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	<title>Bücher Archive - Forum der Remonstranten in Berlin</title>
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		<title>„Der Sündenfall des Christentums“ : Eine Studie von Gerrit J. Heering</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Dec 2024 09:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktueller Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente der Theologie der Remonstranten]]></category>
		<category><![CDATA[berühmter Theologe der Remonstrantenm]]></category>
		<category><![CDATA[der Theologe Gerrit J. Heering]]></category>
		<category><![CDATA[Friedenstheologe Gerrit J. Heering]]></category>
		<category><![CDATA[Friedenstheologe Heering in Holland]]></category>
		<category><![CDATA[Friedenstheologie]]></category>
		<category><![CDATA[Friedenstheologie in Holland]]></category>
		<category><![CDATA[Gerrit J. Heering]]></category>
		<category><![CDATA[Gerrit J. Heering als Theologe der Remonstranten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das bahnbrechende Buch (1928) des niederländischen Friedenstheologen, des Remonstranten Gerrit Jan Heering, ist im „Regal“ zum frühkirchlichen Pazifismus als Übersetzung wieder greifbar. Ein Gast &#8211; Beitrag von Peter Bürger, Düsseldorf Zunächst ein Hinweis der Redaktion der Reihe „edition pace“ Bevor wir im „Regal: Pazifismus der frühen Kirche“ demnächst neue Studien darbieten, wird hier ein weiteres...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1959/1959/">„Der Sündenfall des Christentums“ : Eine Studie von Gerrit J. Heering</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das bahnbrechende Buch (1928) des niederländischen Friedenstheologen, des Remonstranten Gerrit Jan Heering, ist im „Regal“ zum frühkirchlichen Pazifismus als Übersetzung wieder greifbar.</p>
<p><em>Ein Gast &#8211; Beitrag von Peter Bürger, Düsseldorf</em></p>
<p>Zunächst ein Hinweis der Redaktion der Reihe „edition pace“</p>
<p><em>Bevor wir im „Regal: Pazifismus der frühen Kirche“ demnächst neue Studien darbieten, wird hier ein weiteres historisches Werk wieder zugänglich gemacht, das trotz des Abstandes von einem Jahrhundert noch immer wichtige Impulse geben kann. Zum editorischen Vorgehen sei bezogen auf die ganze Reihe angemerkt: Wir versehen die Werke aus früheren Zeiten nicht mit einem kritischen Anmerkungsapparat, in dem Abweichungen zu heutigen Sichtweisen und Erkenntnissen jeweils kommentiert werden (Beispiel: Darstellung und Gewichtung der Friedensbotschaft der Hebräischen Bibel), sondern rechnen mit mündigen Leserinnen und Lesern, die die geschichtlichen Kontexte einer Arbeit vor Augen haben.</em></p>
<p>1.<br />
Der Erste Weltkrieg führte den niederländischen Theologen Gerrit Jan Heering (1879-1955) zu einem radikalen Antikriegsstandpunkt. Im Vorwort zu dem hier neu edierten Werk „Der Sündenfall des Christentums“ (Erstauflage NL 1928, dt. Übersetzung 1930) schreibt er: Ich will „ernsthaft auseinandersetzen, dass Christentum und Krieg – jetzt mehr denn je – unversöhnliche Gegensätze sind. Ich will zwischen die christliche Lehre und die Ideologie des Krieges einen Keil treiben. Beide Systeme sind von der Geschichte zwangsweise zusammengeführt und werden jetzt in künstlicher Weise zusammengehalten. Ich will an das christliche Gewissen und an das von diesem Gewissen gelenkte vernünftige Denken appellieren und fragen, ob es nicht die höchste Zeit ist, dass Kirche und Christen sich prinzipiell gegen das ganze Kriegswesen auflehnen. &#8230; Es war eine verhängnisvolle Wendung in der Geistesgeschichte, die während und nach der Zeit von Kaiser Konstantin sich vollzog; durch das enge Bündnis zwischen Staat und Kirche ging das Bewusstsein des Gegensatzes zwischen Christentum und Krieg … verloren &#8230;; das schlimmste ist, dass man (seither) &#8230; ruhig Böses gut nennt. &#8230; Die Art, wie in allen christlichen Ländern die Kirche direkt in das gegenseitige Gemetzel des letzten Krieges [1914-1918] hineingezogen worden ist, nämlich als unentbehrlicher, als inspirierender Faktor, demonstriert jenen Sündenfall in deutlichster und greulichster Weise. Es ist kein größerer Abstand und Gegensatz denkbar, als zwischen Christus und dem modernen Krieg. Wer dies verneint, hat die Realität eines von beiden oder beider nicht klar gesehen. Das militärische Christentum unserer Tage kann nicht schärfer gerichtet werden, als es durch das Christentum Christi geschieht.“</p>
<p>2.<br />
Schon 2004 konnte die erstmals 1930 erschienene deutsche Übersetzung des Werks „De zondeval van het Christendom“ durch Octavia Müller-Hofstede de Groot in die digitale „Handbibliothek Christlicher Friedenstheologie“ aufgenommen werden. Jetzt liegt zu Weihnachten 2024 eine Neuedition innerhalb der Reihe „edition pace“ (Regal: Pazifismus der frühen Kirche ǀ 2) vor. Die Internetversion ist – wie bei allen Publikationen des ‚Regals‘ – frei abrufbar; es gibt nachträglich aber auch die Möglichkeit, eine preiswerte Taschenbuchausgabe zu bestellen. Der Werdegang des Verfassers sei hier – zumeist wortgetreu – in Anlehnung an eine Darstellung aus der niederländischen ‚Bücherkunde‘ nachgezeichnet:</p>
<p>3.<br />
Gerrit Jan Heering – geboren am 15. März 1879 in Pasuruan/Indonesien, gestorben am 18. August 1955 in Oegstgeest – wirkte nach seinem Universitätsstudium lange als Hochschullehrer des Theologischen Seminars der Remonstranten in Leiden (NL). Der Vater war seit 1868 Prediger in Indonesien gewesen. Die Familie kehrte 1881 in die Niederlande zurück. G. J. Heering ist dann ebenfalls Prediger geworden wie sein Vater, aber mit einer anders gefärbten Predigt, in der die geistliche Motivation deutlicher zu Tage trat, und mit einer anders ausgerichteten [‚rationalismus-kritischen‘] Theologie, die er in seiner Zeit als Hochschullehrer durchdacht und grundgelegt hat. Als Prediger diente er den Remonstranten-Gemeinden von Oude Wetering (1904-1907), Dordrecht (bis 1913) und Arnheim (bis zum Beginn seines Hochschullehramtes, April 1917). – Als junger Pfarrer heiratete er im Jahr 1905 Alida van Bosse; die beiden wurden Eltern von fünf Söhnen. – Heeringʼs Leidenschaft gehörte der Kanzel. Seine Predigten zeichneten sich durch eine starke persönliche Überzeugungskraft aus; verschiedene Predigtsammlungen sind in Buchform veröffentlicht worden (‚Unser Vertrauen‘; ‚Zeugnisse aus dunkler Zeit‘ 1940; ‚Was uns erhält‘). Predigen bedeutete für Heering die durch den Glauben getragene ‚freie prophetische Verkündigung des Evangeliums, im Dienste und zur Ehre des heiligen Gottes‘. – Gerrit Jan Heering entwickelte eine eigene „Dogmatik auf der Grundlage der Evangelien und der Reformation“, schrieb über den „Ort der ‚Sünde‘ in der freisinnigen-christlichen Dogmatik“ (1912) und über „Die Selbstständigkeit der Seele“ (1917).</p>
<p>4.<br />
Der Erste Weltkrieg führte ihn zu einem radikalen Antikriegsstandpunkt, beeinflusst von Hilbrandt Boschma (1869-1954), der bereits während der Kriegszeit 1914-1918 an verschiedenen Orten pazifistische Lesungen abhielt: „Kreuz oder Kanone?“ – „Warum kein Krieg? Weil der Krieg die radikalste Sünde gegen Gott ist.“ Heering fasste seine eigenen Studien und Einsichten 1928 in dem Werk „Der Sündenfall des Christentums“ zusammen (s.u.). Er grün­dete mit anderen „Kerk en Vrede“ (Church and Peace), wurde Vorsitzender dieser Vereinigung auf nationaler Ebene und war für viele Jahre auch international eine der leitenden Persönlichkeiten des neuen kirchlichen Friedensnetzes.</p>
<p>5.<br />
Die Friedensbewegung in den Niederlanden zeigte sich schon vor dem Ersten Weltkrieg gut organisiert, vielgestaltig (‚Tolstojaner‘, Anarchisten, sozialistische Antimilitaristen …) und übernational vernetzt. Mit Gerrit Jan Heering und Persönlichkeiten, die ihm nahestanden, wurde sie durch eine neue Strömung mit ökumenisch-friedenskirchlicher bzw. friedenstheologischer Programmatik bereichert. Wie bedeutsam die 1928 vorgelegte Untersuchung des gelehrten Remonstranten zum ‚konstantinischen Sündenfall‘ und dessen mögliche Überwindung über die Landesgrenzen hinaus war, führen uns gleich vier Übersetzungen in andere europäische Sprachen vor Augen. 1933 ist der Verfasser sogar für den Friedens-Nobelpreis vorgeschlagen worden.</p>
<p>6.<br />
Der bekannte Dominikaner und Friedenstheologe P. Franziskus Maria Stratmann (1883-1971) schrieb bald nach Erscheinen der deutschen Ausgabe von Heerings Werk „De zondeval van het Christendom“ in einer Rezension (Der Friedenskämpfer. Organ der Katholischen Friedensbewegung 5. Jg. / 1931, S. 69-76):  „Einem Christen tut es weh, vom ‚Sündenfall des Christentums‘ reden zu hören. Je stärker er seine Religion liebt, um mehr schmerzt ihn jede Anklage. Aber gerade die starke Liebe muß hellsichtig sein, damit Krankes geheilt, Schwaches gestärkt werden kann. Die Christen, die die Geschichte des Christentums mit Einschluß der Kriegsgeschichte ganz in der Ordnung finden, sind sicher nicht die besten und erweisen ihm einen schlechten Dienst. Man muß deshalb für das Buch Heerings, das hier nur in seinem Kern, nicht in seinem sonstigen reichen Inhalt behandelt werden konnte, sehr dankbar sein. Der Verfasser selbst gehört, wie eingangs gesagt, zu denen, die an der Darlegung der Krankheitsgeschichte des Christentums alles andere als Freude haben. Er will nur als gewissenhafter Arzt an die Wurzel des Übels heran. Er sieht sie in einer Verwachsung des christlichen Edel­bau­mes mit einem ihm schicksalhaft, aber auch schuldhaft auf­gepfropften Wildling, dem Krieg. Im letzten Teil des Buches gibt er sehr beachtenswerte Ratschläge zur Heilung des Übels. […] Die Wahrheit und der Ernst der Sache verlangen aber doch, daß wir alle Schuld nicht allein auf die Menschen, die Christen, wälzen und behaupten, sie hätten eben in ihrem schuldbaren Kriegführen eine an sich tadellose christliche Kriegslehre verleugnet, sondern wir müssen sagen, daß gewisse weit verbreitete Kriegslehren mindestens die gleiche Schuld treffen. Zahllose Christen hätten nichts lieber getan als einer möglichst strengen Kriegs- bzw. Antikriegslehre Gefolgschaft geleistet. Sie haben jedem obrigkeitlichen Befehl nur deshalb gehorcht, weil er sie dazu zwang und ihr widerstrebendes Gewissen vergewaltigte. Nötiger als eine Reform dieser Christen ist deshalb eine Reform dieser Lehren, mindestens eine neue Anwendung alter Lehren auf die von Grund auf veränderte heutige Situation. Eine vom Lehramt der Kirche definitiv formulierte oder gedeckte und darum im Glaubensgehorsam verbindliche, für jede Situation gebrauchsfertige ‚katholische‘ Kriegslehre gibt es nicht. Diese Feststellung ist von der größten Wichtigkeit. Sie läßt die Bahn frei sowohl für die theoretische Arbeit der Moraltheologie wie für das praktische Handeln der Katholiken. An dem Heeringschen Buche wird die Neuorientierung nicht vorübergehen können […]. Es ist eine bedeutende Bereicherung der pazifistischen Literatur, und auch der Katholik kann in ihm, trotz wesentlicher Vorbehalte, einen der Wegebereiter nicht nur des Welt-Friedens, sondern auch des ‚Friedens Christi im Reiche Christi‘ sehen.“</p>
<p>7.<br />
Wer die Kirchengeschichte kennt, weiß wie außergewöhnlich dieses – nur ein wenig vorsichtige – Lob für Heerings Buch aus dem Mund eines römisch-katholischen Ordenspriesters gegen Ende der Weimarer Republik erscheinen musste. In seinem Geleitwort zur deutschen Ausgabe des Werkes von 1930 hatte der evangelische Theologe Martin Rade (1857-1940) ge­schrieben: „Wenn der nächste Krieg kommt, werden die Kirchen nicht mehr geschlossen zu den Armeen stehn. Es wird dann nicht ohne schwere innere Konflikte gehen. Wie sie sich abspielen, wie sie sich lösen werden, weiß kein Mensch. Je länger die gegenwärtige Atempause dauert, desto besser mag es sein.“ (Neuausgabe, S. 10). Doch die ‚Atempause‘ bis zum nächsten Menschenschlachten im Zweiten Weltkrieg dauerte nur kurz. Die amtlichen Leitungen der beiden deutschen Großkirchen leisteten ab 1939 für den ‚Hitlerkrieg‘ (!) doch wieder – ziemlich ‚geschlossen‘ – kriegstheologischen Beistand in großem Umfang und riefen – mit durchschlagendem Erfolg – die Getauften zum Gehorsam gegenüber der Obrigkeit im NS-Staat auf (Dokumentation: https://kircheundweltkrieg.wordpress.com/). Nach 1945 haben die i. d. R. vom Staat besoldeten Kirchenhistoriker wunderliche Verteidigungstexte zu diesem abgründigen Komplex verfasst – und nicht wenige ‚weltliche Vertreter‘ der Geschichtswissenschaften haben ihnen dabei unter dem Vorzeichen sogenannter „Historisierung“ assistiert.</p>
<p>8.<br />
Heerings Anliegen wird gegenwärtig verstanden, wenn etwa der Bischof von Rom bezeugt, es könne im Licht des Evangeliums keine ‚gerechten Kriege‘ geben und Christen müssten schon Herstellung oder Besitz atomarer Massenvernichtungswaffen als verwerflich brandmarken. Doch der vom niederländischen Seelsorger und Theologieprofessor nach dem Ersten Weltkrieg ersehnte radikale Bruch mit dem konstantinischen Staatskirchenparadigma hat in den privilegierten nationalen Kirchengebilden, zumal im Militärkirchenwesen, nie stattgefunden. Die völlig irrationale militärische Heilslehre stößt in diesem Zusammenhang heute nirgendwo auf eine Fundamentalkritik, während der Militarismus unentwegt Felder des öffentlichen Lebens für sich ‚zurückerobert‘. Leider gibt es viele Gründe, das ehedem bahnbrechende Werk „Der Sündenfall des Christentums. Eine Untersuchung über Christentum, Staat und Krieg“ gerade jetzt wieder allgemein zugänglich zu machen. Möge es vielen zur Erschütterung und zu einem klaren Denken in der Kriegsfrage verhelfen.</p>
<p>Copyright: Peter Bürger Düsseldorf, Dezember 2024 ǀ</p>
<p><em>Die Digitale Erstauflage der Neuedition </em> ist beim Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. abrufbar: Gerrit Jan Heering: Der Sündenfall des Christentums. – Eine Untersuchung über Christentum, Staat und Krieg. Aus dem Holländischen übersetzt durch Octavia Müller-Hofstede de Groot, 1930. Neu ediert von Peter Bürger in Kooperation mit: Lebenshaus Schwäbische Alb, Ökumenisches Institut für Friedenstheologie, Portal Friedenstheologie. (= edition pace ǀ Regal: Pazifismus der frühen Kirche 4). Digitale Erstausgabe der Neuedition. Düsseldorf ǀ Gammertingen, 12.12.2024. https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/media/pdf/Heering_S%C3%BCndenfall.pdf</p>
<p><em>Die gedruckte Buchausgabe</em> im Handel: Gerrit Jan Heering: Der Sündenfall des Christentums. – Eine Untersuchung über Christentum, Staat und Krieg. Aus dem Holländischen übersetzt durch Octavia Müller-Hofstede de Groot, 1930. (= edition pace ǀ Regal: Pazifismus der frühen Kirche 4). Norderstedt: BoD 2024. (ISBN: 978-3-7693-2488-4; Paperback; 316 Seiten; Preis: 12,99 Euro)  https://buchshop.bod.de/der-suendenfall-des-christentums-gerrit-jan-heering-9783769324884</p>
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		<item>
		<title>Trinität, Dreifaltigkeit, als Dogma überwinden!</title>
		<link>https://forum.remonstranten-berlin.de/1925/trinitaet-dreifaltigkeit-als-dogma-ueberwinden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jul 2023 19:11:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Dreifaltigkleit als Dogma überwinden]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben ohne das Trinitätsdogma]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten und Trinität]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten und Unitarier]]></category>
		<category><![CDATA[Trinität als Dogma überwinden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, Juni 2023 1. Für die Frage nach Gott oder dem Göttlichen oder dem Ewigen oder dem „alles tragenden Lebenssinn“ interessieren sich noch viele Menschen. Als zusätzliches Problem erscheint für die meisten die Frage nach der göttlichen Dreifaltigkeit, der Trinität. Dabei gilt dieses Dogma innerhalb der Kirchenleitungen als etwas „unterscheidend Christliches“, also...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1925/trinitaet-dreifaltigkeit-als-dogma-ueberwinden/">Trinität, Dreifaltigkeit, als Dogma überwinden!</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hinweis von Christian Modehn, Juni 2023</p>
<p>1.</p>
<p>Für die Frage nach Gott oder dem Göttlichen oder dem Ewigen oder dem „alles tragenden Lebenssinn“ interessieren sich noch viele Menschen. Als zusätzliches Problem erscheint für die meisten die Frage nach der göttlichen Dreifaltigkeit, der Trinität. Dabei gilt dieses Dogma innerhalb der Kirchenleitungen als etwas „unterscheidend Christliches“, also in den herrschenden, sich „orthodox, rechtgläubig“ nennenden Kirchen, wie bei den Römischen Katholiken, den Orthodoxen, den Lutheranern, den Reformierten (Calvinisten etc.). Der folgende Beitrag zeigt, dass spirituelles Leben im Sinne Jesu von Nazareth selbstverständlich ohne das Trinitäts &#8211; Dogma sehr gut möglich ist.</p>
<p>2.</p>
<p>Der internationale geschätzte (Konzils-) Theologe Karl Rahner SJ schrieb 1973 in seinem Lexikonbeitrag „Trinitätstheologie (Herders Theologisches Taschenlexikon, Band 7, S. 353): „ Es muss noch darauf hingewiesen werden, dass die Lehre von der Trinität im konkreten Leben der Christen und in der Predigt, wenn überhaupt, dann nur eine sehr bescheidene Rolle spielt“. Einen Grund für diese diese treffend beschriebene Tatsache nennt Rahner leider nicht. Die Wahrheit ist: Die Trinitätslehre, das Dogma, ist so „äußerst hochkomplex“, so sehr und so heftig eingebunden in eine metaphysische Sprachwelt des 4. Jahrhunderts n.Chr., dass sie, von wenigen Spezialisten abgesehen, heute niemand mehr versteht. In dem genannten Taschenlexikon &#8211; für weite Kreise bestimmt &#8211; braucht Rahner immerhin 13 Seiten, um das schwierigste aller theologischen Themen zu erklären. Wer diesen Rahner &#8211; Text verstanden hat, also in heute nachvollziehbaren Worten wiedergeben kann, möge sich bei mir melden.</p>
<p>3.</p>
<p>Wie unter Theologen üblich, wird von Rahner nicht erwähnt, wie stark die imperiale kaiserliche Macht damals interessiert war, Jesus von Nazareth als göttlichen Pantokrator auszugeben, und zwar aus dem einfachen Grund: Die Kaiser wollten sich als Nachfolger dieses göttlichen Christus &#8211; Pantokrator absolut aufwerten. Solches Ausblenden politisch &#8211; ideologischer Zusammenhänge beim Entstehen von Dogmen ist typisch für eine breite Tradition katholischer Theologie in Europa. Deswegen ist sie auch so irrelevant.</p>
<p>4.</p>
<p>Rahner selbst gibt zu, dass die Trinität, so wörtlich, „ein absolutes Geheimnis“ ist, das auch „nach seiner Offenbarung nicht rational durchschaubar ist“ (ebd. S. 342). Die Trinität ist also nicht nur nicht rational durchschaubar, das wäre schon viel verlangt, sie ist als solche nicht einmal als Faktum rational erreichbar. Also ein „absolutes Geheimnis“. Wer also dem Trinitätsdogma glaubend folgt, verzichtet bewusst auf jegliche Relevanz seines eigenen Geistes, seiner eigenen Vernunft. Diese Haltung, die zu dummem Schweigen führt, kann kein vernünftiger Mensch noch menschlich nennen. Menschen auf rational total bzw. absolut (!) Geheimnisvolles festzulegen, ist einzig Sache der so genannten Sekten, nicht aber der Menschen, die irgendwie den Lebensweg Jesu von Nazareth noch inspirierend finden und die Gottesfrage gerade mit ihrer Vernunft „klären“ wollen.</p>
<p>5.</p>
<p>Nur eine „Kostprobe“ zu trinitarischen Formeln, sehr dicht an dem offiziellen, bis heute in Messen etc. gesprochenen Glaubensbekenntnis: Es handelt sich demnach bei der Trinität um eine transzendente, himmlische real existierende Idee: Es ist der eine Gott mit einem Wesen und drei Hypotasen („Personen“) im „Himmel“. Gott selbst ist als erste „Person“ der Vater; die zweite Hypotase („Person“) trägt den Namen Christus. Er wurde „vor aller Zeit gezeugt“ (ohne Anwesenheit von Frauen, dann aber irgendwie auch himmlisch „geboren“). Dieser Christus hat zwei Naturen, eine göttliche und eine menschliche. Aber immerhin ist diese Hypotase so wirkungsvoll, dass aus ihm wie auch aus dem Vater der heilige Geist „ausgeht“ (im Sinne eines „Hervorgangs“, sagt die offizielle Deutung, was immer das bedeuten mag, CM). Die orthodoxen Kirchen des Osten behaupten nun, dass der heilige Geist nur aus dem Vater ausgeht! Wegen dieser „verknallten Spekulation“ kam es letztlich auch zum Bruch zwischen West &#8211; Kirche und Ost &#8211; Kirche … bis heute. Dieser heilige Geist wird in der christlichen Ikonographie als Taube dargestellt, (nebenbei: ob als „Ringeltaube“ ist umstritten, hübsch wäre auch die „Rotschwanz-Fruchttaube“, CM). Wer noch eine Nuance Rahners mag, etwa zur Zahl „drei“ innerhalb der Trinität: „Vater, Sohn und Geist können in Gott `drei` gezählt werden, wobei man sich allerdings dessen bewusst sein muss, dass man das zusammenzählt, was als reiner Unterschied im numerischen Einen der Wesenheit nicht unter einen Begriff einer Menge von Gleichartigem gebracht werden kann und darf“ ( ebd. S 351).</p>
<p>6.</p>
<p>Nun hat die zweite Person der himmlischen Trinität, der Sohn bzw. der Logos, einmal zu einem bestimmten Zeitpunkt die intern göttliche Welt verlassen und hat „Fleisch angenommen“, wie es offiziell heißt, in der Person Jesus von Nazareth, der von ca 1 nach unserer Zeitrechnung bis ca. 35 lebte. Zu dieser Zeit muss als in der himmlischen Trinität die zweite Person (der „Sohn“) gefehlt haben. Es gab also einmal &#8211; in diesem Denken &#8211; einmal einige nicht &#8211; trinitarische „Momente“ innerhalb der himmlischen Trinität: Dies nur als kleine Kostprobe zu den Fragen, die sich spekulativ ergeben… Und die ganze klassische Dreifaltigkeitstheologie fragwürdig erscheinen lassen.</p>
<p>7.</p>
<p>Die Trinitätslehre aus dem 4.Jh. (man hat darüber gerätselt und debattiert und publiziert mindestens bis zum Konzil von Florenz 1439) ist, vornehm ausgedrückt, heute eine überflüssige Alt-Last, weniger vornehm: ein störender Klumpen, ein Ballast, den es nun endlich beiseite zu legen gilt … als Akt der Befreiung.</p>
<p>8.</p>
<p>Die „Trinität“ ist für uns also nicht mehr als ein uraltes, jetzt nur noch für Historiker interessantes Bild, so, wie die religiöse Rede von Engeln im Christentum nichts als ein hübsches, aber letztlich überflüssiges Bild ist. Die außer &#8211; christliche Esoterik interessiert sich leidenschaftlich für die Engel, Pater Anselm Grün, der viel &#8211; schreibende Benediktiner, auch… Auch der Mythos von der Erbsünde ist nichts als ein Bild, aber kein Dogma mehr, sagen vernünftige Theologinnen heute. Dasselbe gilt für die Rede von der „unbefleckten Jungfrau Maria“.</p>
<p>9.</p>
<p>Dass damit ein Diskussionsfeld eröffnet wird, in dem die Konservativen, die Reaktionären und Traditionalisten alle ihre angeblich scharfen Argumente noch einmal gegen angeblich „böse Irrlehrer“ vorführen, ist klar. Die sich „rechtgläubig“ nennenden Kirchen (also römische Katholiken, Orthodoxe aller Couleur, Lutheraner, Calvinisten …) haben im Laufe ihrer Herrschaftsgeschichte bewiesen, wie sie mit dogmatischen Erneuern und Reformatoren gerade hinsichtlich der „Trinität“ umgehen: Der Theologe Michel Servet (bekannt und geschätzt durch sein Werk „De trinitatis erroribus“, 1531) wurde vom Reformator Calvin am 26. Oktober 1553 öffentlich in Genf (!) verbrannt. Die Theologen Sozzini (etwa Fausto Sozzini 1539-1604) als argumentierende und hoch gebildete Anti-Trinitarier und ihre kleine mutige Gemeinschaft der „Polnischen Brüder“ wurden verfolgt usw. An die Vorbehalte des großen Theologen Erasmus gegen die Trinitäts &#8211; Lehre müsste erinnert werden oder auch an die heute noch bestehende freisinnige christliche Kirche der Remonstranten. Ihr offenes Glaubensbekenntnis von 2006 versucht die göttliche Wirklichkeit jenseits trinitarischer Formeln auszusagen, ein einmaliger Vorgang in einer christlichen Kirche heute. LINK.</p>
<p>10.</p>
<p>Seit einigen Jahren haben sogar wenige katholische Theologen den Mut, ihre Zweifel an der offiziellen „Trinitätslehre“ öffentlich zu äußern. Ich denke da vor allem an Professor Edward Schillebeeckx, der lange Jahre als Theologe an der Universität Nijmegen lehrte. In dem Interview-Buch „Edward Schillebeeckx im Gespräch“ (Luzern 1994, Edition Exodus) sagt Schillebeeckx klar und deutlich: „Ich bin im Hinblick auf eine Trinitätstheologie fast ein Agnostiker“ (S. 107). Zuvor hat er in wenigen Sätzen erklärt, was ihn zu dieser Erkenntnis geführt hat: „Im Glaubensbekenntnis geht es nicht um die drei göttlichen Personen…Ich glaube an den heiligen Geist, der für mich allerdings ein großes Problem darstellt. In der Bibel ist der heilige Geist ein Geschenk, nicht eine dritte Person: Er ist die Seinsweise Gottes selbst, der sich den Menschen als Geschenk gibt“ (S. 106).</p>
<p>11.</p>
<p>Damit bietet Schlillebeeckx entscheidende Hinweise: Gott selbst ist, wenn man schon sprachlich sich auf ihn bezieht, nur als Geist denkbar, auch nicht als „Person“ im landläufigen Sinne, schon gar nicht als Materie, als Klotz, als Stein oder was… Sondern als ewiger Geist, und weil Geist, eben auch lebendig- tätig- schöpferisch. Auch Geist kann im populären Verständnis von „Geistern“ etc. falsche Assoziationen wecken… Auch „Geist“ als Beschreibung des Ewigen, Göttlichen, ist also sehr differenziert zu verstehen.</p>
<p>12.</p>
<p>Zunächst folgen wir der Spur, die zu einem neuem Verständnis des „heiligen Geistes“ führt, der nicht als göttliche „Person“ verstanden werden sollte. Unser Ausgangspunkt ist die menschliche Selbsterfahrung des Geistes: Im menschlichen Geist als Vernunft, als Emotion, zusammengefasst als „Seele“, gestalten wir unser menschliches humanes Leben, mit allen seinen vielfältigen Produktionen des Geistes und der Vernunft, mit seinen ständigen Reflexionen und Entscheidungen, auch zwischen Böse und Gut, um es klassisch moral-philosophisch zu sagen. Es unser Geist, der seine Lebendigkeit zeigt. Aber was soll dann noch ein heiliger Geist, offenbar ein zusätzlicher Geist in uns? Wann und wo und wie wirkt denn dieser zweite Geist in uns? Etwa nur, wenn es sich um explizit religiöse und spirituelle Fragen handelt? Aber kann der allgemeine, der menschliche Geist nicht von sich aus auch in der Auseinandersetzung mit Lebensfragen, in der Begegnung mit Kunst usw. Spuren der Transzendenz und des Göttlichen entdecken? Lehrt nicht sogar die katholische Kirche im Ersten Vatikanischen Konzil schon, dass der „natürliche“, also der allgemeine menschliche Geist Gott erkennen kann? Wozu dann noch diese behauptete doppelte Geist &#8211; Struktur in der einen geistigen Selbsterfahrung des Menschen? Kann der menschliche Geist nicht von sich auch Erstaunliches, wunderbar Genanntes, erleben?</p>
<p>13.</p>
<p>Die Rede von einem zusätzlichen, zweiten Geist, einem heiligen Geist, im Menschen ist also überflüssig. Aber was bedeutet dann die literarische Erzählung im Neuen Testament von der Begeisterung der ersten kleinen Gemeinde, die behauptet, zu „Pfingsten“ mit dem heiligen Geist beschenkt worden zu sein? Unsere Antwort: Diese ersten Christen fühlten sich durch ihren eigenen Geist ermutigt, als kleine Gemeinschaft weiter zu leben und ihren Glauben weiter zu gestalten: Diese allgemein menschliche Einsicht, Reflexion und Entscheidung, deuteten sie bei dem damals religiös-kulturell üblichen Enthusiasmus als besondere Gabe Gottes, als besonderen, gegenüber dem eigenen Geist noch zusätzlich gegeben göttlichen, heiligen Geist. Diese Deutung von „Pfingsten“ durch die ersten Christen ist also kulturell bedingte Deutung anzusehen. Diese ersten Christen hatten wie alle anderen Menschen ihren Geist, ihre Vernunft, ihre Emotionen usw. Und dieser Geist der Menschen ist &#8211; theologisch gesehen &#8211; der Geist, den der unendliche „Schöpfer“ der Evolution der Welt und der Menschen den Menschen erschaffen hat. Es ist also der von Gott geschaffene Geist (Vernunft) im Menschen, der auch zu religiösen Erkenntnissen führt. Einen zweiten, im Menschen irgendwie und irgendwann wunderbar wirkenden zusätzlichen göttlichen Geist braucht die Menschheit nicht. Denn der menschliche Geist (Vernunft) als Gottes Schöpfung ist heilig.</p>
<p>14.</p>
<p>Mit dieser Skizze wird deutlich: Der so genannte heilige Geist ist eine vom Überschwang bestimmte Konstruktion. Der heilige Geist ist also keine Person einer göttlichen Trinität: Denn Gott selbst ist schöpferischer Geist, der seinen Geist der evolutiven Welt (und den Menschen) mit &#8211; teilt…Es gilt also „Gott als den Ewigen als absolute Einheit zu denken“ (vgl. Kurt Flasch, „Christentum und Aufklärung“, Frankfurt/Mn., 2020, S 354)</p>
<p>15.</p>
<p>Es bleibt die Frage, wie denn Jesus von Nazareth als Logos in die „Trinität“ als die „zweite Person“ hineingesetzt werden konnte. Dazu hat der katholische Theologe Prof. em. Hermann Häring (Tübingen) in PUBLIK-FORUM( Heft 10/2023, S. 36 f.) einige Hinweise gegeben unter dem Titel „Die kirchliche Trinitätslehre ist überholt“. Häring schreibt: „Jesus hat sich nie als Teil einer Trinität verstanden, der ihm zugeschriebene Titel Sohn Gottes ist meilenweit entfernt von der zweiten innergöttlichen Person… Unser Bruder Jesus ist zum Träger von Gott gegebener Weisheit geworden. Dazu braucht es keine Dreifaltigkeit“ (S. 36). Im leider ziemlich knappen Beitrag betont Häring treffend: „Man habe in der Kirche diesen Trinitätsglauben aus kindlichem Glaubensgehorsam bewahrt“ (S. 37). Und er schlägt wie auch der Autor dieses Hinweises „eine Generalrevision unserer Glaubenskonstrukte“ vor (ebd.)</p>
<p>16.</p>
<p>Man muss den genannten Spuren folgen und „Jesus von Nazareth“ endlich wieder als Menschen sehen, als „unseren Bruder“, bezeichnen und als solchen auch religiös respektieren. Jesus von Nazareth ist einer von uns Menschen. Er zeigt in seinem Leben, dass er wie die Menschen überhaupt mit kreativem menschlichen Geist, als der Gabe des schöpferischen Gottes, ausgestattet, „beschenkt“, ist. Mit anderen Worten: Jesus von Nazareth zeigt, dass alle Menschen als Geschöpfe Gottes gemeinsam gleichberechtigte Brüder und Schwestern sind, im Bild gesprochen des einen „schöpferischen Vaters“…Es ist also die eine geistvolle Menschheit gemeint, die sich auch in Kirchen sammeln kann, um diese Erinnerung an den einen „Vater“ aller aktuell, auch politisch, aber auch meditativ lebendig zu gestalten.</p>
<p>17.</p>
<p>Aus der „Trinität“ ist also nicht nur der „heilige Geist“ als Person bzw. als Taube befreit. Aus der Trinität ist auch Jesus von Nazareth befreit. Was bleibt? Der eine ewige Gott, den viele als den geistvollen Schöpfer der evolutiven Welt und der Menschen ansehen und verehren, mit religiösen Menschen anderer Religionen…</p>
<p>18.</p>
<p>Aber auch bei diesem Bild, das sinnvoller und geistvoller,„vernünftiger“ und biblischer ist als das Bild „Trinität“, bleiben Fragen: In der Mystik und bei wenigen zeitgenössischen Theologen wird das Bild Trinität oder das Bild des einen schöpferischen Gottes noch einmal weiterentwickelt bzw. überwunden. Denn das Bild des einen schöpferischen Gottes lässt viele Probleme offen: Der schöpferische Gott hat den Menschen als Freiheit geschaffen, aber: Diese von Gott geschaffene Freiheit kann der Mensch auch zum Bösen, Krieg etc. gestalten. Das heißt doch wohl: Dass damit auch Gott als der Schöpfer dieser menschlichen Freiheit ins Böse mit hineingezogen wird.</p>
<p>19.</p>
<p>Gibt es also noch einen größeren Gott als das Bild des schöpferischen Gottes (vielleicht auch klassisch noch als Trinität)? Meister Eckart (1260-1328) dachte an die „Gottheit“, sozusagen an den „Gott über Gott“. In seiner „deutschen Predigt“ mit dem Titel „Selig die Armen“, bezogen auf Matthäus 5,3 heißt es: “Darum bitte ich Gott, dass er mich Gott-los (wörtlich Gottes quitt) mache. Denn mein wesentliches Sein ist oberhalb von `Gott`, sofern wir Gott als Ursprung der Welt fassen“(vgl. „Meister Eckart. Einheit mit Gott“, hg. von Dietmar Mieth, Düsseldorf 2002, S. 154). Es geht also bei diesem Gott über „Gott“ um eine Idee über allem Sein und über aller Unterschiedenheit… Auch Paul Tillich dachte Gott jenseits eines Theismus, der sich auf drei göttliche Personen bezieht. Eine authentische religiöse Lebensform ist für Tillich „Der Mut zum Sein“, der seinen Halt findet in dem „Gott über Gott“ (GW XI. S. 138 f). Siehe auch: &#8222;Paul Tillich&#8220; von Werner Schüssler und Erdmann Sturm, Darmstadt, 2007, S. 163ff): &#8222;Die Idee von dem Gott über Gott, dem letzten Grund allen Seins,  der erschient, wenn der Gott , dem wir Namen geben, versunken ist &#8211; , mag mir in der unbewussten Erinnerung an Dionysios (Areeopagita) gekommen sein&#8220; (S. 166). &#8222;Gott über Gott&#8220; ist also ursprünglich ein neuplatonischer Gedanke&#8230;.</p>
<p>20.</p>
<p>Was also ist erreicht in dem hier nur angedeuteten Versuch, das Dogma der Trinität beiseite zu legen und für eine „einfache“ Spiritualität zu plädieren? Es wurde beispielhaft gezeigt, dass eine moderne Theologie und ihr folgend Kirchen, die den Begriff modern für angemessen und richtig finden, (denk-)möglich sind. Dieser Hinweis will von Begriffen und Lehren befreien, die nur noch wie altes, verstaubtes Mobiliar in den Kirchen herumstehen und nur Historiker noch interessieren dürfen. Spirituelle Christen können sich also vom Ballast der Traditionen lossagen, befreien, wenn sie denn nicht von Angst vor dem Klerus bestimmt bleiben wollen. Und wichtig ist, dass Theologie wieder sich eine sehr lebhafte, erneuerungsbereite kritische Forschung zeigt…</p>
<p>21.</p>
<p>Wie sich diese von der alten „Trinität“ befreite Theologie zu den vielfältigen Formen der Unitarier bzw. unitarischen Kirchen verhält, ist eine andere Frage. Sie kann hier nicht beantwortet werden, weil die unitarischen Glaubensformen selbst noch sehr bezogen sind auf die alte, „klassische“ Trinitätstheologie. Unser Vorschlag geht ja dahin, den Gedanken Gott über „Gott“ im Sinne Meister Eckarts neu zu denken, von diesem „anderen“ Denken wären dann auch die unitarischen Glaubensformen betroffen.</p>
<p>22.</p>
<p>Zusammenfassung:<br />
Gott als der Ewige, der letzte Grund unseres Seins, ist Geist.<br />
Jesus von Nazareth ist Vorbild und Inspiration für ein &#8222;menschliches Leben&#8220;, das diesen Namen verdient.<br />
Der Geist ist heilig, weil er als Gottes Schöpfung im Menschen anwesend ist, als das Belebende, lebendig Machende.<br />
Die Konsequenzen dieser Theologie sind deutlich:<br />
Wir brauchen keine Ideologie der Erbsünde mehr, wir brauchen keine Klerus-Macht, sondern die Gemeinschaft der spirituell Suchenden, einander Ermunternden&#8230;<br />
Selbstverständlich wird dann auch die so genannte Erlösungs-Lehre der Kirchen neu gesehen: Der &#8222;Logos&#8220;, der vom Himmel herabsteigt und &#8222;Fleisch annimmt&#8220;, (Weihnachten!!), wird durch das Bild ersetzt: Jesus von Nazareth ist ein Vorbild der Menschlichkeit. Ihm in seiner Menschenfreundlichkeit zu folgen, kann erlösend sein. Aber nicht die metaphysische Kraft eines vom Himmel herabgestiegenen Logos (also die 2. Person der Trinität).<br />
Eine gewisse, ganz andere &#8222;Trinität&#8220;, also dann doch. Aber eine  nachvollziehbare, nicht als total &#8222;geheimnisvoll&#8220; behauptete&#8230;<br />
Eine andere &#8222;Trinität&#8220;, die zu denken &#8230; und zu leben gibt &#8211; auch im Gespräch mit anderen Religionen und Konfessionen, mit den Kulturen und anderen &#8222;Darstellungen&#8220; des Geistes&#8230;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn, Religionsphilosophischer Salon Berlin</p>
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		<title>Meine Biographie und meine Bibellektüre</title>
		<link>https://forum.remonstranten-berlin.de/1705/meine-biographie-und-meine-bibellektuere/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2020 17:32:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[11 Pastoren der Remonstranten über ihre Begegnung mit der Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[autobiografisch bijbellezen]]></category>
		<category><![CDATA[Bert Dicou en Koen Holtzapffel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibellesen verbinden mit Lebensgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Boek "Mjn Held en Ik"]]></category>
		<category><![CDATA[Buch "Mijn Held en ik"]]></category>
		<category><![CDATA[mijn held en ok]]></category>
		<category><![CDATA[Skandalon uitgeverij]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein neues Buch von 11 Pastorinnen und Pastoren de Remonstranten – Kirche Von Christian Modehn Wenn die Lektüre der Bibel nicht nur der Information dient und etwa nur eine allgemeine Antwort auf die sachliche Frage fordert: „Was sagte denn Jesus tatsächlich in seiner Bergpredigt?“, wenn also die Bibel wie ein Dialogpartner zum heutigen Leser inspirierend...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues Buch von 11 Pastorinnen und Pastoren de Remonstranten – Kirche</p>
<p>Von Christian Modehn</p>
<p>Wenn die Lektüre der Bibel nicht nur der Information dient und etwa nur eine allgemeine Antwort auf die sachliche Frage fordert: „Was sagte denn Jesus tatsächlich in seiner Bergpredigt?“, wenn also die Bibel wie ein Dialogpartner zum heutigen Leser inspirierend sprechen soll und der Leser dann den Text dreht und wendet und erwartungsvoll befragt: Dann ist der Moment gekommen, dass man von einer „autobiographischen Bibellektüre“ sprechen sollte. Ein Mensch von heute mit seinen persönlichen Fragen liest – vielleicht zufällig &#8211; einen kurzen Bibeltext, begegnet dort – überraschend &#8211; einer leibhaftigen Person und erkennt in der Erzählung von einst sich selbst wieder. Und gerät ins tiefere Suchen nach sich selbst. Oder er/sie wird durch die Erzählung in seinem/ihren eigenen Lebensentwurf bestätigt, meist aber erschüttert. Bei all dem gilt es natürlich den kritischen Verstand zu bewahren!</p>
<p>Es ist schon ein Stückweit Offenbarung, Freilegung“, der persönlichen „privaten“ Lebensgeschichte, wenn 11 Pastorinnen und Pastoren der protestantischen Remonstrantenkirche ihr Leben, ihre Geschichte, mit der speziellen Lebensproblematik mit einem Bibeltext konfrontieren und aus der Begegnung nicht nur Erkenntnisse, sondern heilsame Weisheit entnehmen. Und diese auch mitteilen.</p>
<p>So geschieht es in dem neu erschienen Buch „Mijn held en ik“. „Autobiografisch Bijbellezen“: Da wird die sehr persönliche Aussprache der Pastorinnen und Pastoren über „ihre“ biblischen Gestalten Simson oder Leah, Ezechiel oder Johannes dem Täufer usw. vorgestellt. Diese biblischen Gestalten werden zu inspirierenden „Helden“ für heute. Manchmal werden förmlich zur Verstärkung auch andere poetische Texte hinzugezogen, wie etwa die Gedichte von Tomas Tranströmer.</p>
<p>Dass diese Form der Begegnung von Bibel und Leser auch für Gruppengespräche geeignet ist, wird dann im Schlusskapitel des Buches gezeigt.</p>
<p>Für Menschen, die Niederländisch lesen können, ist dieses Buch sicher eine gute Anregung: Sich selbst besser zu verstehen in der Auseinandersetzung mit den Begegnungen anderer, eben biblischer Gestalten. Denn auch sie erlebten oft wahre Dramen, sie waren zerrissen zwischen dem eigenen Wollen und einer göttlichen Weisung. Und fanden eigene Antworten, auch spirituelle Antworten.</p>
<p>Die Voraussetzung für diese Bibellektüre mit der Auswahl eines „Helden“, der mich dann weiter bringt, ist die Erkenntnis: Die Geschichten von Gestalten der Bibel gehören nicht einer untergegangenen Vergangenheit an! Vieles ist vielmehr förmlich „gleichzeitig“ mit uns. Diese Gestalten, „meine Helden“ &#8211; für eine gewisse Zeit &#8211; gehören als Menschen zu uns heute!</p>
<p>Als deutscher Leser wundert man sich vielleicht, dass der Begriff „Held“ im Niederländischen noch so verwendet werden kann. Früher hätte man in Deutschland vielleicht eher von Vorbildern (auch problematisch) gesprochen&#8230; Was „Helden“ angeht, sind wir in Deutschland eher sprachlos, „begriffslos“ geworden&#8230;Sicher ist dies eine Folge der Nazi – Zeit, die ja bekanntlich auch die Sprache vergiftete.</p>
<p>Das Buch lädt ein zum weiteren Nachdenken: Kann ich mir einen Apostel als meinen Held wählen, vielleicht sogar Paulus? Oder kann sogar Jesus von Nazareth in einer bestimmten Hinsicht, in seiner bestimmten Lebenspraxis, mein Held sein? Ist Glauben vielleicht die Verbindung, wenn nicht Bindung an einen „Helden“? Klingt komisch vielleicht: Aber warum kann Jesus von Nazareth nicht auch und vor allem mein Held, unser Held, werden? Der Jesus, der den Frieden lebte; der die Frauen liebte; den Jesus, der so viele Gleichnisse lehrte&#8230;</p>
<p>„Mijn Held en Ik. Autobiografisch bijbellezen“. Herausgegeben von Bert Dicou und Koen Holtzapffel. Verlag Skandalon, mit Illustrationen von Bert Kuipers. 176 Seiten, 16,95 EURO. Mit Beiträgen von: Jan van Belle, Fride Bonda, Sigrid Coenradie, Bert Dicou, Koen Holtzapffel, Lense Lijzen, Evelijne Swinkels-Braaksma, Joep de Valk, Corrie Vis, Alleke Wieringa en Sandra van Zeeland-van Cassel.</p>
<p>Christian Modehn</p>
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		<title>Eine vernünftige Theologie: Ein Vorbild aus Äthiopien im 17. Jahrhundert: Von Zär ´a Yaqob.</title>
		<link>https://forum.remonstranten-berlin.de/1603/eine-vernuenftige-theologie-ein-vorbild-aus-aethiopien-im-17-jahrhundert-von-zaer-a-yaqob/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jun 2019 08:45:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Dies und Das (wird i.d.R nicht angezeigt)]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[die Vernunft ist das religiöse Kriterium]]></category>
		<category><![CDATA[eine vernünftige Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[freisinnige Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft als Gottesgabe]]></category>
		<category><![CDATA[vernünftige Theologie aus Äthiopien im 17.Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Zär ´a Yaqob]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lesen Sie den Hinweis auf das Buch &#8222;Eine äthiopische Weltanschauung&#8220;  des Philosophen  Zär a Yaqob. Eine Einladung, das Wesentliche des christlichen Glaubens zu bewahren. Massstab dafür ist die Vernunft, das Geschenk Gottes an die Menschheit. Ein modernes Buch aus dem 17. Jahrhundert. Ziemlich einmalig!</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://religionsphilosophischer-salon.de/11827_der-glaube-muss-vernuenftig-sein_religionskritik">Lesen Sie den Hinweis</a> auf das Buch &#8222;Eine äthiopische Weltanschauung&#8220;  des Philosophen  Zär a Yaqob. Eine Einladung, das Wesentliche des christlichen Glaubens zu bewahren. Massstab dafür ist die Vernunft, das Geschenk Gottes an die Menschheit. Ein modernes Buch aus dem 17. Jahrhundert. Ziemlich einmalig!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1603/eine-vernuenftige-theologie-ein-vorbild-aus-aethiopien-im-17-jahrhundert-von-zaer-a-yaqob/">Eine vernünftige Theologie: Ein Vorbild aus Äthiopien im 17. Jahrhundert: Von Zär ´a Yaqob.</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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		<title>Get out – geht raus! Ein Magazin zum 400. Bestehen der Remonstranten</title>
		<link>https://forum.remonstranten-berlin.de/1569/get-out-geh-raus-ein-magazin-zum-400-bestehen-der-remonstranten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Mar 2019 17:28:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Wer sind die Remonstranten?]]></category>
		<category><![CDATA[Arrien Kruyt]]></category>
		<category><![CDATA[Christa Anbeek]]></category>
		<category><![CDATA[Diakonie der Remonstraten]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzminister der Niederlande jetzt]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzminister Holland]]></category>
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		<category><![CDATA[Remonstranten waren Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[welcher Kirche gehört Wopke Hoekstra an?]]></category>
		<category><![CDATA[Wopke Hoekstra Finanzminister und Remonstrant]]></category>
		<category><![CDATA[Wopke Hoekstra Remonstant]]></category>
		<category><![CDATA[Wopke Hoekstra Remonstrant]]></category>
		<category><![CDATA[Woüke Hoekstra in Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Rezension von Christian Modehn „Geht raus“: Mit diesem Befehl mussten die Remonstranten, die freiheitlich Gesinnten unter den Calvinisten, 1619 die Synode in Dordrecht verlassen und sich nach Belgien, dann nach Deutschland (Friedrichstadt!) flüchten. Erst später wurden sie in Holland geduldet! Remonstranten sind also vom Ursprung her Flüchtlinge und Widerständler! Großartig, modern, diese Herkunft! Ihre...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1569/get-out-geh-raus-ein-magazin-zum-400-bestehen-der-remonstranten/">Get out – geht raus! Ein Magazin zum 400. Bestehen der Remonstranten</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Rezension von Christian Modehn</p>
<p>„Geht raus“: Mit diesem Befehl mussten die Remonstranten, die freiheitlich Gesinnten unter den Calvinisten, 1619 die Synode in Dordrecht verlassen und sich nach Belgien, dann nach Deutschland (Friedrichstadt!) flüchten. Erst später wurden sie in Holland geduldet! Remonstranten sind also vom Ursprung her Flüchtlinge und Widerständler! Großartig, modern, diese Herkunft! Ihre Theologie passte den auf Rechtgläubigkeit bedachten Reformierten nicht. <em>Theologie und Widerstand (heute) ist also das remonstrantische theologische Thema!</em></p>
<p>„Get out“ ist nun der Titel einer „Glossy“, wie man in den Niederlanden sagt, eines Magazins in bunten Farben, vielleicht sollte man eher von einer Illustrierten sprechen. Wie auch immer: Diese Publikation, jetzt neu erschienen, 100 Seiten stark, reich mit Fotos ausgestattet, will in zahlreichen Beiträgen und Interviews zeigen, was Remonstranten in den Niederlanden, heute, 400 Jahre nach dem Rauswurf, als freisinnige protestantische Kirche denken, was sie leben, was ihnen wichtig ist. Dabei wird wohl eher an die LeserInnen außerhalb der Kirche gedacht als an „Insider“, deswegen wohl das aufwändige und bunte layout.</p>
<p>Nur einige Hinweise des Rezensenten:</p>
<p>Der gegenwärtige Finanzminister Wopke Hoekstra (CDA), Mitglied der Remonstranten und laut Tageszeitung de Volkskrant einer der einflussreichsten Niederländer, wird ausführlich interviewt. Ebenso Christa Anbeek, eine der führenden TheologInnen am Seminar für remonstrantische Theologie an der Freien Universität von Amsterdam. Sie plädiert in einem Gespräch mit Inez van Oord u.a. dafür, dass die TheologInnen „viel mehr hören sollten auf die Menschen an der Basis“&#8230;Immer wieder wird das Thema „Verwundbarkeit“ durch Leiden, auch seelisches Leiden, thematisiert, darüber hat Christa Anbeek etliche Bücher geschrieben. Sie fordert, dass auch (durch die Kirche?) viel mehr freie Orte und Räume geschaffen werden sollten, wo Menschen einander ihr Leben und Leiden sagen und Mitgefühl finden. Interessant sind auch die persönlichen Lebenszeugnisse von Remonstranten aller Generationen, von 20 bis 100&#8230;Wichtig die Hinweise auf die Gemeinde der jungen Remonstranten! Sie sind die Zukunft der Kirche.</p>
<p>Ein bisschen, nein, sehr schade finde ich, dass der Beitrag des auch in Berlin bekannten remonstrantischen Theologen Prof. Johan Goud (Den Haag) über das (innere) Kind so kurz und knapp ist; zudem ist dies ein politisch-kritischer Beitrag etwa zum Konsumismus. Ebenso muss ich in dieser „Rezension“ auch bemerken, dass der ebenfalls leider sehr kurze Beitrag über die Diakonie der Remonstranten von Arrien Kruyt erst ganz Ende des Heftes, auf Seite 97 erscheint. Das Thema hätte meines Erachtens viel mehr zentrale Aufmerksamkeit verdient, wenn man bedenkt: <em>Remonstranten waren zu Beginn Vertriebene und Flüchtlinge</em>. Was tun sie also heute in den Gemeinden gemeinsam mit Flüchtlingen, auch mit Muslims? Vielleicht werden Flüchtlinge und andere „Ausländer“ auch gern Mitglieder und Freunde der Remonstranten? Das wäre ein gutes neues Thema gewesen! Kommt aber vielleicht noch in einer Publikation am Ende des „Jubiläums“? Wenn man hoffentlich noch stärker einen Vorausblick bietet, was diese freisinnige protestantische Kirche, so klein sie auch sein mag, international in Zukunft bedeuten könnte und sollte. <em>Dies in einer Zeit, in der der fundmentalistische christliche Glaube sich immer mehr durchsetzt: Was für eine Aufgabe für eine freisinnige und theologisch liberale und deswegen lernbereite christliche Kirche!</em> Ein Freund in Berlin hat die Broschüre durchgeblättert und fragte mich dann: Wissen die Remonstranten eigentlich, wie einmalig sie in der weiten Ökumene sind und wie notwendig sie heute sind als Orte des umfassenden interreligiösen Dialogs zum Beispiel? Ich kann diese Frage nur weitergeben. Vielleicht findet sie gelegentlich eine Antwort.</p>
<p>GET OUT ist eine Publikation der Remonstranten. Man kann das Heft, in niederländischer Sprache, bestellen:</p>
<p>www. Remonstranten.nl   oder Remonstranten, Nieuwe Gracht 27 A, 3512 LC Utrecht,</p>
<p>Christian Modehn, www.remonstranten-berlin.de</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1569/get-out-geh-raus-ein-magazin-zum-400-bestehen-der-remonstranten/">Get out – geht raus! Ein Magazin zum 400. Bestehen der Remonstranten</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Fragen geben Halt im Leben! Ein neues Buch des Remonstranten Theologen Koen Holtzapffel, Rotterdam.</title>
		<link>https://forum.remonstranten-berlin.de/1453/fragen-geben-halt-im-leben/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2018 20:42:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente der Theologie der Remonstranten]]></category>
		<category><![CDATA[Beraadsdag 2018 über Halt finden im Leben]]></category>
		<category><![CDATA[fragen geben Halt im Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Fragen lernen ist spirituell]]></category>
		<category><![CDATA[Koen Holtzapffel]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten finden Fragen wichtiger als Antworten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Jahresthema der protestantischen Remonstranten Kirche in Holland. Ein Hinweis auch auf das neue Buch von Koen Holtzapffel „Houvast“ („Halt“) Von Christian Modehn Die Bibel ist kein Kompendium, in dem endgültige Antworten zu finden sind. Diese Erkenntnis breitet der Remonstranten – Theologe und Pastor in Rotterdam Koen Holtzapffel in seinem neuen Buch aus, es hat...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1453/fragen-geben-halt-im-leben/">Fragen geben Halt im Leben! Ein neues Buch des Remonstranten Theologen Koen Holtzapffel, Rotterdam.</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahresthema der protestantischen Remonstranten Kirche in Holland.</p>
<p>Ein Hinweis auch auf das neue Buch von Koen Holtzapffel „Houvast“ („Halt“)</p>
<p>Von Christian Modehn</p>
<p>Die Bibel ist kein Kompendium, in dem endgültige Antworten zu finden sind. Diese Erkenntnis breitet der Remonstranten – Theologe und Pastor in Rotterdam Koen Holtzapffel in seinem neuen Buch aus, es hat den Titel „Houvast aan de vraagzijde van het bestaan“ („Haltfinden an der Fragedimension der Existenz“). „Ich nehme Abstand von dem Vorschlag („suggestie“), dass die gläubigen Menschen sozusagen auf der Antwortseite des Daseins stehen und die Nicht-Gläubigen auf der Seite des Fragens&#8230; Das will ich überwinden und sowieso den bekannten Unterschied zwischen Glauben und Unglauben“.</p>
<p>Diese hierzulande hoch interessante Position muss erläutert werden: Der christliche Glaube ist keine Bindung des einzelnen an vorgegebene Dogmen aus alten Zeiten. Die Kirchengemeinden (der freisinnigen, theologisch liberalen) Remonstranten sind Orte, in denen der einzelne seinen eigenen Glauben entdecken, als einen solchen leben kann &#8230; und mit anderen besprechen und vertiefen kann.</p>
<p>Die leitende Maxime heißt: Wer Halt sucht in seinem Leben, sollte sich nicht festklammern an Ideologien und offizielle Wahrheiten. Er (oder sie) sollte das Fragen aushalten, die <em>eigenen </em>Fragen! Natürlich zeigen sich dann Antworten. Aber diese rufen nur wieder weitere Fragen hervor: Das ist das Leben des Geistes. Und diese Lebendigkeit des Geistes ist sicher das einzige, was Halt gibt und fest ist in unserem Leben: Getragen sein, belebt sein, von der ewigen Fragebewegung des Geistes und von den immer relativen Antworten, die zu neuen, aber wieder nur vorläufigen Antworten leiten: Das ist die Größe des Menschen, auch des religiösen Menschen.</p>
<p>Klar ist auch, dass ein Leben in dieser Fragebewegung nicht immer bequem ist. Deswegen klammern sich so viele voller Angst dann doch an vorläufige Antworten und erklären das Vorläufige zum Endgültigen. Und dann beginnt &#8211; fundamentalistisch &#8211; der Streit um die einzige Wahrheit, diese kann nur jemand behaupten, der irgendwann in der Fragebewegung stehen und stecken bleibt. Und mit der einzigen Wahrheit (in Religionen, Nationen, Kulturen usw.) zieht die kriegerische Haltung in die Gesellschaft ein. Das erleben wir heute global. Das heißt ja nicht, dass es einige wenige universale humane Antworten der Vernunft gibt, die für alle Menschen und alle Staaten gelten: Dies sind die für alle Menschen geltenden Menschenrechte, aber auch diese Menschenrechte entwickeln sich durch Fragebewegungen stets weiter. Der Kategorische Imperativ von Kant ja nicht entdeckt, sondern nur formuliert, gehört auch dazu.</p>
<p>Die Remonstranten sind wahrscheinlich die einzige christliche Kirche, in der das Fragen heilig ist; weil das Fragen das Leben des Geistes (und der Seele) selbst ist und der Geist (und die Seele) nun heilig sind; was bedeutet, dass das Leben als leibliches, aber immer doch notwendigerweise Geist geprägtes leibliches und materielles Leben auch heilig ist.</p>
<p>Es ist für mich eine gute Entscheidung, dass die Remonstranten in Holland das für sie immer übliche Jahresthema diesmal, für 2018, der Frage als einem – auch spirituellen, religiösen Vollzug – alle Aufmerksamkeit widmen. Bei dem „Tag der Beratung“ miteinander („Beraadsdag“) am 10. März 2018 in Hengelo geht es auch um das Thema: Wie kann das Fragen tatsächlich Halt, vielleicht einen ersehnten letzten und tiefsten Halt bieten? Es ist wohl so, meint Koen Holtzapffel, dass zu der Fragebewegung auch ein Vertrauen gehört, ein Vertrauen, dass in der Fragebewegung ein möglicher Sinn sich für mich erschließen kann. Dieser tragende Lebenssinn, dieser Halt, erschließt sich, so der Autor, gerade dann, wenn alle Bilder Gottes, die man als den Lebenssinn deutete, verschwinden und nach diesem (persönlichen) „Bildersturm“, wie Holtzapffel sagt (S. 120) eigentlich nur Leere bleibt. „Man kann es Leere nennen, aber dann vielleicht als eine wohlltuende Leere, als Flüstern einer sanften Brise, die man genießen kann als Schönheit einer leeren Landschaft“ (ebd.) Der Autor zitiert dann zustimmend den Philosophen Cornelis Verhoeven (1928 – 2001): „Gerade in der Frage besteht Gott und nirgendwo anders. Gottes Existenz wird in der Frage förmlich festgehalten“. Und Koen Holtzapffel beschließt sein sehr inspirierendes Buch: „Leere ist leer, aber sie schafft auch einen mystischen Raum, ohne einen vorstellbaren und voraussagbaren Gott.</p>
<p>Aber ein Gott, von dem man nie etwas bemerkt, wird irrelevant. Bisweilen gibt sich mein Gott doch gründlich zu erkennen, lässt sich verstehen mit Herz und Seele. In Liebe und Licht, in Friede und Anteilnahme für einander. Auch in dem Menschen Jesus gibt er sich zu erkennen. Wo Nächstenliebe und (erotische) Liebe ist, da ist Gott: Ubi caritas et amor, Deus ibi est“ (S. 122)</p>
<p>In einem Beitrag für die Monatszeitschrift ADREM vom Juni 2017 sagt Holtzapffel: „Ich hoffe, das unsere Gemeinden Orte sind, wo über Lebensfragen nachgedacht wird. Als Pastor (Prediger) habe ich keine direkten Antworten, aber ich sehe mich als jemanden, der den Frageprozess beobachtet. Und ich sehe mich als jemanden, der <em>die </em>Lebensfrage hinter den Fragen entdecken kann und auch mit der Tradition verbindet&#8230; Aus der großen soziologischen Untersuchung „God in Nederland“ geht jetzt hervor, dass sehr viele Menschen meinen, dass die Sinnfragen nicht mehr in der Kirche behandelt werden. Bei uns Remonstranten ist das anders, da haben diese Fragen ihren Raum“.   Und er nennt über die Remonstranten Gemeinden hinaus in dem Buch mehrere, in ganz Holland bekannte Beispiele: Etwa das Kulturzentrum de „Rode Hoed“ in Amsterdam oder das „Uytenbogaertcentrum“ in Den Haag, das der Theologe und Philosoph Johan Goud aufgebaut hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Houvast. Aan de vraagzijde van het bestaan. Von Koen Holtzapffel. 144 Seiten. ISBN 978 90 211 4491 7). Dieses Buch ist im August 2017 erschienen im Verlag Meinema, Utrecht.</h3>
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<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1453/fragen-geben-halt-im-leben/">Fragen geben Halt im Leben! Ein neues Buch des Remonstranten Theologen Koen Holtzapffel, Rotterdam.</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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		<title>Religion und Literatur in den Niederlanden. Ein Beitrag von Prof. Johan Goud</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2016 12:16:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Johan Goud]]></category>
		<category><![CDATA[Johan Goud Literatur und Religion in Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Johan Goud Literatur und Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Religilöses in der Literatur der Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[religiöse Themen in niederländischer literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Religion und Literatur in Holland. Ein Beitrag von Prof. Johan Goud Die Buchmesse in Frankfurt am Main hat in diesem Jahr die Literatur in den Niederlanden und in Flandern gewissermaßen zum Schwerpunkt gewählt. Was Religionen und Kirchen betrifft, haben die Niederlande nicht gerade den Ruf, ausgesprochen kirchengebunden und gläubig zu sein. Statistisch gesehen gilt Holland...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1188/religion-und-literatur-in-den-niederlanden-ein-beitrag-von-prof-johan-goud/">Religion und Literatur in den Niederlanden. Ein Beitrag von Prof. Johan Goud</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Religion und Literatur in Holland. Ein Beitrag von Prof. Johan Goud</p>
<p>Die Buchmesse in Frankfurt am Main hat in diesem Jahr die Literatur in den Niederlanden und in Flandern gewissermaßen zum Schwerpunkt gewählt. Was Religionen und Kirchen betrifft, haben die Niederlande nicht gerade den Ruf, <span id="more-1188"></span>ausgesprochen kirchengebunden und gläubig zu sein. Statistisch gesehen gilt Holland als eines der am meisten säkularisierten Länder Europas, wenn man das denn statistisch überhaupt erfassen kann. Wer schaut schon die Seele der Menschen?&nbsp; Die religiöse Frage hat sich aber in ihrer ganzen Vielfalt nur verlagert, etwa auch in die Literatur und die Poesie. Ein Beitrag der Zeitschrift PUBLIK-FORUM bietet eine gute Übersicht zur Pluralität des Religiösen in der heutigen niederländischen Literatur. Autor ist Prof. em. Johan Goud, Den Haag, Theologe, Philosoph und Pastor der Remonstranten-Kirche. Den Beitrag können Sie in PUBLIK-FORUM lesen, wenn Sie <a href="https://www.publik-forum.de/Religion-Kirchen/das-hollaendische-paradox">hier </a>klicken.</p>
<p>Zu Publik-Forum: www.publik-forum.de</p>
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		<title>Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon am 27. 11. 2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2015 15:48:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente der Theologie der Remonstranten]]></category>
		<category><![CDATA[Biographie und Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Johan Goud in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[meine Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie kommt aus der Biografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon am 27. 11. 2015 Von Christian Modehn Wir danken Prof. Johan Goud aus Den Haag, dass er uns mit seinen Beiträgen im Salon am 27.11.2015 zu Einsichten und zu weiteren wichtigen Fragen geführt hat. Diese werden hier mitgeteilt. Das Thema des Abends (mit 26 TeilnehmerInnen)...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1117/meine-biografie-meine-theologie-hinweise-zum-religionsphilosophischen-salon-am-27-11-2015/">Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon am 27. 11. 2015</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon</p>
<p>am 27. 11. 2015</p>
<p>Von Christian Modehn</p>
<p>Wir danken Prof. Johan Goud aus Den Haag, dass er uns mit seinen Beiträgen im Salon am 27.11.2015 zu Einsichten und zu weiteren wichtigen Fragen geführt hat. Diese werden hier mitgeteilt.</p>
<p>Das Thema des Abends (mit 26 TeilnehmerInnen) „Autobiografie und Theologie“ wird uns auch im nächsten Jahr weiter beschäftigen.</p>
<p>Es ist für mich als Veranstalter des Religionsphilosophischen Salons Berlin interessant zu sehen, wie stark <span id="more-1117"></span>das Interesse an dem Thema ist. Wir mussten etliche Interessierte leider wegen Platzmangel abweisen. Zugleich wird dabei deutlich, wie in Zeiten der Krise, wie jetzt, der Wunsch wächst, sich über Grundlegendes auszutauschen. Dies sollte in kleinen, überschaubaren Kreisen geschehen, eben in philosophischen Salons.</p>
<p>Zum Salon am 27. 11. 2015 selbst:</p>
<p>Es geht um eine Erkenntnis, die viele ahnen, spüren, aber selten auszusprechen wagen: Als Ausgangspunkt und Quelle der Inspiration von Theologien und auch Philosophien gilt das eigene Leben. Nicht das abstrakte, neutrale, a-historische Ich, befreit von allen Bindungen an Geschichte und Kultur. Sondern das Individuum, die Person, geprägt in einer religiösen oder eben auch einer nicht-religiösen Welt, die sich mit der Frage befasst: „Wer bin ich, wo will ich hin, was ist mir entscheidend wichtig, was ist für mich ein gutes Leben, was will ich in der Gesellschaft sein?“ usw. Wer diesen Fragen nicht ausweicht, kommt oft dazu, seine Autobiografie zu schreiben. Das kann auch „nicht-professionell“ geschehen. Man muss nicht den Ansprüchen der großen „Confessiones“ eines Augustin oder Rousseau nacheifern.</p>
<p>Autobiografie kann in Fragmenten geschehen, oft nur in Gedanken und Meditationen, am besten aber doch in schriftlicher Form. Und dann kommt immer wieder später der Rückblick auf mein Leben, dann zeigen sich in wachsendem Abstand neue Erkenntnisse, dann wird weiter geschrieben, immer im Verzicht auf Banales, Nebensächliches, sondern im Blick auf Entscheidendes, Prägendes, Sinnstiftendes. „Was lässt mich leben?“</p>
<p>Diese Fragen nach der Autobiografie sind keineswegs Ausdruck eines egozentrischen Denkens. Sie sind Ausdruck dafür, dass ich mich – in Gemeinschaft mit anderen – wichtig nehmen soll. Es geht ja um mein Leben, um die Gestaltung (m)eines guten Lebens. Darin wird das angezielt und vielleicht erlebt, was man klassisch-theologisch „Erlösung“ nennen könnte.</p>
<p>Um den Grund der Theologie in meinem eigenen Leben zu erkennen und wahr- zu nehmen, gibt es wohl eine spezifische praktische Einstellung, als Bedingung der Möglichkeit der Wahrnehmung: Dies ist etwa die Praxis der Ruhe, der Gelassenheit. Offenbar zeigt sich dieser gründende Sinn, den manche göttlich nennen, nur, wenn er sich mir schenkt, mich überrascht, als eine Gabe für mich. Welche Rolle spielt dann noch das eigene Aktivsein? Hat Suchen den Anspruch, Wesentliches zu finden? Ist also eine gewisse „passive“ Haltung die Voraussetzung für das Wahrnehmen des „Göttlichen“ in meinem Leben? Auch darüber wurde in unserem Salon gesprochen. Welche Rolle spielen Texte der Poesie, spielt die Musik, die Kunst, wenn ich nach Vertiefung oder Erweiterung meiner eigenen Erfahrungen suche? Wenn ich die Zeugnisse der Kunst usw. wichtig nehme, weil sie ja auch Ausdruck des Lebens sind: Dann entsteht die Frage: Warum werden sie so selten in der religiösen, christlichen Praxis als Quelle wahrgenommen? Warum gibt es weithin diese starre Fixiertheit ausschließlich auf biblische Texte im christlichen Raum, etwa auch in den offiziellen „Gottesdiensten“? Entspricht diese enge Haltung überhaupt noch der „religiösen Globalisierung“ heute? Gott und das Göttliche zeigen sich in der Vielfalt. Aber gibt es ein Kriterium für die Auswahl hilfreicher oder eher verstörender Texte? Kann dieses Kriterium nur ein bestimmtes Verständnis der Bibel sein? Oder auch die selbstkritische Vernunft?</p>
<p>Noch einmal: Die zentrale These, an diesem Abend ausgesprochen, über die weiteres gemeinsames Nachdenken lohnt:</p>
<p>Nur aus der eigenen Biografie wächst der eigene Glaube bzw. die eigene Ablehnung eines religiösen Glaubens. Nur unter dieser Voraussetzung wird „authentische“ Theologie bzw. A-Theologie möglich.</p>
<p>Dann muss die klassische Theologie befragt werden: Ist die abstrakte Gegenüberstellung von Theologie und A-Theologie, von Glaube und Nicht-Glaube, tatsächlich ein wahrer Gedanke, der die gemeinte „Sache“ trifft? Wird da nicht viel zu objekthaft von dem Göttlichen bzw. dem Nichtgöttlichen gesprochen, so, als würde man von vorhandenen Gegenständen reden und mit diesen vergleichend hantieren und gedanklich „probieren“. Die Beschreibungen der positiven Wesenseigenschaften gelten ja nicht Gott als Gott, sondern sie sind Aufforderungen an uns, sozusagen göttliche Eigenschaften zu leben, selbst barmherzig zu sein, Frieden zu stiften, Gerechtigkeit zu praktizieren. Die literarisch bezeugten negativen Eigenschaften Gottes (Rache, Gewalt gegen anders usw.) sind nur historisch zu verstehende Bilder einer noch eher unreif lebenden religiösen Gemeinde, die sich als schwache Gemeinde aufwerten muss, indem sie Andersdenkende – auf Gottes Befehl angeblich – ausschaltet.</p>
<p>Wichtig ist die Erkenntnis: Nicht die Frage: „Gott oder Atheismus? „ist entscheidend, sondern die Art, wie ich, wie wir, als Mensch(en), leben in der Welt: Ist es Liebe und Solidarität, ist es Hass und Diffamierung? Ist die Sehnsucht nach Schönheit wichtiger als die destruktiven Kräfte? Die Antwort ist für jeden vernünftigen Menschen klar. Gibt es also eine neue Ökumene derer, die Liebe und Gerechtigkeit als die oberste Norm ansehen? Dabei ist es diesen Menschen eher zweitrangig, ob sie sich das eigene Leben mit oder ohne Gott begründen.</p>
<p>Sollte es also eine neue Ökumene der Menschen geben, derer, die das Menschliche über alles schätzen, also humanistisch leben? Dabei ist klar, dass es kulturell unendlich viele Ausdrucksformen des Humanismus gibt und geben muss. Aber diese Vielfalt ist immer auch Humanismus, es gibt etwas Universal-Menschliches, es gibt also bei aller Vielfalt einen gemeinsamen „Nenner“ des gemeinsamen „Humanums“. Wären hier Projekte geboten, angesichts des Terrors? Vielleicht gerade als prophylaktische Aufgabe aller Humanisten, Fundamentalismus und anderen Wahn argumentativ zu besprechen und dadurch stark einzuschränken. Dass dies ohne eine Politik, auch Sozialpolitik, des Respekts nicht gelingen wird, ist auch klar.</p>
<p>Mit anderen Worten: Der Humanismus als die sich stets erneuernde und wandelnde Lebens-Philosophie ist die Basis für alle Menschen. Religiöse oder nicht-religiöse Lebensdeutungen und Dogmen gehören an die zweite Stelle! Diese Überzeugung dient dem Frieden, zumal dann die Religionen durch den Geist eines sich stets reformierenden Humanismus sich selbst weiter reformieren, also etwa alle Gewalttexte eigener religiöser Traditionen wissenschaftlich verstehen, aber dann eben existentiell und praktisch beiseite legen.</p>
<p>Wo sind die Räume für einen Austausch solcher Erfahrungen? Das bloße Nachsprechen von vorgefertigten alten traditionellen Lehren, Dogmen usw. ist da wenig hilfreich und führt eher zur Begrenzung der eigenen spirituellen Lebendigkeit.</p>
<p>Diese wenigen, nur skizzenhaften Fragen, die hier notiert wurden, zeigen, welche weiteren Dimensionen der Diskussion sich im Laufe des Abends eröffneten, dank der Vorschläge und Beiträge auch von Prof. Johan Goud.   Sein neuestes Buch in niederländischer Sprache hat den Titel „Onbevangen“. Es ist im Verlag Meinema in Zoetermeer, NL, erschienen. 127 Seiten. 15 Euro. ISBN: 978 90 2114386 6</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Copyright: Christian Modehn</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/1117/meine-biografie-meine-theologie-hinweise-zum-religionsphilosophischen-salon-am-27-11-2015/">Meine Biografie – meine Theologie. Hinweise zum Religionsphilosophischen Salon am 27. 11. 2015</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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		<title>Religionsstress &#8211; ein heilbares Leiden. Zu einem neuen Buch von Tom Mikkers</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Sep 2012 08:57:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Elemente der Theologie der Remonstranten]]></category>
		<category><![CDATA[biophile Religionen]]></category>
		<category><![CDATA[Glauben ohne Stress]]></category>
		<category><![CDATA[humanistisches Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Mikkers Utrecht Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Religionen schaden der Entwicklung des Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsstress]]></category>
		<category><![CDATA[Religionsstress als Wort des Monats in Holland]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Stress mit Religionen]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Mikkers Religiestress]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Mikkers Religionsstress]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Mikkers Wort des Monats in Holland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Religionsstress – ein heilbares Leiden Zu einem neuen Buch von Tom Mikkers Von Christian Modehn       (PS: inzwischen ist das Wort &#8222;Religionsstress&#8220;  offiziell zum Wort des Monats in den Niederlanden erklärt worden. Siehe auch Woord van de maand.) Immer weniger (jüngere) Menschen in Europa sind noch mit  Kirchen und Religionsgemeinschaften verbunden. Aber die religiösen Institutionen und...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/672/religionsstress-ein-heilbares-leiden-zu-einem-neuen-buch-von-tom-mikkers/">Religionsstress &#8211; ein heilbares Leiden. Zu einem neuen Buch von Tom Mikkers</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Religionsstress – ein heilbares Leiden</p>
<p>Zu einem neuen Buch von Tom Mikkers</p>
<p>Von Christian Modehn       (PS: inzwischen ist das Wort<a href="http://www.kerknieuws.nl/nieuws.asp?oId=23526 "> &#8222;Religionsstress&#8220;  </a>offiziell zum Wort des Monats in den Niederlanden erklärt worden. Siehe auch <a href="http://www.vandale.nl/woord-van-de-maand">Woord van de maand</a>.)</p>
<p>Immer weniger (jüngere) Menschen in Europa sind noch mit  Kirchen und Religionsgemeinschaften verbunden. Aber die religiösen Institutionen und Verwaltungsapparate, mit ihren dogmatischen Lehren und zum Teil rigiden <span id="more-672"></span>moralischen Weisungen, versuchen, <!--more-->die öffentlichen Debatten zu prägen und das Leben der einzelnen zu bestimmen. Das verursacht negativen Stress, Spannungen, seelischen Druck und Belastungen. Offenbar können sich viele aufgeklärte oder kirchendistanzierte Menschen doch nicht von den tradierten alten Gottesbildern lösen; sie können sich nicht von autoritärer Einrede durch kirchliche Institutionen freimachen. Hingegen könnte ein kritisch reflektiertes, eher an der Gestalt Jesu von Nazareth inspiriertes Gottesbild von religiösem Stress (und Leiden) befreien.</p>
<p>Das ist der Ausgangspunkt des neuen Buches von Tom Mikkers. Er ist „Allgemeiner Sekretär“ der „Remonstranten Kirche“ in den Niederlanden, einer gleichermaßen humanistisch wie christlich geprägten freisinnigen Kirche, die ihren Sitz in Utrecht hat.  Mikkers`Buch „Religiestress“ (Religionsstress) ist im September 2012 im Verlag Meinema in Zoetermeer erschienen, es hat 140 Seiten und kostet 14,90 Euro.</p>
<p>Das neue Buch von Tom Mikkers (kürzlich ist auch sein Buch „Coming Out Churches“ in Holland veröffentlicht worden) erinnert vor allem an die Situation in den Niederlanden: Dort haben evangelikale Kreise ihr eigenes TV Programm, das sie mit traditioneller Glaubenslehre „füttern“. Auch die zahlenmäßig kleiner werdende römische Kirche in Holland versucht in ihren Medien lautstark die rechte, die orthodoxe Lehre zu verbreiten, z.B. mit allen bekannten Abweisungen von nun einmal auch sexuell geprägter Liebe unter Homosexuellen oder der Zurückweisung wiederverheiratet Geschiedener von der Kommunion. Rigide Regeln verdunkeln und &#8222;vergiften&#8220; (F. Nietzsche) das Bild eigentlich menschenfreundlicher Glaubensgemeinschaften. Tom Mikkers wehrt sich gegen den Gedanken,  Religionen würden prinzipiell seelische Belastungen und Irritationen fördern. Nebenbei: Auch atheistische Glaubensgemeinschaften können in ihrer „Anti – Dogmatik“ Stress und Anspannung erzeugen.</p>
<p>Der Autor hält ein menschliches Christentum für möglich, wenn sich denn die Glaubenden befreien von magischen Vorstellungen. Die Menschen haben die Möglichkeit, selbst kraft ihrer Vernunft eine bessere Welt zu schaffen. Sie sollten die Unterscheidung lernen: Welche Religionen schaden der menschlichen Entwicklung, welche sind hilfreich und fördern das seelische Gleichgewicht? (Seite 112). Religion ohne Stress beginnt damit, die so genannten Heiligen Texte der Religionen, etwa die Bibel, als Ausdruck des religiösen Bewusstseins früherer Generationen zu lesen, also historisch – kritisch, befreit von magischen Vorstellungen, die ja ein eigenes Belastungspotential in sich bergen.  Stressfrei religiös: Das meint ein Leben, das sich aufgeklärt religiös versteht, das sich den Sinn für das göttliche Geheimnis in jedem Dasein bewahrt und deswegen alles „klein karierte“ obsolete  moralische Besserwissen der Institutionen zurückweist. Religion birgt grundsätzlich so viel Weisheit, dass man sie nicht den Herren des Dogmas überlassen darf. Das Buch „Religiestress“ belebt die Debatte um menschenfreundliche Kirchen (biophil, im Sinne des Therapeuten Erich Fromm), in dem festen Willen, die lebensfeindlichen, also negativen Stress und Leiden verursachenden Glaubensformen zurückzuweisen (nekrophil im Sinne Erich Fromms). Das ist ein großes Projekt&#8230;Immerhin gibt es Orte innerhalb der Christenheit, wo sich der Glaube gleichermaßen humanistisch wie jesuanisch – christlich versteht. Freisinnige Kirchen, wie etwa die Remonstranten, haben eigentlich einen hilfreichen Vorschlag gegen zuviel „Religiestress“.</p>
<p>Der Autor dieses Beitrags fragt sich nur, warum sich so viele Menschen in dieser insgesamt äußerst stressgeladenen Gesellschaft (Rassismus, Kriege, Korruption, Probleme in der Entwicklung von Demokratien, Fundamentalismus, Gewalt usw.) immer noch an Stress erzeugende Religionen binden und sich kaum für humanistisch  &#8211; christliche Alternativen interessieren. Ist die allgemeine religiöse Verblendung immer noch so groß, dass es förmlich eine (masochistische?) Freude ist, in eigentlich doch aufgeklärten Zeiten betont fundamentalistisch &#8211; stressig religiös zu leben?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/672/religionsstress-ein-heilbares-leiden-zu-einem-neuen-buch-von-tom-mikkers/">Religionsstress &#8211; ein heilbares Leiden. Zu einem neuen Buch von Tom Mikkers</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
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		<title>Neue Bücher von Remonstranten, Sommer 2012</title>
		<link>https://forum.remonstranten-berlin.de/644/neue-buecher-von-remonstranten-sommer-2012/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Modehn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jul 2012 17:38:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher von Remonstranten]]></category>
		<category><![CDATA[Remonstranten in Amsterdam]]></category>
		<category><![CDATA[Smsterdam Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[theologisches Seminar der Remonstranten in Amsterdam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Neue Bücher&#160; &#8230; und: Ein Umzug nach Amsterdam Remonstranten Theologen haben wieder interessante Bücher publiziert, sicher ein Zeichen für die theologische Kreativität dieser ungewöhnlichen Kirche: Sie ist protestantisch und freisinnig, d.h. sie nimmt also entschieden Abstand von allgemein verpflichtenden dogmatischen Lehren;&#160; sie zählt ca. 5.000 Mitglieder und Freunde. Das Buch von Dr.Antje v.d Hoek&#160;...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de/644/neue-buecher-von-remonstranten-sommer-2012/">Neue Bücher von Remonstranten, Sommer 2012</a> erschien zuerst auf <a href="https://forum.remonstranten-berlin.de">Forum der Remonstranten in Berlin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Neue Bücher&nbsp; &#8230; und: Ein Umzug nach Amsterdam</p>
<p>Remonstranten Theologen haben wieder interessante Bücher publiziert, sicher ein Zeichen für die theologische Kreativität dieser ungewöhnlichen Kirche: Sie ist protestantisch und freisinnig, d.h. sie nimmt <span id="more-644"></span>also entschieden Abstand von allgemein verpflichtenden dogmatischen Lehren;&nbsp; sie zählt ca. 5.000 Mitglieder und Freunde.</p>
<p>Das Buch von Dr.Antje v.d Hoek&nbsp; (und anderen) mit dem Titel „Islam, Populismus und die kirchliche Antwort“ ist als Diskussionsgrundlage gedacht für das Jahresthema der Remonstranten 2012- 2013. „Toleranz im =global village=“.</p>
<p>Dabei sollen u.a. die Fragen diskutiert werden: Was ist der Beitrag der Remonstranten als einer freisinnigen Kirche, die stark auf die Entwicklung der Individualität (und des Individualismus ?) setzt zum zunehmenden Populismus und der Präsenz des Islam in Europa/Holland. Können, sollen, die zentralen Begriffe von Toleranz und Freiheit neu bestimmt werden? Das Buch erscheint:&nbsp; „Uitgave Remonstrantse Broederschap – im Juni 2012“.</p>
<p>Auf unserer Websitewurde&nbsp; schon häufig erwähnt die Theologin Christiane Berkvens – Stevelinck. Sie hat ein neues Buch publiziert: „Erfenis Europa. Toekomst van een stervende zwaan“.&nbsp; Skandalon –Verlag, 2012. Preis 19,50. ISBN&nbsp; 978 94 90708 44 3. Die Kulturwissenschaftlerin (bis vor kurzem lehrte sie an der Universität Nijmegen) plädiert für Europas Kraft und Phantasie gerade auch in Krisenzeiten.</p>
<p>Auch Joost Röselaers (Pastor in Amsterdam)&nbsp; hat (zusammen mit dem Politologen Fennand van Dijk) ein neues Buch herausgegeben. Es hat den Titel „Het vrije woord. religie en politiek in domineesland“ (Das freie Wort. Religion und Politik im Pastorenland). Ein Buch, das Pastoren zu Wort kommen lässt, die in der Politik aktiv sind; Publizisten der großen Medien kommentieren diese Beiträge, sie werden die „neuen Pastoren“ genannt. Erschienen ist das Buch im Verlag Meinema, 192 Seiten, ISBN: 9789021143019.</p>
<p>Ein Umzug nach Amsterdam</p>
<p>Die Ausbildung der künftigen PastorInnen und Prediger der Remonstranten folgt auf weiten Strecken der Universitätsausbildung reformierter Theologen, aber einige besondere Traditionen und spirituelle Schwerpunkte der Remonstranten müssen doch eigens dargestellt und erforscht werden. Seit der Frühzeit der Remonstranten Kirche (also von 1634 bis 1873) befand sich dieses „Remonstranten Seminar“ in Amsterdam, danach fand die Ausbildung an der Universität Leiden statt. Jetzt hat die „Allgemeine Versammlung“ der Remonstranten beschlossen, wegen der Auflösung der Theologischen Fakultät in Leiden, das Seminar wieder in Amsterdam zu eröffnen, in enger Zusammenarbeit mit der Vrije Universiteit dort, die über eine große theologische bzw. religionswissenschaftliche Fakultät verfügt.</p>
<p>In Leiden lehrte bis seiner Pensionierung Prof. Th. Marius van Leeuwen. In Amsterdam werden als Dozenten tätig sein: Dr. Christa Anbeek, Dozentin u.a. in Utrecht (systematische Theologie) und Dr. Tjaard Barnard, Pastor in Rotterdam ( vor allem für praktische Theologie), er wird auch der Rektor des Seminars sein.</p>
<p>Dieser Beitrag wurde von Christian Modehn im Juni 2012 verfasst.</p>
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