Rembrandts Porträts von Re­mon­s­t­ran­ten: Eine Ausstellung im Rijks Museum Amsterdam

Ein Hinweis von Christian Modehn

Die niederländische Kirche der Re­mon­s­t­ran­ten (liberal-theologisch, freisinnig, ökumenisch) feiert in diesem Jahr ihr 400 jähriges Bestehen.

Als der Organisator dieser zahlenmäßig immer kleinen, theologisch aber immer inspirierenden, und manchmal auch provozierenden Kirche gilt Johannes Uytenbogaert. Er musste sich nach der Synode in Dordrecht, die zur Trennung von der sehr konservativen calvinistischen Kirche führte, nach Antwerpen flüchten.

Später haben Rembrandt van Rijn und Jacob Becker ihn und andere Re­mon­s­t­ran­ten in Porträts lebensnah – lebendig gestaltet. Diese Bilder sind noch bis zum 29. September 2019 im „Prentenkabinet“ des Amsterdamer Rijksmuseums zu betrachten.

Uytenbogaert war u.a mit Hugo Grotius, dem berühmten Rechtsphilosophen und Sympathisanten der remonstrantischen Theologie, befreundet.

Um 1630 konnten die Re­mon­s­t­ran­ten in den Niederlanden relativ sicher leben. Der frühere theologische Streit um die Freiheit des Menschen hätte das Land fast in einen Bürgerkrieg geführt.

Die Re­mon­s­t­ran­ten traten für die Freiheit des Menschen, auch in seinen Glaubensentscheidungen, ein, sie wehrten sich also gegen eine allumfassende Prädestination durch Gott… Sie sind gewissermaßen eine humanistische christliche Kirche! Das ist in der weiten christlichen Ökumene eine Ausnahme! Bekanntlich sind zahlenmäßig und finanziell besonders stark die Pfingstgemeinden und Evangelikalen, sie sind sozusagen der “dialektische Kontrast” zur remonstantischen theologischen Offenheit.

Interessant und für die Zukunft vielleicht inspirietend ist: Die ersten Re­mon­s­t­ran­ten Gemeinden in Holland waren Hausgemeinden.

Die Re­mon­s­t­ran­ten wurden als Kirche sozusagen im Exil, von einem Flüchtling, organisiert.

Die Re­mon­s­t­ran­ten sind die ersten, die Aufklärung und christlichen Glauben zusammenführen.

Wer sich die Re­mon­s­t­ran­ten Porträts von Rembrandt ansehen will:

Eine andere Publikation zeigt auch das Porträt Uytenbogaerts mit einem Buch zu seiner Linken. Dies ist nicht die Bibel, das ist bemerkenswert, sondern es handelt sich offenbar um theologische Notizen, vielleicht um eine kurzgefasste Kirchenordnung der Re­mon­s­t­ran­ten. Über die verschiedenen Aktivitäten der Re­mon­s­t­ran­ten informiert die Zeitschrift ADREM.

Bekanntlich haben die Re­mon­s­t­ran­ten bis heute kein für alle Mitglieder und Freunde verbindliches Glaubensbekenntnis. Und sie wollen das auch nicht um der je persönlichen spirituellen Freiheit willen. Lediglich eine kurze, sehr allgemeine und offene „Grundsatz – Erklärung“ gilt als verbindliche Orientierung: „Die Remonstrantische Bruderschaft ist eine Glaubensgemeinschaft, die im Evangelium von Jesus Christus verwurzelt ist. Und die getreu dem Grundsatz von Freiheit und Toleranz Gott ehren und dienen will“.

Copyright: Christian Modehn, Re­mon­s­t­ran­ten Forum Berlin

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