin.

 

 

Neuer “holländischer Katechismus”

Vielleicht hat Gott heute “neue Kleider” an…     Ein neuer freisinniger protestantischer – und allgemein christlicher -Katechismus

Eine Einladung, selber zu denken und den eigenen Glauben zu entwickeln

Alle 150 Abgeordneten des Niederländischen Parlaments (Tweede Kamer) erhalten dieser Tage einen Katechismus geschenkt. Ungewöhnlich, in einem säkularisierten Land wie Holland. Dabei handelt es sich nicht um den Versuch, klerikale Machtansprüche in der Politik durchzusetzen, das liegt den Autoren des ungewöhnlichen Katechismus auch völlig fern. Denn sie treten als “freisinnige, liberale Christen” entschieden für die Trennung von Kirche und Staat ein. Aber ihnen liegt daran, mit allen Menschen, auch mit Politikern, in einen partnerschaftlichen Dialog einzutreten, nicht über Dogmen, wohl aber auch ethische Orientierungs – Vorschläge!

Es ist schon komisch: Ausgerechnet in Holland erscheint dieser Tage ein neuer Katechismus. Ist das Wort „Katechismus“ nicht völlig out, völlig verbraucht, gerade in den Niederlanden, wo nur noch etwa 35 Prozent der Bevölkerung Mitglieder einer christlichen Kirche sind und die wenigsten Menschen von dogmatischen Lehren unterwiesen werden wollen? In dieser Situation muss man schon etwas Außergewöhnliches vorweisen: Der neue holländische Katechismus konnte entstehen, weil die vier freisinnigen christlichen Kirchen Hollands angesichts des zunehmenden Einflusses konservativer und reaktionärer Kirchen deutlich ihre eigene Stimme erheben, die Stimme der Freiheit, die dem Nachdenken allen Raum lässt und eben keine fertigen „ewigen“ Wahrheiten präsentiert. Es sind keine Leitungsgremien, keine Bischöfe und keine Päpste, die diesen Katechismus verfasst haben, sondern zwei Pfarrer, die im ständigen Austausch mit der Kultur der Gegenwart stehen: Christiane Berckvens – Stevelinck, Theologin der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche, und Ad Ablass, Theologe der freisinnigen Strömung innerhalb der Protestantischen Kirche (PKN) legen ein Buch vor, das in 12 Kapiteln Grundworte der menschlichen Kultur erläutert, Grundworte, die ihre Wurzeln in den biblischen Traditionen haben. Am Anfang steht die „Compassie“, das Mitleid, am Ende die dem Mitgefühl und der Empathie verwandte Liebe. Andere Themen sind Gleichheit, Verbundenheit, Versöhnung, Gerechtigkeit, Friede, Wahrheit, Freiheit, Berufung, Glaube und Gott. Das neue Buch nennt sich ausdrücklich „Katechismus des Mitleids“, ein zweifellos ungewöhnlicher, wenn nicht gar provozierender Titel. Aber er deutet das Ziel an: Die LeserInnen werden eingeladen, angesichts der humanen, ökologischen und politischen Katastrophen der Gegenwart das Mitleiden zu entwickeln, nicht nur als spirituelle Haltung, sondern vor allem als aufgeklärtes Handeln zugunsten der Leidenden. Aber dieser Appell zum Handeln ist nicht dick aufgetragen, vielmehr bieten die einzelnen Kapitel Informationen und meditative Impulse zu diesen Grundworten humaner Existenz. So ist ein Buch entstanden, das sich wohl am besten in einer eher „meditativen und behutsamen Lektüre“ erschließt. Nebenbei: Das Buch verdankt wesentliche Anregungen der britischen Philosophin und ehemaligen katholischen Nonne Karen Armstrong, die sich ausdrücklich für eine „Charta des Mitgefühls“ einsetzt. So gehört dieses Buch zu dem weltweit entstehenden Netwerk „Compassion“! Alle Kapitel des Katechismus werden „eingeleitet“ mit schönen Nachdrucken von Gemälden, Chagall ist genauso vertreten wie Rembrandt, Claudio Taddei genauso wie Caravaggio oder Ferdinand Hodler. Die eigens für das Buch gefertigten Gemälde der Künstlerin Brigida Almeida aus Utrecht beschließen jedes Kapitel. Im Text werden die Leser mit einer Fülle an Informationen aus der Literatur, dem Film, dem Theater konfrontiert, Informationen, die gleichermaßen die Schwierigkeiten wie die Chancen einer Lebenshaltung vorstellen, die sich von den 12 „Katechismus – Grundworten“ inspirieren lassen will, biblische Perspektiven sind jeweils ein Kapitel unter den anderen. Das ist der typische freisinnige Geist, dass keinem „Bibel – Fanatismus“ gehuldigt wird, sondern spirituelle Inspirationen auch im „weiten Feld“ der Religionen und Kulturen präsentiert werden. Sympathisch werden es Berliner finden, dass zum Thema Freiheit schon im Titel auf den berühmten Ausspruch John F. Kennedys verwiesen wird: „Ich bin ein Berliner“, ein Ausspruch, der heute als Bekenntnis gegen alle Formen des Totalitarismus verstanden wird. Äußerst sympathisch ist auch, dass das Kapitel über die Liebe mit einem Bild von Julius Schnorr von Carolsfeld eröffnet wird, das die beiden Liebhaber David und Jonathan zeigt., sicher ist auch die Entscheidung für dieses Bild typisch für Freisinnige in Holland: Die Re­mon­s­t­ran­ten waren ja die erste Kirche weltweit, die schon 1986 homosexuelle Paare –gleich welcher Konfession- in ihren Kirchen segnete. Sympathisch ist auch, dass der ungewöhnliche, progressive katholische Theologe Karl Rahner als Verteidiger der Mystik erwähnt wird.

Dies ist wohl der entscheidende Eindruck: Dieser auch vom Layout so schöne und freundliche Katechismus der freisinnigen Christen plädiert für die Mystik, sicher für eine moderne, eine durch die Aufklärung „hindurchgegangene” Mystik: Aber doch wird aller Nachdruck gelegt auf das innere Erleben des Göttlichen, das sich im Handeln ausdrückt. In der Mystik sehen die Autoren ohnehin die Zukunft des Religiösen. Interessant könnte es sein, wie sich die freisinnigen Kirchen selbst zu Orten (multi-religiöser) Mystik entwickeln. Vielleicht ist diese Mystik das neue Profil der Freisinnigen und ihrer Gemeinden? Vielleicht können sie mit diesem Profil weitere undogmatische, aber mystisch Interessierte einladen? Die niederländischen Autoren sind jedenfalls überzeugt: Gott ist nicht tot, er zeigt heute nur neue, ungewöhnliche „Gesichter“. Er hat vielleicht neue Kleider angelegt, wie die Autoren schreiben.

“Catechismus van de compassie”. Erschienen im Verlag Skandalon, in Vught, Holland. ISBN 978-90-76564-94-4.compas

Alte religiöse Lieder mit neuen Texten

„Licht“ – alte religiöse Lieder mit neuen Texten

Die Zeit der frommen Floskeln ist vorbei

Von Christian Modehn

Die in den Niederlanden hoch geschätzte Dichterin, Autorin und Übersetzerin Coot van Doesburgh hat sich auf Einladung der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche auf ein nicht nur für Holland wegweisendes Projekt eingelassen: Sie hat zu alten, auch vertrauten religiösen Liedern („Kirchenliedern“)  neue, zeitgemäße und poetische TexteWeiterlesen →

Muslim predigt in Re­mon­s­t­ran­ten Kirche

„Es gibt auch die Freiheit, NICHT zu glauben“

Muslim predigt in Re­mon­s­t­ran­ten Kirche in Amsterdam

„Gott hat uns geschaffen als Menschen, nicht als Gläubige. Ohne den freien Willen gibt es keinen Glauben“. Mit diesen Worten eröffnete der im ganzen Land bekannte Politiker marokkanischer Herkunft, Ahmed Marcouch (als Sozialdemokrat Mitglied im niederländischen Parlament (Zweite Kammer)  am Sonntag, 14. November 2010, seine Predigt; er hielt sie in der Kirche der Amsterdamer Re­mon­s­t­ran­ten, in der „Vrijburg“. Er sagte weiter: „Ohne den freien Willen gibt es keinen Glauben. Glaube entsteht aus einem freien Willen, aus einer bewussten Wahl. Wenn das nicht der Fall ist, dann handelt es sich um einen Automatismus, um eine sklavische Reaktion. Weil nun Glauben aus dem freien Willen entsteht, bedeutet das auch, dass Menschen wählen können, gerade NICHT zu glauben“.

Etwa 200 Menschen nahmen an diesem Gottesdienst teil, zu dem der Pfarrer, Joost Röselaers, eingeladen hatte. Dies war übrigens der reguläre Sonntagsgottesdienst der Re­mon­s­t­ran­ten um 10.30,  es war keine Sonderveranstaltung. Dagegen gab es einige kritische, protestierende Stimmen aus konservativen Kreisen. So ist es, von Deutschland aus gesehen, ein Zeichen für den Mut der Re­mon­s­t­ran­ten, neue Formen des Miteinanders zu suchen über alle dogmatischen Grenzen hinweg. Der Dialog gehört in den Mittelpunkt der Gemeinde!  „Unsere Gemeinde war einstimmig für diesen Gottesdienst, darauf kann man stolz sein“, sagt Joost Röselaers.  Am Schluss des Gottesdienstes beteten der Pfarrer und der Muslim gemeinsam das Vater Unser. „Der Unterschied zwischen freisinnigen Christen und freisinnigen Muslims scheint kleiner zu sein als der Unterschied zwischen freisinnigen Christen und orthodoxen, konservativen Christen.“ Weil es für liberale, freisinnige Muslims kaum Räume und Häuser gibt,  hat Pfarrer Röselaers die freisinnigen, liberalen Muslims eingeladen, freitags die Kirche Vrijburg für das Freitagsgebet zu nutzen. Ein schönes Zeichen der Gastfreundschaft, ein Zeichen dafür, dass Menschlichkeit mehr zählt als Dogma…

Marcouch, 51 Jahre alt, ist Niederländer marokkanischer Herkunft. Er wurde 2006 Bezirksbürgermeister von Slotervaart, einem sogen. Problembezirk. Dort wandte er sich gegen die zunehmende Kriminalität auch von Jugendlichen marokkanischer Herkunft. Er hat sich als Muslim ausdrücklich für die Rechte der Homosexuellen eingesetzt und auch die Gay Pride in Amsterdam ausdrücklich gefördert. Von konservativen muslimischen Kreisen wurde er als muslimischer Scharlatan abgekanzelt, weil er „nicht richtig“ glaube…

Gerrit Jan Heering

1933: Protest gegen die Entwicklungen in Deutschland

Kritisch schon 1933

„Es gibt um 1930 eine stets kritische Dimension in der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche. Der Universitätsprofessor G.J. Heering (1879 – 1956)  war z.B. ein heftiger Verfechter  des Antimilitarismus. Die Re­mon­s­t­ran­ten waren die einzige Kirche in den Niederlanden, die 1933 ausdrücklich warnten vor den Entwicklungen in Deutschland. Sie protestierten gegen das Unrecht, das den Juden, den Pazifisten und Sozialisten angetan wurde. Heering hatte als „Mann mit Autorität“ eine wichtige Stimme“.

Ein Zitat aus dem Buch „58 Milljonen Nederlanders en hun Kerken“, erschienen in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender NOS, Verlag Amsterdam Boek, 1979. 127 Seiten. Dort wird auf Seite 103 auch über das Verhalten der Re­mon­s­t­ran­ten nach dem Jahr 1933 berichtet

Wieviel Denken braucht der Mensch?

Zum Welttag der Philosophie – ein weltweites Projekt der UNESCO –

Wie viel Denken braucht der Mensch?

Eine Veranstaltung im AFRIKA – HAUS Bochumer Str. 25

in Berlin – Tiergarten

am Donnerstag, 18. November 2010, Beginn um 19 Uhr.

– Berliner philosophische Gruppen stellen sich vor: „Zwischen Disput und Lebenshilfe“

–       Was ist Philosophische Praxis? Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis (IGPP), vertreten durch Prof. Petra von Morstein

–       Die Kunst, gemeinsam richtig zu philosophieren. Gesellschaft für Sokratisches Philosophieren (GSP) zum Sokratisches Gespräch, vertreten durch Dr. Dieter Krohn

–       Philosophie im Café. Initiativen in Moabit und Zehlendorf, vertreten durch Roger Künkel und Roger Wisniewski

–        Warum Spiritualität kritisches Denken braucht, Philos. Salon in

Schöneberg, vertreten durch Christian Modehn

– Podiumsdiskussion: Philosophie in Aktion – Philosophie als Aktion?

– Intermezzo, Speisen und Getränke

– Gespräch und Diskussion mit den TeilnehmerInnen

– Ende gegen 21. 15, möglicherweise Fortsetzung der Gespräche in kleinerem Kreis.

Das AFRIKA HAUS

Bochumer Straße 25 in

10555 Berlin – Tiergarten ist über den U Bahnhof Turmstr., Ausgang Alt-Moabit,  gut zu erreichen.

Ab 18.30 ist das Afrika Haus geöffnet.

Der Eintritt ist frei.

V.I.S.P.: Christian Modehn und Roger Wisniewski

Philosophisches Gespräch am 24. 9. 2010 ab 19 Uhr.

Am Freitag, 24. September 2010, findet der nächste philosophische Salon statt, zu Gast ist: Dr. Thomas Polednitschek, Philosophischer Praktiker in Münster, zu einem Gespräch über Möglichkeiten philosophischer Praxis und Beratung. Das Thema führt in die Kernfrage philosophischer Lebenshilfe wie überhaupt in die der Bedeutung des Philosophierens im Alltag. Beginn um 19 Uhr, man kann gern schon ab 18.30 kommen: ins schöne neue “Café Gaumengut”  in Berlin – Schöneberg, Ende der Veranstaltung gegen 21 Uhr. Anmeldungen erforderlich, da die Anzahl der Plätze begrenzt is: christian.modehn@berlin.de

Peter Nissen, katholischer Theologieprofessor, wird “Freund der Re­mon­s­t­ran­ten”

Peter Nissen, Katholik und Professor für Kirchengeschichte, wird Freund der Re­mon­s­t­ran­ten

Er ist in Holland und darüber hinaus ein bekannter Kirchenhistoriker und Theologe: Peter Nissen (geboren 1957) arbeitet als “Professor für die Kulturgeschichte der Religiosität“ an der Radboud Universität von Nijmegen, Niederlande. Er hat sich im Mai 2010 offiziell als „Freund der protestantischen Re­mon­s­t­ran­ten Kirche“ eintragen lassen. Diese freisinnige Kirche kennt neben Mitgliedern den Status der „Freunde der Re­mon­s­t­ran­ten“, sie haben wie die Mitglieder die gleichen Rechte und Pflichten, können nur nicht verantwortliche Funktionen in der Gemeindeleitung übernehmen. Die Tageszeitung TROUW aus Amsterdam berichtet am 17.5. von dem Konfessionswechsel. Manche deuten diesen Konfessionswechsel als ein Symbol, dass katholische Intellektuelle und Theologen in Westeuropa das Klima von Angst , Kontrolle und Autoritarismus im römischen Katholizismus nicht mehr ertragen können. Peter Nissen, der sich viele Jahre auch um Kirchenreformen in der römischen Kirche bemüht hatte, glaubt nicht mehr an einen wirklichen Wandel zum Besseren in dieser Kirche. Er will als nun einmal katholisch geprägter Mensch mit der Basis, also „seiner“ katholischen Kirchengemeinde in Nijmegen, verbunden bleiben. Aber er will doch zu den Re­mon­s­t­ran­ten gehören. Er hofft auf diese Weise eine Brücke zu bauen zwischen den Konfessionen. In einem Brief schreibt er: „Das Kircheninstitut ist nicht heilig. Es ist ein Haus, worin man sich zuhause fühlen kann. Darum kann ein Moment kommen, wo jemand sagt: Es ist genug, ich reise ab, ich orientiere mich neu. Dieser Augenblick ist für mich gekommen. Ich trete als „Freund“ nun einer Kirche bei, die auch in einer langen christlichen Tradition steht, aber die freie Bahn gibt für die Erneuerung…Ich trete einer Kirche bei, die voll und ganz dem Wirken des Geistes Raum gibt…Diese Kirche weiß, dass Tradition niemals fruchtbar sein kann in Starrheit und Unveränderlichkeit. Es ist für mich keine weite Reise. Ich setze mein Suchen nach dem Geheimnis mit anderen zusammen fort … in der Kirche der Re­mon­s­t­ran­ten. In dieser Kirche steht die Poesie über dem Gesetz, die Bereitschaft zur Veränderung über der Rechtgläubigkeit. Mit diesen Ideen versuchen Re­mon­s­t­ran­ten Kirche zu sein“. Siehe auch www.peternissen.nl

Songs aus dem Eurovision Songcontest im Gottesdienst

Für ein friedliches Europa
Re­mon­s­t­ran­ten in Amsterdam: Zum ersten Mal ein Gottesdienst mit Liedern des „Eurovision Songcontest“

Zwei Wochen vor dem großen Finale des 55. Eurovision – Songfestivals in Oslo am 29. Mai hat die niederländische Re­mon­s­t­ran­ten Kirche, eine freisinnige protestantische Kirche, in Amsterdam („de Vrijburg“) einen ungewöhnlichen Gottesdienst gefeiert. Nicht die eher klassischen oder neuen Kirchenlieder wurden gesungen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen ausschließlich verschiedene Lieder aus der langen Geschichte des Eurovision – Songcontests. Etwa 400 Menschen versammelten sich nachmittags um 3 Uhr zu einem zweistündigen Gottesdienst, der den Strukturen der protestantischen Liturgie entsprach. Das Feier stand unter dem Motto: Halleluja Europe….Dieser experimentelle Gottesdienst wurde zum ersten mal in Europa gefeiert! Aber anstelle des Kyrie – Liedes erklang „The fire in your eyes“ (Israel 2008), zum Gloria “I evighet“ von Elisabeth Andreassen, (Norwegen 1996)), zum Credo „Hold on be strong“, von Maria Haukaas Storeng (Norwegen 2008). Die Auswahl der 10 „Kirchen“ – Lieder stammte von den interessierten TeilnehmerInnen selbst. “Wir wollen die Tiefe der so genannten Populärkultur entdecken, wollen zeigen, dass in etlichen der beliebten Lieder durchaus spirituelle Aspekte enthalten sind, die wir als Kirche nicht vernachlässigen dürfen“, sagt Tom Mikkers, Allgemeiner Sekretär der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche. Er hat zusammen mit dem Journalisten Hilco Span (vom Radio NCRV) den Gottesdienst gestaltet..„Und unsere Re­mon­s­t­ran­ten Kirche in ihrem freien, undogmatischen Geist ist bestens geeignet, Menschen, ob sie glauben oder nicht, auf die Suche nach Spiritualität einzuladen, warum nicht auch durch die Lieder des Songcontests“, sagt Dik Mook, Jugendpastor in der Gemeinde „Vrijburg“. „Ich gehe sonst nicht in die Kirche, aber hier habe ich mich wie zu Hause gefühlt, ich habe vieler meiner so oft gehörten Lieder neu entdeckt“, sagt Pieter de V. aus Utrecht, ein junger Besucher des Gottesdienstes. „Natürlich wollen wir mit diesem ungewöhnlichen Gottesdienst daran erinnern, dass Europa auf der Grundlage von Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz beruht“, sagt Tom Mikkers, „etliche Lieder verkünden ja diese Botschaft, man muss nur genau hinhören. Der Songcontest hat ja vor aller Commerzialisierung als Plattform des Friedens einmal begonnen“. “Insgesamt haben wir uns als einladende Kirche gezeigt”, sagt Margriet Dijkmans van Gunst aus der Re­mon­s­t­ran­ten Gemeinde, “offenbar mit Erfolg”.
Die Lieder wurden während des Gottesdienstes auf einem riesigen Bildschirm eingespielt. Im Interview erläuterten die beiden Contest Teilnehmerinnen Liliane Saint-Pierre (Belgien) und Lenny Kuhr (Niederlande), was für sie ihre Lieder bedeuten. „Vielleicht ist unser Singen auch eine andere Form des Betens“, sagten sie…

Siehe auch auf Niederländisch und Englisch: ttp://www.remonstranten.org/site/index.php?page=hallelujah_europe
Der Gottesdienst wird noch einmal auf Radio 5 NCRV am 23. Mai um 15 Uhr gesendet.

Für ein freies und tolerantes Christentum

Re­mon­s­t­ran­ten halten ihren “Tag der Beratungen” am Samstag, 13. März in Rotterdam

Einmal im Jahr kommen Re­mon­s­t­ran­ten zu einem “Berdaadsdag”, einem Tag der Gespräche und Diskussionen zusammen. So eine Art “kleiner Kirchentag”. In diesem Jahr steht im Mittelpunkt die Frage: Was bedeutet es heute, wenn die Re­mon­s­t­ran­ten sich für ein freies und tolerantes Christentum einsetzen? Es wird ein Gottesdienst gefeiert, es gibt eine Podiumsdiskussion über die veränderte Rolle der Religion in der Gesellschaft, es gibt diverse Workshops, u.a. auch mit Vertretern des Interkirchlichen Friedensrates/Pax Christi, es wird die Frage diskutiert, welche Verbindungen es gibt zwischen der Theologie des Jacobus Arminius damals und heutigen Auffassungen. “Arminius wollte Raum schaffen für verschieden theologische Auffassungen. Auf dieser Spur sind die Re­mon­s­t­ran­ten weiter gegangen”, heisst es in der Monatszeitschrift der Re­mon­s­t­ran­ten ADREM: “Re­mon­s­t­ran­ten von heute umarmen nicht die Dogmatik, sondern die persönliche Kreativität und bringen sie in Verbindung mit der Bibel”.
Die Tagung findet in der Rotterdamer Re­mon­s­t­ran­tenkirche statt.

Wibren v.d. Burg

Für die Trennung von Kirche und Staat

Für die Trennung von Kirche und Staat
Von Wibren v.d. Burg, Professor für Rechtsphilosophie in Rotterdam.

Aus remonstrantischer Perspektive muss meiner Meinung nach jede Verquickung von Kirche und Staat zurückgewiesen werden. Damit nehmen Re­mon­s­t­ran­ten Stellung gegen den Gedanken einer Staatskirche , wie er in der lutherischen und anglikanischen Tradition noch vorkommt. Darüber hinaus verwerfen Re­mon­s­t­ran­ten den Gedanken der römisch – katholischen Tradition, dass diese Kirche als Interpretin des Naturrechts sich intensiv in politische Debatten einmischen darf und ihre Mitglieder auch aufrufen darf, einer bestimmten Partei die Stimme zu geben. Re­mon­s­t­ran­ten verwerfen auch die Intervention durch etliche katholische Bischöfe in politische Debatten, wenn es sich etwa um Abtreibung, Euthanasie und Ehefragen handelt. Dabei sollen nach dieser katholischen Vorstellung sogar die Politiker, die dieser
amtlichen Position nicht folgen, von der Teilnahme an der
Kommunion ausgeschlossen werden. Auch die Praxis vieler Länder, in einem Konkordat der katholischen Kirche wie dem Staat bestimmte Vorrechte anzuerkennen, ist aus remonstrantischer Sicht unannehmbar. Für Re­mon­s­t­ran­ten gibt es keinen „christlichen Staat“ und keine „christliche Politik“. Sie sind sehr zurückhaltend, Religion und Politik direkt zu verbinden. Der Gedanke, dass die Religion ein Organisationsprinzip ist für die Regelung des gesellschaftlichen Lebens, ist den freisinnigen Christen, also den Re­mon­s­t­ran­ten, fremd. Sie waren dagegen, als sich die niederländische Geselschaft im 20. frühen Jahrhundert nach „Säulen“ getrennt organisierte, also eine protestantische Säule neben einer katholischen und diese neben einer sozialistischen Säule usw. Re­mon­s­t­ran­ten haben stets neutrale und allgemeine Organisationen bevorzugt. Darum gibt es keine freisinnigen Parteien und auch keine freisinnigen Schulen oder freisinnige Hilfswerke. Dieser Meinung sind die Re­mon­s­t­ran­ten nicht, weil sie meinen, dass Religion nur Privatsache sei ohne gesellschaftliche Konsequenzen, im Gegenteil. Sie meinen nur: Die religiöse Orientierung kann nicht die Basis sein, auf der sich gesellschaftliche Organisationen bilden.

Entnommen dem Buch: „De remonstrantie. 400 Jaar“. Hg. von K. Holtzapffel und M.v. Leeuwen. Meinema Verlag, Zoetermeer, 2010, dort s. 162 f.

Jacobus Arminius

Die freisinnigen Christen und ihr Initiator: Arminius

Arminius: Initiator der Remonstranten
Arminius: Initiator der Re­mon­s­t­ran­ten

Die Re­mon­s­t­ran­ten erinnern an die Aktualität von Arminius

Am 19. Oktober 1609, vor 400 Jahren, starb der Initiator einer wichtigen freisinnigen Kirche, sie heißt Re­mon­s­t­ran­ten bzw. Remonstrantische Bruderschaft. Sein Name: Arminius aus der niederländischen Stadt Leiden, er und seine Freunde legten die “remonstrance”, den Widerspruch, ein, als konservative und vielleicht fundamentalistisch orientierte Christen, Calvinisten, die absolute Vorherbestimmung des Lebens eines jeden Menschen als Lehre Jesu von Nazareth und der Bibel ausgeben wollten. Arminius und seine Gefährten legten allen Nachdruck auf Weiterlesen →

Eine Kirche, die anderen Asyl bietet: Die Re­mon­s­t­ran­ten

Die Re­mon­s­t­ran­ten:

Eine Kirche der persönlichen Freiheit

Einige Passagen aus einem Interview mit Tom Mikkers (40), Generalsekretär der Re­mon­s­t­ran­ten, einer protestantischen Kirche in Holland und Deutschland. Die Re­mon­s­t­ran­ten sind eine kleine, progressive Kirche, Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen.

Menschen suchen Entfaltung und Raum in der Kirche. Wir Re­mon­s­t­ran­ten sind ein bisschen eine Weiterlesen →

Re­mon­s­t­ran­ten in Berlin – eine freisinnige Spiritualität

Freisinnige Spiritualität

Re­mon­s­t­ran­tenforum in Berlin

Zum ersten Mal wurde in Berlin am Sonntag, den 10. Januar 2010, die freisinnige protestantische Kirche der Re­mon­s­t­ran­ten vorgestellt. Sie hat genau vor 400 Jahren, am 14. Januar 1610, in Holland ihre Entwicklung begonnen mit der „Remonstrance“, dem Einspruch und Widerspruch gegen Weiterlesen →

Solidarisch mit den Menschen in Haiti – Eine Perspektive der Re­mon­s­t­ran­ten

Eine Perspektive der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche zum Erdbeben in Haiti

Die Katastrophe in Haiti sprengt jegliche Vorstellungskraft.

Bei dem Erdbeben in Haiti sind viele tausend Menschen umgekommen, viele leben am Rande der Verzweiflung. Die internationale Hilfe läuft langsam an. Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten den Leidenden dort.

Die Re­mon­s­t­ran­ten haben bereits zu Spenden aufgefordert für das niederländische ökumenische Hilfswerk KERK in ACTIE, Kirche in Aktion.  Bei einer Feierstunde anlässlich unseres Kirchenjubiläums am 14. Januar in Utrecht haben wir erneut zur Solidarität aufgefordert, auch per SMS war Spenden möglich.

Wir wissen, dass Geld in dem Zusammenhang wichtig ist; genauso wichtig ist aber Weiterlesen →

Aktuelles. Nächstes Treffen

Das nächste Treffen des “Forum der Re­mon­s­t­ran­ten” findet am Sonntag, den 9. Mai 2010 um 15 Uhr statt. Ort: Das Café KIEZ OASE in Schöneberg. Das Thema des (meditativen) Gesprächs: Was ist Glauben, was ist Unglauben. Und: Was bedeutet das neue Glaubensbekenntnis der Re­mon­s­t­ran­ten? Im Austausch können wir vielleicht einander “neue Quellen erschließen”. Denn dieses Glaubensbekenntnis ist eine Einladung zum Nachdenken, zur Selbstfindung, keine “Lehre”, die “einem” vorgesetzt wird…
Das ist auch vielleicht “typisch” remonstrantisch, dass als Treffpunkte natürlich nicht nur Kirchengebäude in Frage kommen. Im Gegenteil: Die remonstrantische Theologin Christiane Berckvens Stevelinck (Amsterdam) plädiert ausdrücklich für kleine Glaubensgemeinschaften, Hauskreise, Wohnungen, Salons… Interessenten bitte anmelden wegen weiterer Informationen. christian.modehn@berlin.de