Theologie muss öffentlich sein: Die “Nacht der Theologie” in Holland

Von Tom Mikkers, Sekr. der Re­mon­s­t­ran­ten, Utrecht NL

Wie schön ist es  zu hören, dass es nun in Berlin eine “kleine theologische Sommerschule” am 20.Juli 2013 gab.  Ich möchte gern von zwei Erfahrungen der letzten Wochen berichten:

Denn auch für eine Gruppe remonstrantischer Theologen stand der Monat Juni im Zeichen von „Theologie und Sommer“.

Zuerst gab es eine Teilnahme remonstrantischer Theologen bei der holländischen „Nacht der Theologie“. Diese „Nacht der Theologie“ kann man verstehen als eine Art „Bücherfest“ oder eine Art „Filmgala“ der Theologie.  Das beste theologische Buch aus dem niederländischen Sprachgebiet erhält dann eine Auszeichnung, einen Preis, dabei gibt es auch eine „Wahl des Theologen des Jahres“, das macht alles noch spannender…

Die Re­mon­s­t­ran­ten sind gemeinsam mit Rundfunkanstalten, Verlagen und Universitäten eine der mit organisierenden Gruppen. In den Jahren 2011 und 2012 fanden die „Nacht der Theologie“ in dem schönen Gebäude „Hermitage“ in Amsterdam statt. Dieses Jahr sind wir nach Rotterdam gezogen; wir befanden uns an Bord eines ehemaligen Schiffes der „Holland – Amerika – Linie“, dort fand unser Fest statt.

Es war durchaus ein hektischer Abend, wenn man zum Organisationsteam gehört. Aber die Bedeutung des Festes war groß. Der Theologe des Jahres, Ruben van Zwieten, der in Amsterdam arbeitet und ein neues Zentrum in Amsterdam Süd aufbaut, war dabei; er fuhr noch am Ende des Abends (mit einem Taxi) nach Hilversum, der Radio- und Fernsehstadt. Dort nahm er an einer der meist bekannten TV – Talkshows teil, danach ging s gleich weiter zum Nachtprogramm von „Radio 1“. Genau darum geht es auch der „Nacht der Theologie“: Wir wollen der Theologie immer ein konkretes Gesicht geben. Es geht also nicht nur um das nette Fest  mit allerlei Leuten, sondern vor allem darum: Einem breiten Publikum deutlich machen, dass Theologie „ansprechbar“ und wichtig im Leben ist. Das bedeutet: Wir haben dafür zu sorgen, das Theologen ein Podium in den Medien haben; unsere „Nacht der Theologie“  bietet dafür einen Ansatz.

Eine Woche zuvor befand sich eine noch größere Gruppe von remonstrantischen Pastorinnen und Pastoren in Salisbury, England. Sozusagen im Schatten der Kathedrale blieben alle aktiven PastorInnen zusammen im „Theologischen Seminar“ dort. Es war für mich auch eine erneute tiefere Bekanntschaft mit meinen KollegInnen. Wir sprachen in den 5 Tagen über neue Entwicklungen in der Kirche und der Theologie. Dabei wurde aber deutlich, wie tief wir eigentlich miteinander schon verbunden sind. In Salisbury kamen wir als eine neue „Generation“ von TheologInnen zusammen. Wir alle sind bewegt von der Frage: Wie wir in der „säkularisierten“ Gesellschaft Glaube und Christentum auf eine freie und tolerante Weise darstellen und leben können.

Neben diesen Gesprächen gab es auch Zeiten für Meditation, Gebet und „Einkehr“. Es war so erfrischend, um auf diese Weise einmal mit allen Pastorinnen und Pastoren unserer Re­mon­s­t­ran­ten Kirche zusammen zu sein. Wir haben da eine Perspektive gewonnen für einen neuen Beginn.

Tom Mikkers

Allgemeiner Sekretär der Re­mon­s­t­ran­ten Kirche.

(Übers. Christian Modehn)