Im Gespräch bleiben – Zur aktuellen politischen Situation

Tom Mikkers, Generalsekretär der Re­mon­s­t­ran­ten, zu der Frage:
Wie verhalten sich Re­mon­s­t­ran­ten angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen in Holland. Die Kommunalwahlen vom März 2010 haben gezeigt, dass der Populist Geert Wilders und seine Partei PVV offenbar immer mehr Zustimmung findet, z.B. in Almere und den Haag.

„Re­mon­s­t­ran­ten weisen jegliche Form von Diskriminierung zurück, auch die Diskriminierung von Muslimen. Religionsfreiheit bedeutet uns außerordentlich viel. Schließlich konnte sich die Kirche der Re­mon­s­t­ran­ten auch nur wegen der gesetzlichen Religionsfreiheit entwickeln, zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde unsere Kirche noch etliche Jahre verfolgt.
Als Re­mon­s­t­ran­ten setzen wir auch bei diesen aktuellen politischen Auseinandersetzungen auf Dialog! Welche Alternative gäbe es sonst? Es ist unsere Aufgabe, unterschiedliche Menschen zusammen zu führen, das Gespräch zu organisieren, damit unterschiedliche Menschen friedlich zusammenleben können.
Natürlich sind Re­mon­s­t­ran­ten besorgt über die heutige politische Polarisierung und die Verrohung der niederländischen Gesellschaft. In einem Gesprächskreis der Re­mon­s­t­ran­tengemeinde in Delft hörte ich jetzt: =Wir müssen am gesellschaftlichen Gespräch festhalten, wir dürfen niemanden verketzern und tadeln oder verurteilen. Vielmehr gilt es: Zuzuhören und Brücken zu bauen zwischen allen Menschen=
Re­mon­s­t­ran­ten denken eher inclusiv und nicht exclusiv.

Tom Mikkers ist Generalsekretär der Remonstranten

Die aktuelle Frage an die Re­mon­s­t­ran­ten

Tom Mikkers ist Generalsekretär der Remonstranten
Tom Mikkers ist Generalsekretär der Re­mon­s­t­ran­ten

Frage an Tom Mikkers: Welche Bedeutung hat für Re­mon­s­t­ran­ten das Gespräch mit anderen Religionen?

“Den interreligiösen Dialog finden wir sehr wichtig. Im Jahr 2006 war dies das Jahresthema unserer Kirche. Damals ging es vor allem um den Dialog mit den Muslimen. Was den Buddhismus betrifft: In einigen Re­mon­s­t­ran­ten Gemeinden wird aktiv die Zenmeditation betrieben. Auch gibt es einige Pastoren, die sich über das Christsein hinaus auch als Buddhisten verstehen”.

 
 
 
 
 
 
 
 

Ökumenisches Abendmahl ist selbstverständlich

Frage an Tom Mikkers, Generalsekretär der Re­mon­s­t­ran­ten, Utrecht:
Im Mai findet in München der 2. Ökumenische Kirchentag statt. Ein gemeinsames Abendmahl/eine gemeinsame Kommunion von Protestanten und Katholiken darf es aufgrund des katholischen Einspruchs nicht geben. Was denken Re­mon­s­t­ran­ten über das gemeinsame Abendmahl?
Die Antwort:
Re­mon­s­t­ran­ten kennen ein offenes Abendmahl. Jesus, der Herr, lädt alle ein zu seiner Mahlzeit. In den remonstrantischen Gemeinden sind deswegen immer die Worte zu hören: „Sie alle sind eingeladen zum Abendmahl, ungeachtet zu welcher Kirche Sie gehören oder ob sie auch unkirchlich sind“. Es ist traurig, dass dieser Ausgangspunkt des Evangeliums nicht in allen Kirchen gültig ist. Dem mühsamen Gespräch mit anderen Kirchen zu dem Thema gehen wir nicht aus dem Weg. Trotzdem sind wir auch vorsichtig, um hier den anderen Kirchen allzu laut eine Belehrung zu erteilen. Aber wenn die Rede ist von einem gemeinsamen Abendmahl, dann begrüßen wir das! Das steht auf der Linie der Praxis, die wir selbst befürworten.