Erinnern: 75 Jahre Befreiung und Freiheit in den Niederlanden: Tage des Gedenkens am 4. und 5. Mai 2020

Ein Hinweis von Margriet Dijkmans van Gunst und Dik Mook am 2.Mai 2020

Am 4. und 5. Mai denken wir in den Niederlanden an die Opfer des 2.Weltkrieges und feiern die Befreiung von diesem Krieg. Wir halten inne und denken dabei auch ausdrücklich an die Verfolgung der Juden, oft auch an die Verfolgung von Homosexuellen, Roma und Sintis.

Jüdische Überlebende legen dann einen Kranz nieder an dem Denkmal auf dem Dam und erinnern an die Ereignisse an verschiedenen Orten, wo Juden deportiert wurden, u.a. an der Hollandsche Schouwburg.

Das „Nationale Komitee 4. und 5. Mai“ schreibt auf dessen Website: „Wir halten inne und denken an die Freiheit, die errungen wurde von Menschen, die dabei große Opfer gebracht haben. Wir feiern, dass wir seit 1945 wieder in Freiheit leben, in dem Bewusstsein, dass wir zusammen verantwortlich sind, Freiheit weiterzugeben an die künftigen Generationen“.

Interessant ist der Beitrag von Prinzessin Mabel auf dieser website. Sie schreibt am Ende ihres Beitrages:

„Aber wovon ich am meisten überzeugt bin, ist: dass Freiheit nicht erreichtet wird mit großen schönen Worten, sondern dass sie zustande kommt durch kleine konkrete Taten. Taten in unserem eigenen Umfeld, in unserem Leben. Taten, um großen und kleinen Konflikten zuvorzukommen. Taten, um Unrecht, Ungleichheit und Unterdrückung zu vertreiben. Taten, um deinen Mitmenschen wissen zu lassen, dass er oder sie zählt, genauso wie du selbst. Diese Taten , große und kleine, bilden die Basis für neue Kommunikation, also für neue Erzählungen, die wir mit einander teilen, die uns verbinden.

Der Dichter Leo Vroman sagt das so:

Komm heute mit Erzählungen

Wie der Krieg verschwunden ist

Und wiederhol es hundertmal

Alle Zeiten werd ich weinen”.

Dass das „National Comité 4. und 5. Mai“ niemals sehr deutliche Ausführungen gemacht hat über den Rechtspopulismus, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass man niemanden vor den Kopf stoßen will, auch nicht den politisch „rechten Teil“ unseres Landes…

In den vergangenen Jahren wurde oft versucht, das Thema des 4. und 5. Mai weiter zu verstehen als nur „die Befreiung von den Deutschen“. Aber das ist nur in einem begrenzten Umfang gelungen.

Immer wieder wird dieser Erinnerungstag eingegrenzt auf das Ende des 2. Weltkrieges und die Tatsache, dass wir, von den Deutschen befreit, nun vor 75 Jahren, freie Menschen sind und in Freiheit leben können. Diese Einschätzung hat auch damit zu tun, dass nun das Gedenken an den 4. und den 5. Mai sehr stark miteinander verbunden wurden: Der Gefallenen des 2. Weltkrieges wird am 4. Mai gedacht, die Freiheit wird am 5. Mai gefeiert.

Es gibt gute Initiativen, das Thema breiter aufzustellen, wie die jährliche gratis Theater Vorstellungen „na de Dam“ am Abend des 4. Mai, die das Thema Freiheit behandeln und dann die „Freiheitsmahlzeiten“ am 5. Mai mit „alten“ und „neuen“ Niederländern, mit Jungen und Alten. Diesmal werden am 5. Mai wegen der Corona-Krise nur Dosen mit Suppe (soepblikken) ausgeteilt. Eine interessante Initiative!

In diesem Jahr werden, wie schon angedeutet, wegen der Corona-Krise die Erinnerungen und die Festlichkeiten anders sein als vorher. Ohne Publikum wird die Erinnerungsfeier am 4. Mai auf dem Dam in Amsterdam sein, an dem früher viele Menschen teilnahmen. Nun wird dieses Gedenken ohne Publikum stattfinden. Unser König wird eine Rede halten, was er noch nie vorher getan hat am 4. Mai.

Am 5. Mai sollte im Kunstmuseum in Den Haag die Rede zum 5. Mai Vortrag von Angela Merkel gehalten werden. Leider kann das wegen der Verhältnisse jetzt nicht möglich sein und es werden sich bekannte Niederländer über die sozialen Medien zu Wort melden.

Wir nehmen als Kirchen-Gemeinde „Vrijburg“ (Re­mon­s­t­ran­ten und freisinnige Protestanten) teil an der „Aktion Freiheitsmahlzeit“. Wir bringen dann als Gemeinde am 5. Mai die Suppen zu den Menschen, die unsere Hilfe besonders brauchen in diesen Zeiten.

 

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