Was ist Fasten? Warum ist Fasten spirituell wichtig? Drei Fragen an den Theologen Prof. Wilhelm Gräb, Berlin

Weiterdenken: 3 Fragen an Prof. Wilhelm Gräb

Gegen Hysterie und Nervosität: Was Fasten heute bedeutet

Die Fragen stellte Christian Modehn

Fasten hat sich längst als Begriff und als Realität auch außerhalb der Kirchen etabliert. Fasten gehört zur „Wellness-Kultur“, z. B. mit ihrer Suche nach dem idealen Körpergewicht. Könnte Fasten und Fastenzeit nicht auch ganz neue Bedeutung gewinnen? Was denken Sie davon, z.B. das Fasten mit dem Unterbrechen eingeschliffener Denkgewohnheit zu verbinden? Gehört nicht auch die Unterbrechung zum Kern religiösen Lebens?

Zeiten des Fastens gehören seit jeher in nahezu allen Religionen zu eben den Praktiken, mit denen sie zur Prägung der individuellen Lebensform beitragen. Heute wird das Fasten allerdings nicht mehr praktiziert, weil es ein religiöses Gesetz gebietet, sondern weil es Menschen hilft, bewusster und aufmerksamer mit sich selbst und ihrer Welt umzugehen. Ein Ausdruck unserer „Wellness-Kultur“ sei das Fasten geworden, sagen Sie zu Recht. Gerade weil das Fasten für uns Heutige nicht mehr zu den religiösen Pflichten gehört, können wir umso besser Weiterlesen →

Für die Schulen der Weisheit. Ein Interview mit Prof. Johan Goud, Den Haag.

Für die „Schulen der Weisheit“

Ein Interview mit dem remonstrantischen Theologen Prof. Johan Goud. Die Fragen stellte Christian Modehn

Veröffentlicht am 29.Januar 2016 in der Zeitschrift PUBLIK FORUM (Postfach 2010, 61410 Oberursel. www.publik-forum.de

Publik_Forum: In den Niederlanden ist die Entkirchlichung so weit fortgeschritten, dass es in einigen Jahren fast keine Kirchen mehr geben wird. 49 Prozent der Niederländer bezeichnen sich als unkirchlich. Bei den 18 – 35 Jährigen ist der Anteil der Christen sehr gering. Sind unkirchliche Holländer automatisch unreligiös?

Johan Goud: Sicher nicht. Schon im 17. Jahrhundert gab es „Kirche“ bei uns nur in Vielfalt. Keine konnte beanspruchen, „Religion“ und „Christlichkeit“ uneingeschränkt zu repräsentieren. Jetzt gibt es noch mehr Pluralität, religiőse Alternativen nicht-christlicher Art. Nur 24 Prozent der Niederländer zählen sich zu den Weiterlesen →

Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon am 27. 11. 2015

 

Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon

am 27. 11. 2015

Von Christian Modehn

Wir danken Prof. Johan Goud aus Den Haag, dass er uns mit seinen Beiträgen im Salon am 27.11.2015 zu Einsichten und zu weiteren wichtigen Fragen geführt hat. Diese werden hier mitgeteilt.

Das Thema des Abends (mit 26 TeilnehmerInnen) „Autobiografie und Theologie“ wird uns auch im nächsten Jahr weiter beschäftigen.

Es ist für mich als Veranstalter des Religionsphilosophischen Salons Berlin interessant zu sehen, wie stark Weiterlesen →

Prof. Johan Goud, remonstrantischer Theologe aus Den Haag, kommt nach Berlin, am Fr. 27. Nov. 2015

Professor Johan Goud kommt nach Berlin!

Der nächste Salon findet am Freitag, den 27. November 2015 um 19 Uhr in der Galerie Fantom statt. Diesmal ist der remonstrantische Theologe, Prof. em. Johan Goud aus Den Haag bei uns. Er spricht (auf Deutsch) zum Thema Theologie und Autobiographie. Sebstverständlich mit Gesprächen nach dem Vortrag. Es geht also auch darum, die Bedeutung des eigenen, subjektiven Glaubens zu pflegen, zu achten, zu schützen….Wegen des sicher starken Interesses am Thema und am Referenten (Porf. Goud war an der Uni Utrecht im Bereich der Kulturwissenschaften tätig) und der begrenzten Anzahl von Plätzen bitte ich um Anmeldung per email: Christian.Modehn@berlin.de     HERZLICHE EINLADUNG!

Ort: Kunstgalerie Fantom, Hektorstr. 9, Wilmersdorf. Beitrag für die Miete: 5 Euro. StudentInnen haben freien Eintritt.

Protestantische Verteidiger der Toleranz und des Humanismus –Werden sie im Reformationsjubliäum 2017 vergessen? Hinweise zur frühen Geschichte der Re­mon­s­t­ran­ten

Protestantische Verteidiger der Toleranz und des Humanismus –Werden sie im Reformationsjubliäum 2017 vergessen?

Hinweise zur frühen Geschichte der Re­mon­s­t­ran­ten

Von Christian Modehn

Wenn Historiker und Theologen heute wie früher über „Toleranzdiskurse in der frühen Neuzeit“ (so ein neues Buch hg. von Friedrich Vollhardt, erschienen 2015) sprechen und über Duldung religiöser Pluralität, „dann ist es auffällig, dass die großen Vordenker der Toleranz intensive Kontakte zu den Re­mon­s­t­ran­ten in Holland gepflegt haben“, schreibt Professor Yves Bizeul (Rostock) in seinem Beitrag über den Philosophen Pierre Bayle. Dass sich nach all den Kriegen und Religionskämpfen die Toleranz-Idee immer mehr dann doch durchsetzte, hat verschiedene Gründe; ein entscheidender Grund ist, dass sich der „liberale Flügel des Protestantismus“ in Holland, also die Re­mon­s­t­ran­ten, als starke intellektuelle christliche wie humanistische Kraft erweisen konnte. Yves Bizeul erwähnt den großen Hugo Grotius, „er stand den Re­mon­s­t­ran­ten nahe“, Bizeul nennt weiter Spinoza, auch Locke „der lange Gespräche führte mit dem Re­mon­s­t­ran­ten Philippe von Limborch; erwähnt wird auch, dass Pierre Bayle befreundet war mit dem Re­mon­s­t­ran­ten Adrian de Paets.. (Vgl. in dem genannten Buch die Seiten 205 f.)

Es gab also schon der Mitte des 17. Jahrhunderts – in Holland – eine unter kritischen Intellektuellen angesehene (kleine) protestantische Kirche, die auch humanistische Ideale als die eigenen verstand. Über die Entwicklung einer theologisch – engen lutherischen Orthodoxie im 17. Jahrhundert ist viel geklagt worden. Es wäre wohl hilfreich zu erinnern, dass es einmal ein protestantisch-humanistisches Christentum der Toleranz gab und auch heute noch in der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche gibt. Dies wäre auch ein Thema der Reformationsfeierlichkeiten 2017. Humanismus und Protestantismus!

Nebenbei: Es gibt gelegentlich gemeinsame Veranstaltung der „Jungen Mitglieder des Niederländischen Humanistischen Verbandes NL“ und der „Jungen Re­mon­s­t­ran­ten“. Eine Mitarbeiterin des neuen theologischen Instituts der Re­mon­s­t­ran­ten an der „Vrije Universiteit van Amsterdam“, Christa Anbeek, hat etliche Jahre an der „Humanistischen Universität“ von Utrecht als Dozentin gearbeitet.

copyright: Christian Modehn

“Re­mon­s­t­ran­ten – eine Kirche mit einer Mission“: Zu einem Beitrag von Cees de Monchy

„Re­mon­s­t­ran­ten – eine Kirche mit einer Mission“

Ein Beitrag von Cees de Monchy, dem Vorsitzenden des Beratungsgremiums der Re­mon­s­t­ran­ten

Von Christian Modehn

Die Re­mon­s­t­ran­ten waren bisher eher zurückhaltend, wenn es darum ging, in der Öffentlichkeit Werbung für die eigene Kirche zu machen. Mit Schlagworten soll niemand bekehrt werden, das ist die richtige Position. Aber verstecken wollen sich die Weiterlesen →

Für einen modernen Glauben im 21. Jahrhundert: Ein kurzes Plädoyer der Re­mon­s­t­ran­ten

Die neue website der Re­mon­s­t­ran­ten in Holland hat einen Text veröffentlicht, der für einen modernen Glauben im 21. Jahrhundert plädiert, zur neuen website klicken Sie hier.

Was glauben wir?

Einige Hinweise der Re­mon­s­t­ran­ten-Kirche, Holland. Sie ist als freisinnige, „liberal-theologische“ protestantische Kirche Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen Genf.

“Glauben beginnt bei dir”, heißt es immer wieder bei den Re­mon­s­t­ran­ten. Was bedeutet das genau ?

Für Re­mon­s­t­ran­ten heißt das: Wir nehmen deine Lebensweisheit und deine Ansichten uneingeschränkt ernst. Auch legen wir Wert auf eine wachsende, fortschreitende Einsicht. Man kann das auch Flexibilität nennen. Gott lässt sich nicht Weiterlesen →

Ethik ist wichtiger als Religion: Der Salon am 28. August 2015

Der nächste Religionsphilosophische Salon findet am Freitag, den 28. August 2015, um 19 Uhr, in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf statt. Das Thema: „Ethik ist wichtiger als Religion“. Dazu herzliche Einladung. Ihre Anmeldung bitte an: christian.modehn@berlin.de   Für die Raummiete bitten wir um 5 Euro. Studenten haben wie immer kostenfreien Eintritt. Zur Einstimmung ein Zitat des Dalai Lama: „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn Weiterlesen →

Re­mon­s­t­ran­ten-Gemeinden: Orte der Lebenskunst

Re­mon­s­t­ran­ten Gemeinden: Orte der Lebenskunst.

Über die Zukunft christlicher Gemeinden

Zur Zeitschrift ADREM der Re­mon­s­t­ran­ten

Von Christian Modehn

Die Re­mon­s­t­ran­ten in den Niederlanden, diese freisinnige christliche Kirche, nennt ihre Monatszeitschrift ADREM. Dieser Titel klingt lateinisch: „Zur Sache“, heißt die Übersetzung. Es geht um die „Sache“ spirituellen Lebens im Heute … auf der Basis einer vernünftigen, kritischen, „modernen“ Theologie. Aber der Titel ADREM unterstreicht auch, dass eben Weiterlesen →

Am Freitag, 24. Juli 2015, Salonabend: “Bloß nicht zuviel Gehorsam”

“Bloß nicht zu viel Gehorsam”.

Der Religionsphilosophische Salon Berlin im Monat JULI 2015 hat sich am Freitag, den 24. Juli, wieder ein schwieriges, auch deutsches, natürlich auch ein religiöses, aber immer aber philosophisches -ethisches Thema vorgenommen: Wem wollen und wem sollen und wem können wir noch gehorchen? Eine Gewissensfrage…

Interessant wäre vorweg eine Besichtigung im Jüdischen Museum Berlin zum Thema Gehorsam (und Gott)…und natürlich auch die Lektüre des Buches von Henry David Thoreau: “Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat”. (Diogenes Verlag. 5 Euro)