Glauben ist Freisein

Der Religionsphilosophische Salon im JULI findet am Freitag, den 15. Juli 2016 in der Galerie Fantom, Hektorstr. 9 in Berlin-Wilmersdorf statt. Anläßlich der großen Ausstellung „El siglo de Oro“ (Spanien im 17. Jahrhundert und die spanischen Künstler) in der Gemäldegalerie (ab 1.7. 2016) wollen wir die Hintergründe (künstlerisch, philosophisch, religiös) näher verstehen, vor allem, was denn wirklich das „Goldene Zeitalter“ bedeutet. Darüber hinaus sprechen wir über die Sehnsucht (unsere Sehnsucht ?) nach dem Goldenen Zeitalter als Mythos und Utopie.

Ein Abend, voller Perspektiven, die dann um so intensiver wahrgenommen werden, wenn die TeilnehmerInnen  zuvor die Ausstellung besuchen oder sich mit den Künstlern (Velázquez u.a.) und Theologen (z. B. den umstrittenen Jesuiten Balthasar Gracian) in dieser Zeit in Spanien beschäftigen. Der ungarische Philosoph Béla Hamvas nannte etwa die Zwerge des Velázquez Philosophen…

Herzliche Einladung! Für die Raummiete: 5 Euro. StudentInnen haben freien Eintritt.

Bitte vormerken: Am Freitag, den 26. August 2016, machen wir wieder -am Ende der Berliner Schulferien- unseren kleinen „Ausflug im Sommer“. Diesmal fahren wir in den vielen sicher noch unbekannten schönen Stadtteil Karlshorst und treffen dort um 10 Uhr den Pfarrer der Gemeinde, Edgar Dusdal. Er spricht mit uns über die vielfältigen Formen des persönlichen und politischen Erinnerns. Zudem werden wir die ungewöhnlich wertvolle Orgel der Karlshorster Kirche kennen lernen, die Amalien-Orgel, die bedeutendste Barockorgel Berlins, geschaffen 1755 und original erhalten. Auch dies ein besonderes Ereignis.

Danach besuchen wir das „Deutsch-Russische Museum“ in Karlshorst, das sicher viele noch nicht kennengelernt haben. Das passt gut zum Thema: Was heißt politische Erinnerungheute? Selbstverständlich gibt es danach genug Zeit für ein gemeinsames Essen und weiteres Debattieren.

In den vergangenen Jahren haben wir als Sommer Ausflug Jüterbog und Kloster Chorin besucht.

Im Salonabend am 24. Juni 2016 in der Weinhandlung Sinnesfreude waren 21 TeilnehmerInnen dabei. Wir sprachen über das Thema Sattsein und Übersättigtsein und Hungern anläßlich der Neuköllner Kulturtage “48 Stunden Neukölln”.

An unserem Salon am 20. Mai 2016 über den Philosophen Emile Cioran mit dem bekannten Berliner Philosophen Dr. Jürgen Große beteiligten sich 23 TeilnehmerInnen. Auch das Thema Skepsis und Mystik wurde – im Anschluss an Ciroan – diskutiert.

Zum Salonabend über das Thema “Alle Menschen sind Grenzgänger” am 29. April 2016 kamen 18 TeilnehmerInnen zusammen. .

Am Salonabend am 18. März 2016 beteiligten sich 25 Personen, etliche mussten wegen der begrenzten Anzahl der Plätze abgewiesen werden. Das Thema bewegt viele: “Für eine Philosophie der Auferstehung”.

Im religionsphilosophischen Salon am 26. Februar 2016 kamen 22 TeilnehmerInnen zusammen, wir sprachen über das Thema: “Privateigentum und Gemeinwohl”. Das große Interesse an dem Thema zeigt einmal mehr: Gespräche im Salon sind beliebt, werden gewünscht. Einige Hinweise zum Thema finden Sie hier.

Der Philosophische Salon am Freitag, den 22. Januar 2016, hatte das Thema: “Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit?” 18 TeilnehmerInnen beteiligten sich an dem Gespräch. Für einen Hinweis zum Thema klicken Sie bitte hier.

Am Salonabend am 11. Dezember 2015 über “Du schöner Schein, bist du auch wahr?” (Sprichwort aus Hollywood) beteiligten sich 17 Personen, wir trafen uns in der Weinhandlung Sinnesfreude in Berlin-Neukölln. Wir sprachen über die Allmacht des Scheins, der Lüge, der diplomatischen Floskeln… und über den Verlust an Echtheit, an Wahrhaftigkeit, an “Authentizität”.

Der Salon am 27. 11. 2015 mit dem remonstrantischen Theologen Prof. em. Johan Goud aus Den Haag hat 26 TeilnehmerInnen sehr unterschiedlicher philosophischer, religiöser Herkunft zusammengeführt. Etliche Interessierte mussten wegen des Mangels an Plätzen leider abgewiesen werden. Das Thema war: Theologie und Autobiographie.  Siehe auch den Beitrag, der sich von den Vorschlägen und Fragen von Johan Goud inspirieren läßt mit dem Titel “Meine Biografie – meine Theologie”. Nochmals Dank an Prof.Goud, dass er zu uns nach Berlin gekommen ist!

Das Forum der Remonstranten Berlin bietet  seit mehr als 6 Jahren, monatlich einmal eine Veranstaltung an, den religionsphilosophischen Salon. Wenn sich mehr Menschen aus religiösen wie nichtreligiösen Kreisen für diese aus den Niederlanden stammende freisinnige protestantische Glaubensgemeinschaft interessieren, die der liberalen theologischen Tradition verpflichtet ist, können auch weitere Treffpunkte etc. gemeinsam (!) gestaltet werden. Diese neue liberale theologische Position ist eine Chance, Spuren des Religiösen (in sich selbst) wahrzunehmen, nicht nur in der Kirche, sondern in der Kultur, dem gesellschaftlichen Zusammenleben, ohne dabei in dogmatische Zwänge zu geraten. Es geht darum, dass jeder Mensch seinen eigenen Glauben entwickelt, ausspricht, schätzt. Dabei entsteht eine Vielfalt. Diese Pluralität ist in der Remonstranten Kirche sehr willkommen. Glaube entwickelt sich im Respekt vor dem eigenen Glauben und der Auseinandersetzung mit religiösen, biblischen Texten, wenn diese denn z.B. mit dem Geist der Humanität sich versöhnen lassen. Bei vielen Menschen ist offenbar die Bindung an dogmatische Vorgaben (also Lehren aus früheren Zeiten) so stark, dass sie es nicht wagen, sich zum guten Recht zu ihrem eigenen Glaubens zu bekennen. Kant würde heute sagen: “Wage es, deinem eigenen Glauben zu vertrauen und ihn im Gespräch mit anderen (der Remonstranten-Gemeinde) zu vertiefen”.  Gemeinden sind Gesprächsgemeinden, keine Orte der dogmatischen, klerikalen Belehrung. Das sah übrigens auch Schleiermacher so.

Wir freuen uns, dass die Remonstranten in Holland eine deutliche Form öffentlicher Werbung und Information (etwa über eine Plakatserie) im ganzen Land gestartet haben.

Das Ziel ist, die Öffentlichkeit mit Nachdruck darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht nur die mächtigen orthodoxen, dogmatischen oder gar fundamentalistischen christlichen Kirchen gibt. Sondern eben auch solche, die sich der dogmatischen Offenheit, der Lernbereitschaft, der modernen “liberalen Theologie” und dem Humanismus verpflichtet wissen. Bisher waren die Remonstranten in Holland nach unserem Eindruck von Deutschland aus zu bescheiden, was Werbung und Informationen in der Öffentlichkeit angeht. Darum freuen wir uns auch hier in Berlin, dass nachdrücklich eine Kirche auf sich aufmerksam macht, für die der Respekt der Menschenrechte im Innern der Kirche(nordnung) selbstverständlich ist, für die offenes Abendmahl selbstverständlich ist, für die die sogen. Homoehe selbstverständlich ist usw.

Wir können nur hoffen, dass die Öffentlichkeit angesichts der machtvollen Präsenz der dogmatischen Kirchen noch diese “andere” (nämlich moderne, aufgeklärte) Kirche wahrnimmt und zu schätzen weiss. Wir in Berlin haben den Eindruck, dass explizit theologisch liberale Strömungen in Berlin sogar einen schweren Stand haben. Die Orthodoxie der klassischen “Großkirchen” beherrscht – bis jetzt  – absolut das Terrain. Und weckt damit einen falschen Gesamteindruck von dem, was heute Christentum und christliche Religion bedeutet. Der Text der Broschüre: Klicken Sie bitte hier.

Am Salonabend am 30. Oktober 2015 beteiligten sich 20 Personen. Unser Thema: Herr und Knecht bei Hegel als Rahmen für die aktuelle Debatte über Flüchtlinge in Deutschland und Europa.

Am Salonabend am 25. September 2015 beteiligten sich 15 TeilnehmerInnen. Wir diskutierten ziemlich kontrovers, also richtig, weil auf der Suche nach besserer Erkenntnis, über das allseits gelobte, aber selten kritisierte Buch von Navid Kermani “Ungläubiges Staunen. Über das Christentum”.

Wir betonen noch einmal: Für uns als Remonstranten sind Gesprächskreise, die sich mit grundsätzlichen Fragen nach der Orientierung im Leben befassen, bereits wesentlicher Teil christlicher Spiritualität. Die “Gottesdienste” am Sonntag sind auch nur ein Teil dieser Spiritualität.  In den Gesprächskreisen versuchen wir, Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Spiritualität zu einem Gespräch zu verbinden. (Fern) Ziel bleibt: Freundschaften zu stiften unter unterschiedlichen Menschen, vor allem auch unterschiedlicher Kulturen. Freisinniger Glaube kann niemals nur Sache einer bestimmten nationalen Kultur sein. Freisinniger Glaube ist international längst verbreitet. Nur die Verbindungen der Menschen untereinander fehlen.

Wer sind die Remonstranten?

Die Remonstranten – eine Kirche der besonderen Art. Protestantisch und humanistisch, dogmenfrei und lernbereit von anderen Religionen. Sie hat eine lange Tradition, sie hat sich immer wieder weiterentwickelt. Sie ist eng mit der Ökumenischen Bewegung verbunden, hat aber auch gleichermaßen Interesse am Dialog mit humanistischen Gruppen.

Wir weisen aufgrund einiger Nachfragen gern darauf hin: Die freisinnige Kirche der Remonstranten  versteht sich auch als “Asylkirche”, d.h. als Zufluchtsort für Menschen, die die dogmatischen Vorgaben und das hierarchische System ihrer angestammten Konfessionen nicht mehr aushalten und sich ihren persönlichen, individuellen  Glauben bewahren wollen sowie nach einem Refugium der Freiheit und der Selbstbestimmung auch in religiösen und ethischen Fragen suchen. Sie sind bei den Remonstranten willkommen!  Auf diesen Charakter der “Asylkirche” hat der Allgemeine Sekretär der Remonstranten Kirche, Tom Mikkers, Utrecht, mehrfach hingewiesen. Für dieses Leitbild “Asylkirche”  sind inzwischen viele Menschen dankbar.

In den Niederlanden hat die Remonstranten Kirche ca. 5.000 Mitglieder und “registrierte Freunde”, also Menschen,die  einer anderen Kirche (etwa der katholischen Kirche) weiterhin angehören wollen, aber gern in der freisinnig – christlichen (undogmatischen) Kirche der Remonstranten mittun und moderne Spiritualität miterleben möchten.  Für Remonstranten ist solche “Doppelmitgliedschaft” überhaupt kein Problem.  In Deutschland ist die Remonstranten Kirche  seit dem 17. Jahrhundert in Friedrichstadt vertreten. In Berlin gibt es seit Januar 2010 ein “Forum der Remonstranten”, dort versuchen wir im Geist der Remonstranten ein freies spirituelles und religionsphilosophisches Gespräch zu fördern, die Möglichkeiten sind groß und vielfältig…

PS. Remonstranten – das Wort leitet sich von “remonstrance” her, es meint Abwehr und Zurückweisung: Diese reformierten Christen lehnten es zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Holland ab, an einen alles vorher bestimmenden Gott zu glauben. Sie wollten als Menschen freie und selbständige Wesen sein und bleiben. Sie verzichten nicht auf das kritische Denken, wenn sie die Frage nach Gott stellen oder nach dem Sinn von Glauben und Kirche fragen. Sie nehmen sich die Freiheit, diese “Freiheit des Glaubens” nicht als ferne Utopie oder Geschenk von Autoritäten, sondern schon jetzt zu leben.

Die Remonstranten waren 1986 die erste Kirche weltweit, die homosexuelle (Ehe-) Paare in ihren Kirchen offiziell segneten, auch Menschen, die nicht zur Remonstranten Kirche gehören. Schon vorher war  es für Remonstranten  selbstverständlich , dass homosexuelle Menschen in den Gemeinden willkommen sind. Iim Unterschied zu allen anderen Kirchen ist das kein “problematisches” Thema…  Insofern sind die Remonstranten einmal mehr ein Ort der Freiheit…Deswegen wurden die Remonstranten auch von der niederländischen Organisation COC kürzlich ausdrücklich gelobt und gewürdigt. Tom Mikkers, der Allgemeine Sekretär de Remonstranten in Utrecht, hat kürzlich ein hoch interessantes Buch über “Gay churches” in Holland herausgegeben, also ber solche Gemeinden auch außerhalb der Remonstranten Kirche, die Homopaare segnen und sozusagen mit ihnen die Hochzeit gestalten.

Das theologische Profil der Remonstranten verdeutlicht Prof. Marius van Leeuwen in einem Interview im Juli 2012.

Das Forum der Remonstranten arbeitet eng mit dem Religionsphilosophischen- Salon in Berlin zusammen. Gemeinsam ist die Überzeugung: Der Dialog, das Gespräch gleichberechtigter Partner, kann nicht hoch genug eingeschtzt werden, er ist die Form geistiger Lebendigkeit, in der spirituelle Entdeckungen möglich sind. Insofern ist der Dialog “heilig”. Wir weisen erneut auf die Rubrik “Spiritualität für jeden Monat” hin“, ein Versuch, die persönliche Meditation und Reflexion anzuregen, “übrigens auch für weniger religiös gestimmte Menschen nachvollziehbar”, wie uns ein Leser schreibt.

Außerdem laden wir zur Leküre ein der verschiedenen Rubriken dieser website.

Die holländische website der Remonstranten erreichen Sie: www.remonstranten.org Klicken Sie HIER.

Diese deutschsprachige website www.remonstranten-berlin.de   wurde bis März 2016 35.000 mal angeklickt… kein schlechtes Ergebnis nach fünf Jahren. So spricht sich wenigstens etwas herum, dass es eine christliche Kirche gibt (Mitglied im Weltrat der Kirchen, Genf), die undogmatisch ist und entsprechend lebt.

Wir erlauben uns den Hinweis, dass die deutschsprachige Seite von wikipedia über die Remonstranten unserer Meinung nach die heutige theologische Überzeugung nicht beschreibt, die theologischen Hinweise dort sind allein für Historiker noch interessant und möglicherweise bedeutungsvoll. Wikipedia kommt – bei diesem Thema – als zuverlässige und umfassende, auch aktuelle Informationsquelle kaum in Frage.

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